Verschlankungsstrategie

Aumovio schließt Verkauf des Standorts Mechelen an Dumarey Group ab

Die Dumarey Group übernimmt das Aumovio-Werk in Mechelen und seine rund 300 Mitarbeitenden.   Foto: Aumovio

Der im April angekündigte Verkauf des Werks in Mechelen ist Teil der Aumovio-Strategie zur Verschlankung und effizienteren Ausrichtung der globalen Fertigungsstruktur. „Die Produktion an sich verändernde Marktbedingungen anpassen", lautet das offizielle Begründungs-Wording aus der Unternehmenszentrale in Frankfurt. Die Dumarey Group ihrerseits baut mit der Akquisition ihre Präsenz in Europa aus und erweitert ihr Portfolio eigenen Angaben zufolge um zusätzliche technische Kompetenzen. Mit seiner Expertise, der qualifizierten Belegschaft und der hohen Produktqualität passe der Standort laut Konzernführung hervorragend zum diversifizierten und branchenübergreifenden Geschäftsmodell der Gruppe. Guido Dumarey, Vorsitzender und Gründer der Dumarey Group, sagt zur Übernahme: „Wir sind stolz darauf, die Mitarbeitenden am Standort Mechelen in der Dumarey Group willkommen zu heißen. Ihr Know-how und ihr Engagement bilden eine starke Grundlage für die künftige Entwicklung. Auf dieser Expertise wollen wir aufbauen, in neue Möglichkeiten investieren und nachhaltiges Wachstum für den Standort schaffen. Gleichzeitig arbeiten wir mit Aumovio während des Übergangs und der Auftragsfertigungsphase weiter eng zusammen.“

Die 1983 gegründete Dumarey Group fertigt unter anderem Systeme und Komponenten für Fahrzeuge und Industrieanwendungen. Im Portfolio finden sich Technologien von Fahrzeugantrieben und Steuerungssystemen bis hin zu Dual-Fuel-Wasserstoffmotoren und Energiespeicherlösungen. Die Gruppe betreibt zehn Standorte in Europa, Amerika und Asien erwirtschaftet eigenen Angaben zufolge einen Jahresumsatz von rund 750 Millionen Euro. Aumovio-CEO Philipp von Hirschheydt sieht im Verkauf des Standortes Mechelen einen wichtigen Fortschritt in der Umsetzung der ausgerufenen Strategie realisiert. „Gleichzeitig stellen wir eine verantwortungsvolle und zukunftsorientierte Lösung für unsere Mitarbeitenden sicher. Mit Dumarey haben wir einen starken und erfahrenen Partner gefunden, um den Standort weiterzuentwickeln“, so von Hirschheydt.

Aumovio will auch sein Geschäft für Scheibenwaschanlagen und Reinigungssysteme an die Münchener Industrieholding Certina Group übergeben. Diese soll Produktion, Forschung und Entwicklung sowie alle Mitarbeitenden und Geschäftsaktivitäten bis Ende 2026 übernehmen. Der Verkauf unterliegt noch den üblichen Bedingungen, zum Kaufpreis werden keine Angaben gemacht. Dieser Geschäftsbereich von Aumovio hat seinen Hauptsitz in Adršpach, ist vollständig in der Tschechischen Republik angesiedelt und beschäftigt insgesamt rund 700 Mitarbeitende. 

Im September 2025 ging Aumovio als Spin-off aus dem ehemaligen Automotive-Gruppensektor von Continental hervor. Der Automobilzulieferer muss sich nun als eigenständiges Unternehmen im Markt mit seinen Sensorlösungen, Displays, Brems- und Komfortsystemen sowie seiner Expertise in Software, Architekturplattformen und Fahrerassistenzsystemen behaupten. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte Aumovio einen Umsatz von 18,5 Milliarden Euro, rund 82.000 Mitarbeitende erwirtschaften diesen an weltweit über 80 Standorten. Zu Beginn des Jahres hatte das Management im F&E-Bereich einen massiven Stellenabbau kommuniziert. Im Oktober 2025 schloss Aumovio mit der Mutares SE & Co. KGaA die Übernahme des italienischen Aumovio-Standortes in Cairo Montenotte ab, im Juli 2026 wurde der Verkauf des Aumovio-Standorts Rheinböllen vermeldet. Nach einem konzernweiten Umsatzminus im Geschäftsjahr 2025 läuft es auch im aktuellen Jahr für den Automobilzulieferer schleppend. Entsprechend verhalten fällt die Prognose der Konzern-Spitze aus: Der bereinigte Konzernumsatz werde in der Spanne zwischen 17,0 Milliarden Euro und 18,5 Milliarden Euro liegen, die bereinigte EBIT-Marge zwischen 3,5 Prozent und 5,0 Prozent.

Wie Continental und Aumovio verschiedene Zukünfte gestalten? Hier entlang.

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