Zum vorläufigen Insolvenzverwalter in dem Verfahren – das neben der Autohaus Gotthard König GmbH auch ihre 100-prozentige Tochtergesellschaft Autohaus König GmbH betrifft –, wurde der Berliner Rechtsanwalt Dr. Rainer Eckert bestellt. „Trotz intensiver Bemühungen aller Beteiligten, Geschäftsführung, Gesellschafterfamilie, Kreditgeber und Herstellerpartner, ließ sich eine Lösung außerhalb der Insolvenz zuletzt nicht mehr erreichen”, teilt Eckert mit. Auch ein vorläufiger Gläubigerausschuss wurde eingesetzt, dem Vertreterinnen und Vertreter von Euler Hermes Deutschland, der Bundesagentur für Arbeit, der Renault Deutschland AG sowie der Stellantis Bank S.A. Niederlassung Deutschland angehören. Als Leiterin Personal bei der Autohaus Gotthard König GmbH wurde zudem Agnieszka Sterkel in das Gremium bestellt. Wie die Welt berichtet, wurden die Beschäftigten per „Hausmitteilung” über die Situation unterrichtet.
Als Ursache für die eingetretene Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens werden seitens der Kanzlei Eckert aus ähnlichen Fällen der jüngeren Vergangenheit bekannte Faktoren aufgeführt: Die Transformation vom Verbrenner zum Elektroantrieb, ein spürbar gewachsener Wettbewerbsdruck durch neue Marktteilnehmer sowie ein insgesamt stagnierendes Neuwagengeschäft hätten zur finanziellen Schieflage des Autohauses beigetragen. Der vorläufige Insolvenzverwalter betont jedoch: „Alle Beteiligten sind sich einig, dass eine Restrukturierung im Rahmen des (vorläufigen) Insolvenzverfahrens eine Perspektive für die Fortführung des Unternehmens bietet.“ Zuversichtlich stimme Eckert ferner „die konstruktive Haltung der Herstellerpartner”. Mit Renault und Stellantis liefen demnach Gespräche zur Ausgestaltung der Zusammenarbeit während des Verfahrens sowie zur Fortsetzung der Handelspartnerschaften.
Erhalt von Standorten und Arbeitsplätzen als klares Ziel
Für Kundinnen und Kunden soll sich zunächst nichts ändern: Verkauf, Werkstätten, Ersatzteilversorgung und Serviceleistungen an allen 84 Standorten werden im gewohnten Umfang fortgeführt. „Laufende Aufträge, Reparaturen und Fahrzeugbestellungen werden planmäßig bearbeitet”, versichern die Verantwortlichen. Für Kundinnen und Kunden, die bereits Anzahlungen geleistet haben, bemühen sich die Geschäftsführung und der vorläufige Insolvenzverwalter nach eigenen Angaben gemeinsam mit den Herstellerpartnern um individuelle Lösungen. Die Gehälter der rund 1.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind derweil im Rahmen des vorläufigen Verfahrens gesetzlich abgesichert. Für den Monat August werden die Löhne rückwirkend über das Insolvenzgeld nachgezahlt. Ziel des Insolvenzverfahrens ist die nachhaltige Restrukturierung und Fortführung des Unternehmens sowie der Erhalt möglichst vieler Standorte und Arbeitsplätze. „Wir haben bis zuletzt intensiv um eine Lösung außerhalb der Insolvenz gerungen. Der eingeschlagene Weg über das Verfahren gibt uns jetzt die Grundlage, eine geordnete und klare Struktur für unser Unternehmen zu schaffen – im Schulterschluss mit unseren Herstellerpartnern und für unsere Kundinnen und Kunden“, wird die Geschäftsführung der Autohaus Gotthard König GmbH in einem Schreiben der Kanzlei Eckert zitiert.
Das Autohaus König ist laut eigenen Angaben der größte Renault-Händler Deutschlands und erster deutscher Dacia-Händler. Insgesamt finden sich zwölf Pkw- und sechs Zweirad-Marken im Portfolio des Unternehmens. Auch mit dem Stellantis-Konzern pflegt der Händler enge Beziehungen und feierte erst im Juni dieses Jahres die Einführung der Marke Opel am Standort Greiz. Ende vergangenen Jahres nahm König zudem Fahrzeuge von BYD in sein Programm auf. Die Eröffnung des neuen BYD-Standorts in Gosen erfolgte Anfang April 2026. Zuletzt befand sich das Unternehmen auf Expansionskurs und gab etwa zu Beginn des Jahres die Übernahme des insolventen Autozentrum Treskow in Brandenburg bekannt. Die insgesamt 84 König-Standorte verteilen sich auf Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern.