Auftakt für die Wintertestsaison bei auto motor und sport (Ausgabe 19/2025) mit einer ganz speziellen Versuchsanordnung: Neben den fünf AT-Gummis für den Winter fuhren in den vielfältigen Fahrprüfungen zum Vergleich auch je ein sommeroptimiertes Profil (Goodyear Wrangler All-Terrain Adventure) sowie ein eher auf den Straßeneinsatz ausgelegter SUV-Reifen (Continental CrossContact H/T) mit. Für das Septett ging es neben klassischen Tests auf nasser, trockener und verschneiter Piste auch auf typische Offroad-Untergründe wie Matsch, Schotter und Erde. Als Testdimension diente die Reifengröße 255/55 R18, wobei zudem einige Einheiten mit der Größe 235/55 R18 absolviert wurden. Diese nachgelagerten Tests dienten nach ams-Angaben „zur Darstellung der konzeptionellen Reifenunterschiede und deren Sicherheitsrelevanz”. Konkret wurde der beste Ganzjahres-AT des Tests – der General Grabber AT3 – mit einem ebenso ganzjahresgeeigneten Alltags-Allwetterreifen und einem Standard-Sommerreifen der gleichen Herstellergruppe – im vorliegenden Fall die Conti-Modelle AllSeason Contact 2 und PremiumContact 7 – auf gewöhnlichem Asphalt verglichen.
Je nach Disziplin wurden die Kandidaten dafür auf unterschiedlichen Testfahrzeugen montiert. Zum Einsatz kamen unter ein Tiguan sowie ein Atlas aus dem Hause VW, während zur Traktionsmessung im Schlamm ein Toyota Hilux mit starrer Hinterachsdifferenzialsperre genutzt wurde. Zur Beurteilung des Grips und der Fahrsicherheit im Winter fiel die Wahl auf einen Seat Tarraco. Entsprechend der umfangreichen Anordnung und der besonderen Bedeutung der Offroad-Resultate, liefert der ams-Test zwei Ergebnistabellen: Eine Gesamtwertung (siehe unten) und eine reine Offroad-Beurteilung.
Der Falken Wildpeak A/T AT 3 WA („beste Allround-Eigenschaften und beste Gesamtperformance On-/Offroad”) hat in beiden Wertungen die Nase vorn und sichert sich somit den Testsieg. Insgesamt „sehr gut” ist ferner auch der General Grabber AT3 („Allseason-Testsieger aufgrund weit überdurchschnittlicher Wintereigenschaften”), während sich der Bridgestone Dueler All-Terrain A/T002 („Offroad und auf Schnee weniger stark”; „auf Asphalt recht sicher unterwegs”) und der Loder AT1 („exzellente Wintereigenschaften”, „auf nassen und trockenen Straßen viel zu wenig Grip”) jeweils das Prädikat „gut” sichern. Für den BF Goodrich All-Terrain T/A KO2 („überzeugt Offroad und auf Schnee”; „bei Nässe wenig Grip”) reicht es derweil nur zu einem „befriedigend”, wobei der Pneu in Sachen reiner Offroad-Qualitäten klar zu den besten zählt. In Kürze sollen zudem die ersten Exemplare seines Nachfolgers All-Terrain T/A KO3 in den Handel rollen.
Alles in allem bilanziert Thiemo Fleck: „Es gibt kaum Vernunftgründe, die für AT-Reifen sprechen. Außer eben der Optik, die halt einen Hauch von Abenteuer verspricht. Und außer etwas mehr Traktion und Robustheit, wenn man mal ins Gelände fährt, was allerdings nur selten legal möglich ist. Wer partout einen AT-Reifen will, hat mit diesem Test die Chance, den zu wählen, der am besten zu seinem persönlichen Einsatzprofil passt.” Zu einam ähnlichen Fazit war im Frühjahr auch der ADAC bei seinem AT-Reifentest gelangt.
AT-Reifentest auto motor und sport, Dimension 255/55 R18
| Modell | Schnee¹ | Nass | Trocken | Offroad² | Umwelt | Bewertung |
| Falken Wildpeak A/T AT 3 WA | 7,7 | 8,4 | 7,8 | 9,0 | 7,1 | 8,0 - sehr gut |
| General Grabber AT3 | 9,6 | 7,7 | 7,2 | 8,6 | 8,0 | 8,0 - sehr gut |
| Bridgestone Dueler All-Terrain A/T002 | 6,2 | 7,6 | 8,7 | 7,8 | 7,1 | 7,8 - gut |
| Loder AT1 | 10,0 | 6,2 | 6,2 | 8,0 | 7,7 | 7,3 - gut |
| BF Goodrich All-Terrain T/A KO2 | 9,6 | 6,0 | 5,5 | 8,7 | 6,4 | 6,9 - befriedigend |
| Continental CrossContact H/T | –³ | 10,0 | 9,1 | 5,5 | 10,0 | –³ |
| Goodyear Wrangler All-Terrain Adventure | –³ | 7,2 | 7,9 | 8,5 | 8,3 | –³ |
¹jeweils 10 Punkte möglich, Gewichtung Schnee: 20 Prozent, Nass/Trocken je 30 Prozent und Offroad/Umwelt je 10 Prozent
²Gewichtung in der Offroad-Wertung Schlamm/Schotter je 35 Prozent, Erdtraktion 30 Prozent
³kein wintertauglicher Reifen, daher ohne Wertung