Das abgelaufene Quartal stand bei den Hannoveranern ganz im Zeichen der in die Wege geleiteten Neuaufstellung. Dabei sieht CEO Nikolai Setzer den Konzern auf gute Wege, auch wenn die Schritte zunächst zu finanziellen Belastungen führen. Der Spin-off der ehemaligen Automotive-Sparte sowie die Veräußerung der Geschäftseinheit OESL an Regent sorgten für kumulierte Sondereffekte in Höhe von 1,1 Milliarden Euro. Diese resultierten laut Unternehmensangaben unter anderem aus Währungsumrechnungsdifferenzen infolge des Abgangs von ausländischen Tochtergesellschaften sowie aus dem Unterschiedsbetrag zwischen dem Nettovermögen von OESL und dem erwarteten Verkaufspreis.
Beim bereinigten operativen Ergebnis verzeichnete Continental ein Minus von 14,9 Prozent (565 Millionen Euro). Dies führt das Management jedoch auf eine Zahlung in Höhe von 125 Millionen Euro von Vitesco Technologies an Continental zurück, die das Vorjahres-EBIT deutlich positiv beeinflusst habe. Die bereinigte EBIT-Marge belief sich auf 11,4 Prozent (Q3 2024: 13,3 Prozent), der bereinigte Free Cashflow betrug 169 Millionen Euro (+8,0 Prozent). „In einem widrigen Marktumfeld arbeiten wir operativ und strategisch beständig daran, unsere Neuaufstellung im kommenden Jahr zu finalisieren“, betont Nikolai Setzer.
Dann ist auch die Trennung vom Geschäftsbereich ContiTech vorgesehen, der bis dahin jedoch weiter in der Continental-Bilanz auftaucht. Umsatztechnisch bewegte sich die Sparte im dritten Quartal mit rund 1,5 Milliarden Euro nahezu auf Vorjahresniveau, die EBIT-Marge konnte jedoch „aufgrund der ergriffenen Maßnahmen zur kurzfristigen Kostenreduzierung” auf 6,6 Prozent (+2,1 Prozentpunkte) angehoben werden. Auch bei Tires lag der Umsatz mit 3,5 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau, organisch ergab sich jedoch ein Plus von 3,6 Prozent. Derweil gab die bereinigte EBIT-Marge gegenüber dem dritten Quartal 2024 (14,6 Prozent) leicht nach (14,3 Prozent). Für positive Impulse sorgte das Pkw-Reifenersatzgeschäft in Nordamerika und Asien, während Wechselkurseffekte und Zölle auf Importe in die USA die Bilanz trübten. „Bei Tires, ContiTech und beim Free Cashflow haben wir uns im Vergleich zum zweiten Quartal dieses Jahres deutlich gesteigert”, resümiert der Continental-Finanzvorstand Roland Welzbacher. „Mit Blick auf das letzte Quartal des Jahres streben wir insbesondere beim Cashflow sowie auch bei ContiTech weitere Verbesserungen an. Unsere hohe Kostendisziplin wird uns dabei ebenso helfen wie eine voraussichtlich leicht verbesserte Industrienachfrage.“
Aumovio meldet Umsatzrückgang und bestätigt Finanzziele
Parallel zu Continental hat auch Aumovio seine Finanzkennzahlen für das erste Quartal als eigenständiges Unternehmen vorgelegt. Der bereinigter Konzernumsatz von Juli bis September betrug 4,5 Milliarden Euro (-6,4 Prozent), das bereinigte EBIT lag bei 150 Millionen Euro (-30,2 Prozent). Letzteres entspricht einer bereinigten EBIT-Marge von 3,3 Prozent (-1,2 Prozentpunkte). Aumovio-CEO Philipp von Hirschheydt sieht das Unternehmen dennoch auf dem richtigen Kurs: „Wir vertrauen in unsere Strategie, in unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie in unsere Fähigkeit, die Zukunft der Mobilität zu gestalten. Unser aktives Portfoliomanagement und die fortgesetzte Umsetzung von Effizienzprogrammen bleiben die wichtigsten Faktoren für unsere Widerstandsfähigkeit und unseren zukünftigen Erfolg.”
Mit Blick auf die Aussichten im letzten Quartal haben die Verantwortlichen die Finanzziele für 2025 präzisiert und die Umsatzprognose auf eine Spanne zwischen 18,0 und 19,0 Milliarden Euro eingegrenzt. Die bereinigte EBIT-Marge wird aller Voraussicht nach am oberen Ende des zuvor kommunizierten Zielkorridors von 2,5 bis 4,0 Prozent liegen. Unverändert bestehen bleibt daher auch das langfristige Ziel von Aumovio: Mehr als 24 Milliarden Euro Jahresumsatz und eine bereinigte EBIT-Marge zwischen 6,0 und 8,0 Prozent. „Mit unserer soliden finanziellen Basis und den starken Ergebnissen blicken wir zuversichtlich nach vorne. Wir bestätigen – und präzisieren – unsere Finanzziele für das bereinigte EBIT am oberen Ende der Spanne. Ich freue mich darauf, den erfolgreichen Weg von Aumovio mitzugestalten“, so die überzeugte Aumovio-Finanzvorständin Jutta Dönges.