Herr Rothe, Sie sind seit Herbst 2024 für GS Yuasa in Deutschland tätig. Wie haben Sie Ihr erstes Jahr erlebt? Und wie verlief 2025 für GS Yuasa Battery Germany insgesamt?
Erik Rothe: Mein erstes Jahr bei GS Yuasa war durchweg positiv. Ich habe ein Unternehmen mit hervorragenden Produkten, starkem Marketing, hoher technischer Kompetenz und einer sehr engagierten Teamkultur vorgefunden. Der Einstieg wurde mir durch ein erfahrenes Team und intensive Kundenbesuche deutlich erleichtert. 2025 war für GS Yuasa Battery Germany ein Jahr der Stabilisierung und des gezielten Ausbaus. Wir haben unsere Partnerschaften weiter gestärkt, unsere Markenpräsenz erhöht und insbesondere im Automotive-Aftermarket in ausgewählten Regionen Wachstum erzielt. Trotz eines anspruchsvollen Marktumfelds konnten wir unsere internen Ziele erreichen und uns in allen Bereichen positiv entwickeln.
In der Unternehmensmitteilung zu Ihrem Amtsantritt wurde der Ausbau der Marktpräsenz in Zentral- und Osteuropa als Ziel genannt. Welche Länder und Segmente sind es genau, in denen Sie Potenziale sehen?
Erik Rothe: Grundsätzlich sehen wir in unserer gesamten Region weiteres Wachstumspotenzial. Besonders dynamisch entwickeln sich jedoch Märkte in Osteuropa – etwa Polen, Tschechien, Ungarn oder Rumänien. Diese Länder zeichnen sich durch wachsende Fahrzeugbestände und ein vergleichsweise hohes Fahrzeugalter aus, was den Aftermarket zusätzlich stärkt. Darüber hinaus sehen wir Chancen in weiteren Segmenten wie Nutzfahrzeugen, Industriebatterien und Motorradbatterien. Ein zentraler Baustein ist dabei der kontinuierliche Ausbau unserer Distributionsnetzwerke sowie die Stärkung lokaler Partnerschaften. Entsprechend haben wir das Unternehmen bereits 2025 durch zusätzliche Key-Account-Strukturen gezielt erweitert.
Welche Themen stehen bei GS Yuasa 2026 im Fokus?
Erik Rothe: 2026 wird für uns im Zeichen der weiteren Internationalisierung und Markterschließung stehen. Gleichzeitig treiben wir die Einführung neuer Produkte voran. Ein zentraler Schwerpunkt ist darüber hinaus die konsequente Weiterentwicklung unserer Services und digitalen Lösungen – mit einem klaren Fokus auf praxisnahe Tools für unsere Partner. Dazu zählt insbesondere unser erweitertes Battery-Lookup-Tool, das auf umfangreichen OE-Daten basiert und eine schnelle, präzise und sichere Batterieauswahl ermöglicht. Solche Lösungen sind darauf ausgelegt, die tägliche Arbeit im Handel und in der Werkstatt spürbar zu erleichtern: Sie reduzieren Komplexität, minimieren Fehlerquellen und sorgen für effiziente Abläufe. Die neue Website dient dabei als zentrale Plattform, über die diese Tools, technischen Informationen und Schulungsinhalte gebündelt und einfach zugänglich gemacht werden. Unser Anspruch ist es, unsere Partner nicht nur mit hochwertigen Produkten zu unterstützen, sondern ihnen konkrete Werkzeuge an die Hand zu geben, mit denen sie ihre Prozesse optimieren und ihre Kunden nachhaltig überzeugen können. Denn letztlich entsteht langfristiger Geschäftserfolg genau dort, wo Servicequalität und Zuverlässigkeit im Alltag erlebbar werden.
Wie unterscheiden sich die Anforderungen in der Erstausrüstung und im Aftermarket – insbesondere im Hinblick auf neue Technologien?
Erik Rothe: Wir liefern sowohl in die Erstausrüstung als auch in den Aftermarket und können die unterschiedlichen Anforderungen daher sehr fundiert aus eigener Erfahrung beurteilen. In der Erstausrüstung stehen höchste technische Spezifikationen sowie die enge Zusammenarbeit mit den Fahrzeugherstellern im Vordergrund. Im Aftermarket hingegen geht es stärker um Verfügbarkeit, Anwendungsbreite und eine möglichst einfache, sichere Produktauswahl. Diese Doppelperspektive ist ein klarer Vorteil für uns: Als weltweit führender Hersteller von Motorradbatterien und etablierter OE-Partner über alle Fahrzeugsegmente hinweg – von Pkw über Nutzfahrzeuge bis hin zu Zweirädern – verfügen wir über eine außergewöhnlich breite technologische Expertise, die wir gezielt in den Aftermarket übertragen. Technologische Entwicklungen wie AGM- oder EFB-Batterien erreichen den Aftermarket in der Regel zeitverzögert. Dadurch entsteht ein erhöhter Schulungsbedarf, den wir gezielt adressieren – unter anderem durch Trainingsangebote und unsere GS Yuasa Academy.
Moderne Fahrzeuge haben dabei einen zunehmend größeren Energiebedarf. Welche Herausforderungen ergeben sich daraus für Batterien?
Erik Rothe: Die zunehmende Elektrifizierung moderner Fahrzeuge führt zu deutlich höheren Anforderungen an Batterien. Systeme wie Start-Stopp, Energierückgewinnung oder zahlreiche Komfort- und Assistenzfunktionen treiben diesen Bedarf weiter an. Das erfordert leistungsfähige Technologien wie AGM und EFB, die eine höhere Zyklenfestigkeit und Lebensdauer bieten. Insbesondere AGM-Batterien überzeugen durch ihre sehr gute Lade- und Entladeperformance sowie eine hohe Ladungsaufnahmefähigkeit – ein entscheidender Vorteil gerade bei Fahrzeugen mit Energierückgewinnung. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Zuverlässigkeit und Performance im täglichen Einsatz erheblich, da Batterien heute deutlich stärker in das Energiemanagement moderner Fahrzeuge eingebunden sind.
Ein zentrales Thema für Werkstätten ist die korrekte Batterieauswahl. Wie unterstützt GS Yuasa hier?
Erik Rothe: Die präzise Auswahl der richtigen Batterie ist entscheidend – nicht nur technisch, sondern auch für die Kundenzufriedenheit im Tagesgeschäft der Werkstätten. Denn nur wenn die passende Batterie verbaut wird, funktioniert das Fahrzeug zuverlässig – und der Endkunde kommt wieder. Genau hier setzen wir an: Mit leistungsfähigen Auswahltools und Datenbanken, die auf Originaldaten der Fahrzeughersteller basieren, ermöglichen wir eine schnelle und sichere Identifikation der richtigen Batterie. Unser Batteriefinder bietet eine exakte 1:1-Zuordnung zu Fahrzeugmodellen und minimiert so Fehlerquellen. Für unsere Partner bedeutet das: weniger Reklamationen, effizientere Prozesse und vor allem zufriedene Werkstattkunden. Denn am Ende gilt – ein Kunde, dessen Fahrzeug zuverlässig läuft, ist ein Kunde, der zurückkommt. Unsere neue Website bündelt diese Lösungen und stellt sie intuitiv und jederzeit verfügbar bereit.
Welche Rolle spielt die bereits angesprochene GS Yuasa Academy für Ihre Aftermarket-Strategie? Wie wird das Angebot angenommen und welche Anpassungen respektive Updates sind geplant?
Erik Rothe: Die GS Yuasa Academy wird sehr gut angenommen, und die Nachfrage wächst kontinuierlich. Das zeigt, wie groß der Bedarf an fundiertem Wissen im Markt ist. Unser Ziel geht dabei über reine Wissensvermittlung hinaus: Wir möchten unsere Partner in die Lage versetzen, ihre eigenen Kunden bestmöglich zu beraten und zu bedienen. Denn gut geschulte Werkstätten arbeiten effizienter, vermeiden Fehler und schaffen Vertrauen beim Endkunden. Gleichzeitig verstehen wir die Academy auch als Werkzeug für unsere Partner selbst – beispielsweise zur Durchführung interner Schulungen oder zur strukturierten Weiterqualifizierung ihrer Teams. So unterstützen wir sie nicht nur operativ im Tagesgeschäft, sondern auch beim nachhaltigen Aufbau
von Know-how im eigenen Unternehmen. Die Inhalte reichen von Technik über Einbau bis hin zu Diagnose und Wartung. Künftig bauen wir das Angebot weiter aus, insbesondere durch digitale Formate. So stellen wir sicher, dass Wissen schnell verfügbar ist – genau dann, wenn es im Werkstattalltag benötigt wird. Wissen wird damit zu einem echten Wettbewerbsvorteil – für unsere Partner und entlang der gesamten Wertschöpfungskette.