Verkauf modifizierter Unfallautos aus Nordamerika

Autohaus in Bad Dürkheim soll Teil eines Betrugs-Netzwerks sein 

AdobeStock_BetrugAuf mindestens 31 Millionen Euro beläuft sich der durch die Betrugsmasche verursachte Schaden.  Foto: pusteflower9024 - stock.adobe.com

Wie es in einem Tagesschau-Beitrag heißt, war die Razzia in Bad Dürkheim Teil der Aktion „Nimmersatt", die parallel in insgesamt zehn Ländern – darunter auch Spanien, Portugal und die Niederlande – stattfand. In Osteuropa erfolgten Durchsuchungen in Bulgarien, Rumänien, Ungarn, Estland, Lettland und Litauen. Litauen spielte bei dem Vorgehen des Netzwerks offenbar eine zentrale Rolle: Laut Vorwurf der Europäischen Staatsanwaltschaft wurden Schrott-Autos über ein Netzwerk von Scheinfirmen mit gefälschten Rechnungen aus den USA und Kanada importiert und nach nur geringfügigen Reparaturen in Litauen über – vermutlich involvierte – Autohändler in verschiedene Länder verkauft. Während die Fahrzeuge am Zoll mit deutlich zu niedrigen Werten angegeben wurden, wurden sie nach den erfolgten Arbeiten als unfallfrei oder professionell repariert deklariert. Der Tagesschau-Artikel nennt die Zahl von mindestens 16.500 Fahrzeugen im Wert von 144 Millionen Euro, die seit 2020 alleine aus Litauen verkauft worden seien. Die kumulierte Summe an nicht gezahlten Einfuhrzöllen und Mehrwertsteuer belaufe sich auf insgesamt rund 31 Millionen Euro, wobei der Schaden aktuell noch bewertet werde. 

Problematisch sind die Fahrzeuge laut Staatsanwaltschaft darüber hinaus auch für Käuferinnen und Käufer. „Bei den Reparaturen wurden zum Beispiel keine Airbags ersetzt oder andere schwerwiegende Mängel blieben unrepariert”, heißt es bei der Tagesschau. Bislang wurde im Rahmen der Ermittlungen eine zweistellige Anzahl an Verdächtigen festgenommen. Auch in Bad Dürkheim kam es dem SWR zufolge zu einer Festnahme. Das Autohaus ist seit vergangener Woche geschlossen, zuvor wurden laut Rheinpfalz-Bericht die Fahrzeuge vom Zoll abtransportiert. Über alle Länder hinweg wurden im Zuge der Aktion 116 Fahrzeuge im Wert von 2,3 Millionen Euro beschlagnahmt. Zudem wurde eine halbe Million Euro in bar sichergestellt und mehrere Bankkonten, die der Bande zugeordnet werden, eingefroren. 

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