Verkauf an Falkensteg-Tochter RHB-Industries

Auch der Standort Rheinböllen hat keine Zukunft im Aumovio-Verbund 

Aumovio RheinböllenOperiert künftig unter dem Dach von RHB-Industries: der aktuell noch zu Aumovio gehörende Standort Rheinböllen.  Foto: Aumovio

Neuer Eigentümer des Standorts ist die eigens für den Deal gegründete Falkensteg-Tochtergesellschaft RHB-Industries. Gemeinsam mit Aumovio hat diese nach Aussage der Verantwortlichen frühzeitig den Austausch mit den Sozialpartnern gesucht. In diesem Zuge wurde bereits eine tarifliche Regelung zur Überleitung der Beschäftigungsbedingungen abgeschlossen. Hinter RHB-Industries steht ein Team der Transformationsberatung Falkensteg, die sich auf die Automobilindustrie spezialisiert hat. RHB-Industries wird den Standort inklusive aller Vermögenswerte erwerben und die insgesamt rund 320 Personen umfassende Belegschaft übernehmen. „Der Standort Rheinböllen ist für uns ein Schlüsselbaustein. Die hohe Qualifikation des Teams und die belastbare Fertigungsbasis geben uns die ideale Ausgangslage, um das Werk zukunftssicher aufzustellen“, sagt Alexander Dietel, Partner bei Falkensteg 

Im Rheinböllener Werk produziert Aumovio Bremssättel und elektrische Parkbremsen sowie autonome, mobile Roboter. Laut Aumovio-Mitteilung plant RHB-Industries, vor Ort eine Auftragsfertigung im Bremsenbereich einzuführen, um laufende Serienprojekte zu unterstützen. Dieses Modell sichere vorerst ein verlässliches Produktionsvolumen und schaffe „Stabilität und Orientierung für die Belegschaft”. „Damit der Standort eine belastbare Zukunftsperspektive erhält, müssen wir ihn in einem überschaubaren Zeitraum für zusätzliche Märkte öffnen. Die Erfahrung mit sicherheitskritischen Komponenten und einer ausgeprägten Prozessdisziplin prädestiniert den Produktionsstandort insbesondere für Anwendungen in den Bereichen Defense, bremsennahe Anwendungen, Contract Manufacturing Robotik und Prozessindustrie (Großwärmepumpen). Auf dieser Basis wollen wir die vorhandene Bremsenkompetenz gezielt weiterentwickeln“, führt Dietel aus. Für die Aktivitäten rund um Roboter sucht der neue Eigentümer derweil einen strategischen Investor, der Technologie, Know-how und Teile der Mitarbeitenden übernimmt.

„Effizienteres operatives Geschäft”

Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der üblichen Bedingungen und Genehmigungen und wird voraussichtlich Mitte des Jahres abgeschlossen. Über den Kaufpreis haben die Beteiligten Stillschweigen vereinbart. Aumovio sieht in dem geplanten Verkauf einen weiteren Beitrag zu dem Vorhaben, „die Anzahl der Produktionsstandorte auf einem Niveau zu konsolidieren, welches eine effiziente Marktdurchdringung nachhaltig unterstützt”. Diesbezüglich wurde der Zulieferer unter anderem bereits in Italien sowie in Belgien aktiv. Im Zuge der Bilanzpressekonferenz im März gab CEO Philipp von Hirschheydt zudem die Schließung zweier Standorte in Litauen und China bekannt. Zur jüngsten Vereinbarung teilt der Aumovio-CEO mit: „Mit dem Verkauf fokussieren wir uns auf ein Geschäft, das langfristig wettbewerbsfähig ist. Wir stärken unser Kerngeschäft und gestalten unser operatives Geschäft effizienter.“

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