Halbjahresumfrage des ZDK

Auftragslage bei Werkstätten stabil bis steigend

ZDK Umfrage Werkstatt AdobeStock DC StudioLaut ZDK bleibt das Werkstattgeschäft ein Stabilitätsfaktor der Branche.  Foto: DC Studio - stock.adobe.com

Als Grund für diese in der Branche ungewöhnlich positive Stimmung sieht der Verband die Zurückhaltung der Menschen bei der Anschaffung von Neufahrzeugen: Statt eines Neukaufs würden viele auf die Pflege und Instandhaltung ihres Bestandsfahrzeugs setzen. Somit würden die immer älter werdenden Fahrzeuge das Servicegeschäft ankurbeln. Detlef Peter Grün, Vorsitzender des Zentralverbands des Kraftfahrzeughandwerks (ZVK) und gleichzeitig ZDK-Vizepräsident sowie Bundesinnungsmeister des Kfz-Handwerks, erklärt hierzu: „Reparatur und Wartung sichern derzeit die wirtschaftliche Substanz vieler Betriebe. Wenn Neuanschaffungen geschoben werden, rückt das vorhandene Fahrzeug wieder stärker in den Mittelpunkt. Unsere Werkstätten beweisen dabei täglich ihre Kompetenz und Kundenbindung. Das gibt der Branche Halt.“

Trotz des positiven Gesamttrends fällt jedoch auf, dass mit 43 Prozent fast die Hälfte der Betriebe die aktuelle Geschäftslage schlechter als zu Jahresbeginn bewerten, 44 Prozent erwarten einen geringeren Umsatz. 20 Prozent schätzen diesen Aspekt optimistischer ein. Zur besseren Einordnung der Ergebnisse lohnt ein Blick auf die Größe der Betriebe, denn: „Je kleiner der Betrieb, desto optimistischer die Einschätzung zum Servicegeschäft“ schlussfolgert der Verband. Insgesamt zeigen sich 39 Prozent der Betriebe mit bis zu 15 Beschäftigten in puncto Auftragslage bei Reparaturen und Wartungen mit den Antworten „besser“ oder „eher besser“ positiv. Bei den mittleren (16 bis 50 Beschäftigte) und größeren Unternehmen (mehr als 50 Beschäftigte) sind dies nur 25 bzw. 24 Prozent. Demgegenüber stehen 17 Prozent der kleineren Betriebe, die die Auftragsentwicklung als „schlechter“ oder „eher schlechter“ einschätzen. Bei den mittleren Unternehmen sind die 20 Prozent, bei den größeren 25 Prozent.

Bewertung der Regierungsarbeit ebenfalls „solide“

„Trotz einer Vielzahl bislang noch unerledigter Politikvorhaben ist eine Mehrheit der Betriebe zufrieden mit dem Start der schwarz-roten Regierungskoalition“, formuliert der ZDK in seiner Mitteilung. So hätten 60 Prozent der Befragten die bisherige Arbeit der Bundesregierung als „befriedigend“, „gut“ oder „sehr gut“ bewertet. Auffallend dabei ist, dass 79 Prozent der größeren, aber nur 52 Prozent der kleineren Betriebe eher positiv sehen. „Viele Betriebe sehen den Kurs der Bundesregierung bislang verhalten positiv. Doch gerade kleinere Unternehmen spüren wirtschaftlich und strukturell oft stärker, wo Versprechen noch nicht eingelöst sind“, so Grüns Einschätzung. Er sieht in den Umfrageergebnissen ein „ein deutliches Signal, dass die Politik näher an die betriebliche Realität rücken muss“.

Ähnliche Artikel

ZDK_Vier-Länder-Treffen 2024
27.09.2024, 13:32 3 Min.
Forderungskatalog an politische Handlungsträger
„Münchener Erklärung“ der Kfz-Verbände
Kfz-Gewerbe Werkstatt
15.02.2024, 16:53 6 Min.
Umsatzwachstum im Kraftfahrzeuggewerbe
Markt
Arndt Hürter, ZKF
22.10.2025, 09:24 4 Min.
ZKF kritisiert Datengrundlage und wirbt für differenzierte Betrachtung 
GDV-Untersuchung zu steigenden Reparaturkosten
99_automotive_insights_podcast
09.10.2025, 17:24 1 Min.
Der "Autogipfel", die Reifentest-Bilanz und Neues aus dem Commercial-Segment
Podcast-Episode #99