Die zugrundeliegende Auseinandersetzung betraf einen Gewährleistungsfall rund um eine Bremskomponente, die Aumovio – noch als ehemalige Automotive-Division von Continental – für BMW produziert hatte. Der nun vereinbarte Vergleichsbetrag übertrifft die bisher von der Aumovio Germany GmbH gebildeten Rückstellungen in Höhe von 54 Millionen Euro deutlich. Geplant sind Unternehmensangaben zufolge zwei Teilzahlungen im dritten und vierten Quartal 2026. Mit einer bilanziellen Auswirkung des Vergleichs rechnen die Aumovio-Verantwortlichen allerdings bereits im zweiten Quartal: Erwartet werden nun ein bereinigter Umsatz von 4,24 Milliarden Euro und ein bereinigtes EBIT von 50 Millionen Euro. Zuvor wurde der bereinigte Umsatz bei rund 4,31 Milliarden Euro erwartet, das bereinigte EBIT bei 152 Millionen Euro. Unberührt bleibe hingegen der normalisierte freie Cashflow, der für das zweite Quartal 2026 voraussichtlich -34 Millionen Euro betragen wird. Details soll die finale Halbjahresbilanz liefern, die am 6. August vorgelegt wird.
Lieferung des Integrierten Bremssystems MK C2 wird ausgedehnt
Mit der Beilegung des Bremsenstreits geben Aumovio und BMW zugleich eine „Stärkung ihrer Geschäftsbeziehungen” bekannt. Demnach werde die bestehende Technologiepartnerschaft auf Serienprojekte für hochmoderne Bremstechnologien sowie Elektroniklösungen ausgedehnt. Dazu zählen unter anderem das integrierte Bremssystem MK C2 sowie Komponenten und Systeme wie Bremssättel und weitere elektronische Steuerungslösungen für künftige Fahrzeugplattformen. Für das One-Box-Bremssystem MK C2, das laut Herstellerangaben Hauptzylinder, Bremskraftverstärker sowie Regelungsfunktionen wie ABS und elektronische Stabilitätskontrolle in einem Modul vereint, wurde eine Ausweitung der Serienlieferungen bis Mitte der 2030er-Jahre vereinbart.
„Die Vereinbarung mit der BMW Group ist für uns ein wichtiger Schritt zur Stärkung unserer Geschäftsbeziehungen. Sie zeigt das Vertrauen in unsere innovative Bremstechnologie und ist zugleich Ansporn für uns, die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen unseren Unternehmen voranzutreiben und gemeinsam die Zukunft der Mobilität zu gestalten", sagt Philipp von Hirschheydt, CEO von Aumovio. Das kombinierte geplante Auftragsvolumen liegt bei über einer Milliarde Euro.