Mehr und mehr chinesische Automarken fahren auf dem heiß umkämpften deutschen Automobilmarkt vor. Dabei hat sich BYD bereits fest etabliert und arbeitet kräftig am Ausbau des Händlernetzes. Aber auch Marken wie MG und Xpeng kommen mittlerweile auf Zulassungszahlen, die sich sehen lassen können. Aktuell haben sich bereits weitere große chinesische Player wie Geely und Chery in Stellung gebracht, um hierzulande mitzumischen. Und das scheint sich mittlerweile auch in deutschen Fuhrparks widerzuspiegeln, zumindest theoretisch, wie eine Umfrage im Auftrag des Mobilitätsdienstleisters MHC Mobility darstellt. Ihr zufolge können sich rund sechs von zehn Berufstätigen aus Unternehmen mit Firmenfahrzeugen in den nächsten drei Jahren chinesische Marken in der eigenen Flotte vorstellen; unter den Fuhrpark-Entscheidern sogar 79 Prozent. Nur 25 Prozent schließen das laut Umfrage aus, 17 Prozent sind unentschieden. Zudem zeigt sich ein Alterseffekt: Bei den 30- bis 39-Jährigen können sich 77 Prozent chinesische Fahrzeuge im Fuhrpark vorstellen, bei den 60- bis 69-Jährigen nur 42 Prozent. Als wichtigsten Grund für einen chinesischen Hersteller nannten 29 Prozent den Preis und die Gesamtbetriebskosten, 27 Prozent verweisen auf Technologie und Ausstattung, 19 Prozent auf die Elektro-Kompetenz der Hersteller. 20 Prozent sehen keinen dieser Gründe. Unter den Entscheidern steht der Punkt Technologie und Ausstattung mit 32 Prozent sogar an erster Stelle.
Gebremst wird der Wandel hingegen weniger vom Image. Vielmehr zeigt sich bei den Vorbehalten laut Umfrage ein klares Muster: Am häufigsten als Vorbehalt gegenüber chinesischen Fabrikaten wurden das Service- und Werkstattnetz (26 Prozent), politische Unsicherheit wie etwa Zölle (22 Prozent) sowie Datenschutz und IT-Sicherheit (20 Prozent) genannt. Darauf folgten die Ersatzteilversorgung (13 Prozent) und das Restwertrisiko (10 Prozent). „Die Frage ist offenbar nicht mehr, ob chinesische Fahrzeuge in deutsche Fuhrparks kommen, sondern unter welchen Bedingungen. Die Marke allein entscheidet nicht mehr. Entscheidend ist, ob das Fahrzeug seine Aufgabe erfüllt, ob die Kosten kalkulierbar sind und ob im Alltag alles funktioniert – von der Werkstatt bis zum Ersatzteil“, sagt Rainer Thies, CEO beim Auto-Abo-Anbieter MHC Mobility.
„Hauptsache das Auto ist gut“
Während ein BMW oder ein Audi früher noch als prestigeträchtig angesehen wurden, scheinen diese Ansichten zumindest der Umfrage zufolge verpufft zu sein. 43 Prozent der Befragten antworten auf die Status-Frage, was für sie ein BYD oder MG anstelle von Audi oder BMW als Dienstwagen persönlich bedeutet, mit: „Kein Problem, Hauptsache das Auto ist gut.“ Weitere 22 Prozent fänden es sogar spannend. Nur für 22 Prozent der Befragten aus Unternehmen mit Firmenfahrzeugen fühlt sich ein solcher Wechsel wie ein Abstieg an, 13 Prozent wäre er gegenüber Kunden und Kollegen sogar unangenehm. Für die Umfrage hat Omniquest im Auftrag von MHC Mobility im Juli 2026 rund 1.000 Berufstätige in Deutschland befragt. 62 Prozent von ihnen arbeiten in Unternehmen, in denen Firmenfahrzeuge zur Verfügung stehen. Diese 615 Befragten sind die Basis für die Fragen zu chinesischen Herstellern; 54 Prozent von ihnen sind nach eigener Angabe an Entscheidungen über die Anschaffung von Firmenfahrzeugen beteiligt.
MHC Mobility ist ein europaweit tätiger Mobilitätsanbieter mit Sitz in Deutschland. Das Unternehmen ist laut eigenen Angaben in sieben Ländern aktiv und managt Presseinformationen zufolge eine Flotte von mehr als 50.000 Fahrzeugen. MHC Mobility ist Teil der Mitsubishi HC Capital UK PLC, einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft der Mitsubishi HC Capital Inc., einer Finanzgruppe mit einem Vermögen von eigenen Angaben zufolge rund 57 Milliarden Pfund.