Wie aus der Studie der DAT hervorgeht, ist die reale Nutzung des Automobils trotz angespannter Rahmenbedingungen weiter gestiegen: Die durchschnittliche Jahresfahrleistung liegt inzwischen bei über 13.000 Kilometern. Gleichzeitig geben 76 Prozent der Halter an, ihr aktuelles Fahrzeug möglichst lange weiterfahren zu wollen. Neuanschaffungen werden häufig aufgeschoben, um technologische Entwicklungen und politische Rahmenbedingungen abzuwarten.
Bei der Elektromobilität zeigt sich ein deutliches Spannungsfeld zwischen Interesse und Skepsis. Zwar haben rund 30 Prozent der Halter bereits Erfahrungen mit batterieelektrischen Fahrzeugen gesammelt und diese vielfach positiv bewertet, dennoch bremsen strukturelle Faktoren die Nachfrage. Für 72 Prozent kommt ein E-Auto ohne eigene Lademöglichkeit nicht infrage, ebenso viele sorgen sich um den späteren Wiederverkaufswert. Hinzu kommen Unsicherheiten zu Reparaturkosten und Batterielebensdauer. Entsprechend verhalten bleibt die private Nachfrage, und gebrauchte BEV spielen im Gebrauchtwagenmarkt bislang nur eine Nebenrolle. Letzteres dürfte sich auch durch das neue Förderprogramm der Bundesregierung nicht ändern, da dieses – zum Unmut zahlreicher Verbände und Branchenakteure – gebrauchte Stromer nach aktuellem Stand aussschließt.
Neue Marken aus China gewinnen derweil insgesamt zwar an Sichtbarkeit, stoßen jedoch weiterhin auf Zurückhaltung. Nur knapp ein Drittel der Halter kann sich den Kauf eines chinesischen Fahrzeugs vorstellen. Eine Mehrheit setzt nach wie vor auf etablierte Hersteller, wobei Bedenken zu Datenschutz, Ersatzteilversorgung und langfristiger Markenstabilität eine Rolle spielen. Für den Handel entsteht daraus Beratungsbedarf: Marktpotenzial ist vorhanden, verlangt aber intensive Informationsarbeit und Vertrauensaufbau.
Kaufpreis von Gebraucht- und Neuwagen steigt, Werkstattkosten auch
Der Gebrauchtwagenmarkt bleibt unterdessen ein stabiles Fundament. Für 80 Prozent aller Gebrauchtwagenkäufer war der Fahrzeugerwerb 2025 eine Notwendigkeit. Drei Viertel der Fahrzeuge werden über den Handel verkauft, freie Händler liegen inzwischen vor markengebundenen Betrieben. Der durchschnittliche Kaufpreis stieg auf rund 18.300 Euro. Finanzierungen gewinnen weiter an Bedeutung, Leasing bleibt im Gebrauchtwagensegment dagegen marginal. Im Neuwagengeschäft prägen dagegen stärker emotionale Faktoren das Geschehen. Mehr als die Hälfte der Käufer blieb ihrer Marke treu. Der durchschnittliche Kaufpreis überschritt 44.000 Euro. Der viel diskutierte Online-Direktvertrieb bleibt mit sieben Prozent Anteil ein Randphänomen. Elektrifizierte Modelle werden häufiger geleast, klassische Verbrenner eher finanziert oder bar bezahlt.
Deutlich spürbar ist der Kostendruck im Werkstattmarkt. Wartung und Reparatur sind seit 2020 um rund 30 Prozent teurer geworden. 2025 lagen Wartungsausgaben im Schnitt bei über 540 Euro, Reparaturen bei etwa 600 Euro. Gleichzeitig lassen viele Kunden nur noch unbedingt notwendige Arbeiten durchführen. Kritisch beurteilt werden Terminverfügbarkeit, Kommunikation und Kostentransparenz. Bei jüngeren Fahrzeugen treten zudem häufiger Softwareprobleme als Werkstattgrund auf.
Für den DAT-Report 2026 wurden im Auftrag der DAT durch das Marktforschungsinstitut NIQ GfK insgesamt 4.666 Personen zum Autokauf und zum Werkstattverhalten befragt. Für den Pkw-Kauf waren es 2.598 private Autokäufer (Face-to-Face-Interviews mit 1.292 Neuwagenkäufern und 1.306 Gebrauchtwagenkäufern). Die Bedingung lautete: Der Pkw-Kauf musste im Zeitraum März bis Oktober 2025 stattgefunden haben. Der Befragungszeitraum dauerte von Juli bis Oktober 2025. Für den Reparatur- und Wartungsbereich sowie das Werkstattverhalten wurden im Oktober letzten Jahres 2.068 Autofahrer bzw. private Pkw-Halter über einen Fragebogen via CAWI/Access-Panel befragt. Alle Stichproben sind gewichtet und daher repräsentativ für private Autokäufer und Pkw-Halter in Deutschland.