Testszenarien für Autonomes Fahren

Abschluss des Forschungsprojektes LAURIN

DEKRA_laurin_Pilotprojekt_LausitzringAssistenzsysteme und automatisierte Fahrfunktionen, wie hier ein Notbremsassistent, werden am Dekra Lausitzring getestet​.  Foto: Dekra

Rund 4,2 Millionen Euro wurden in das Forschungsprojekt LAURIN investiert. Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr förderte die Schwarmtests im Rahmen der Innovationsoffensive mFund mit insgesamt 2,45 Millionen Euro. Nach drei Jahren Laufzeit wurde LAURIN Anfang Juni abgeschlossen. Nach Ansicht der beteiligten Partner hat das Projekt die Automatisierung szenarienbasierter Fahrzeugtests auf dem Testgelände am Dekra Lausitzring entscheidend vorangebracht. Mit den Schwarmtests könnten beliebig komplexe Verkehrsszenarien nachgestellt werden, um automatisierte Fahrzeuge oder Fahrfunktionen mit maximalen Anforderungen zu testen und damit ihren Einsatz im Straßenverkehr abzusichern. „Dank der Zusammenarbeit im Projekt, wo alle Beteiligten ihre jeweilige spezialisierte Expertise eingebracht haben, erreichen wir in den Testszenarien heute ein Niveau an Komplexität, die so mit keiner anderen verfügbaren Technologie auf dem Prüfgelände umgesetzt werden kann“, erklärt Konsortialleiter Felix Kocksch vom Dekra Lausitzring. 

Zur Erläuterung heißt es in einer Mitteilung zum Abschluss des Pilotprojektes: “Im reproduzierbaren Testablauf wird ein Schwarm von Objekten punktgenau orchestriert. Das können mit Fahrrobotern ausgestattete Serienfahrzeuge sein, aber auch selbst fahrende Plattformen, die mit verschiedenen Soft-Targets beispielsweise Fußgänger, Radfahrer oder weitere Fahrzeuge simulieren. Das Fahrzeug, das getestet wird, befindet sich mitten in diesem Schwarm und wird in komplexe Situationen gebracht, auf die die automatisierten Funktionen jeweils richtig reagieren müssen.” Felix Kocksch führt aus: „Testszenarien können heute dank der im Projekt entwickelten Technologie mehrere Phasen wie Folgefahrten, Überholvorgänge und Neuordnungen des Schwarms umfassen, sodass nun durchgängige Testläufe über mehrere Minuten und über unterschiedliche Teststrecken umsetzbar sind.“ Im Projekt wurde dies in einem dreiminütigen Szenario über Hochgeschwindigkeits-Oval und Handlingkurs mit bis zu 90 km/h demonstriert. Der Test ist laut den Verantwortlichen unter anderem dazu geeignet, hochautomatisiertes Fahren mit Spurwechselfunktion abzusichern. Das Projekt habe bewiesen, dass es möglich sei, derartige Tests zentimetergenau und mit minimalen Reaktionszeiten so zu steuern, dass der Ablauf reproduzierbar werde. 

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Die Projektpartner zeigen sich zum Abschluss des Forschungsprojekts LAURIN​ zufrieden. Foto: Dekra

Das Dekra-Testareal am Lausitzring ist komplett digitalisiert und mit hochgenauer Vermessungstechnik ausgestattet, was die Erstellung “digitaler Zwillingsszenarien” möglich macht. Die Szenarien lassen sich nach Aussage der Dekra-Verantwortlichen leicht zwischen Realität und Simulation übertragen. Damit Testszenarien an nachweislich kritische „echte“ Situationen angelehnt sind, wurde im Projekt unter der Federführung von Projektpartner Fraunhofer IVI demonstriert, wie sich reale Unfallszenarien auf dem Testgelände rekonstruieren lassen. Dafür wurden sie auf der Datenplattform „mobilithek“ ausgewählt und für den Einsatz in den Testszenarien aufbereitet. Die Unfalltrajektorien wurden automatisiert analysiert und dafür passende Streckenabschnitte auf dem Testgelände identifiziert. Auch die Übertragung der Trajektorien an das Testequipment wie Robotiksysteme und selbst fahrende Target-Mover wurde automatisiert. Ein entscheidender Baustein hierfür ist die Software des Projektpartners Tracetronic. Projektpartner iMAR entwickelte im Rahmen des Projekts eine maßgeschneiderte Leitstandlösung, mit der die Objekte im Test zentral orchestriert und überwacht werden. 

Eine grundlegender Bestandteil des am Standort Lausitzring erprobten Gesamtsystems ist auch das 5G-Campusnetz. Die anforderungsgerechte Konfiguration der 5G-Infrastruktur realisierte der Projektpartner Smart Mobile Labs. „In Kombination mit den Teststrecken, dem Equipment und der Expertise von Dekra sind die verschiedenen Spezialkompetenzen und Projektbestandteile nun auf einzigartige Art und Weise gebündelt – ein handfester Mehrwert für die sichere Mobilität von morgen“, wirbt Konsortialleiter Felix Kocksch zum Abschluss des Forschungsprojektes LAURIN. 

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Die hochkomplexen Testszenarien stellen automatisierte Fahrfunktionen in Testszenarien vor maximale Anforderungen​. Foto: Dekra

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