Wegen einer drohenden Zahlungsunfähigkeit hatte die Autolöwen GmbH bereits einen Insolvenzantrag gestellt. Eigenen Angaben zufolge habe sich die wirtschaftliche Situation des Unternehmens mit der Zeit zunehmend verschlechtert, unter anderem bedingt durch eine starke Kaufzurückhaltung sowohl bei Firmen- als auch bei Privatkunden. Um die Autohaus-Standorte sowie Arbeitsplätze zu retten, startete der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Markus Schuster daraufhin einen Investorenprozess. Nun teilte Schuster in einer Pressemitteilung mit, dass für die Mehrzahl der Standorte der insolventen Autolöwen GmbH keine Investorenlösung gefunden werden konnte. Daher wurde der Betrieb in Schwäbisch Hall, Öhringen, Ludwigsburg, Crailsheim und Heilbronn mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 1. Juli 2026 eingestellt und die Belegschaft den Angaben zufolge über die aktuelle Situation entsprechend informiert. Von den rund 150 verbliebenen Mitarbeitenden musste der Insolvenzverwalter rund 100 kündigen. Weitere rund 50 Mitarbeitende hätten zuvor Aufhebungsverträge geschlossen. Die von der Insolvenz betroffenen Standorte standen Schuster zufolge nicht im Eigentum der Autolöwen GmbH, sondern waren allesamt angemietet und sollen daher nun geordnet abgewickelt und an die Eigentümer übergeben werden. „Man sieht, dass wir trotz der kurzen Zeit, die uns zur Verfügung stand, erhebliche Anstrengungen unternommen haben, um die Autohäuser und die Arbeitsplätze zu sichern. Leider hat es diesmal nicht funktioniert. Die Schließung ist daher aus wirtschaftlichen Gründen nicht zu vermeiden“, erläuterte Schuster.
Gesteuert wurde der Investorenprozess von Nikolaus Röver von der Pluta Management GmbH, der eigenen Angaben zufolge mehr als 200 potenzielle Interessenten angeschrieben habe: „Mit 19 davon sind wir in nähere Gespräche eingestiegen, neun von ihnen legten ein Angebot vor oder äußerten konkreteres Interesse an einzelnen oder mehreren Standorten. Während Aalen erfolgreich übertragen werden konnte, kamen mögliche Lösungen für Crailsheim und Schwäbisch Hall nicht zustande, weil sich Vermieter und Interessent nicht einig wurden. In Öhringen zog sich der Interessent selbst zurück“, berichtet Röver. Der Standort Aalen mitsamt aller 33 Arbeitsplätze ging mit Wirkung zum 1. Juli 2026 an das Autohaus Widmann. Mit der Übernahme gehören Presseinformationen zufolge nun 15 Autohäuser und vier Vertriebsstützpunkte in den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen und Brandenburg zur Widmann-Gruppe. „Ich bin sehr zufrieden, dass uns in den konstruktiven Gesprächen so schnell eine Einigung mit der Widmann-Gruppe gelungen ist. Der Erhalt des Autohauses und der Arbeitsplätze ist eine gute Nachricht in diesem Verfahren“, sagt Insolvenzverwalter Markus Schuster.
Die Autolöwen GmbH war eine Autohausgruppe mit Standorten in Schwäbisch Hall, Ludwigsburg, Aalen, Crailsheim, Öhringen und Heilbronn und beschäftigte rund 180 Mitarbeitende. Das Unternehmen vertrieb Neu‑ und Gebrauchtfahrzeuge der Marken Peugeot, Citroën, Opel, Fiat, Fiat Professional, Alfa Romeo, Abarth und Jeep. Darüber hinaus bot das Unternehmen Service‑, Werkstatt‑ und Mobilitätsdienstleistungen an. Nach mehr als 30 Jahren im Automobilhandel musste es schließlich seine Pforten schließen.