Ein „klares Bekenntnis zu offenen Standards als Fundament für Innovation“, nennt es die Mercedes-Benz AG, als „der Schlüssel zu mehr Effizienz und Schnelligkeit“ bezeichnet es ZF. Und VDA-Geschäftsführer Dr. Marcus Bollig fasst zusammen: „Wir bauen gemeinsam ein zukunftsfähiges und leistungsstarkes Software-Ecosystem – offen, transparent und sicher.“ Ähnlich positiv zeigen sich auch die anderen neun Unterzeichner: BMW, Bosch, Continental, ETAS, Forvia, Qorix, Valeo, Vector und Volkswagen.
Da viele Softwarekomponenten im Fahrzeug nicht unmittelbar zur Differenzierung beitragen, sollen diese künftig in einem offenen, kollaborativen Ecosystem gemeinsam entwickelt werden. Grundlage bildet das S-Core-Projekt innerhalb der Eclipse Foundation, das eine transparente, herstellerunabhängige Entwicklungsumgebung bietet. Ein besonderer Fokus soll dabei auf funktionaler Sicherheit liegen: Ein eigens entwickelter Open-Source-Entwicklungsprozess bereitet die Zertifizierung nach automobilrelevanten Normen vor. Durch den „Code-First“-Ansatz – also die Bereitstellung ausführbarer Software statt reiner Spezifikationen – soll zudem die Standardisierung vorangetrieben und die Entwicklung beschleunigt werden.
Die erste einsatzfähige Software für Serienentwicklungen, etwa für Plattformen zum autonomen Fahren, soll bereits 2026 verfügbar sein. Das modulare System erlaubt individuelle Anpassungen und gibt OEMs und Zulieferern die Möglichkeit, sich auf kundenrelevante Funktionen zu konzentrieren. Dr. Christoph Grote, Senior Vice President Electronics and Software bei der BMW Group ist überzeugt, „dass integrierte Ökosysteme mit Open-Source-Plattformen und -Tools die Entwicklung von Mobilitätslösungen entscheidend vorantreiben. Ein gemeinsamer Code-First-Ansatz wird die Grundlage für Funktionsinnovationen in unseren zukünftigen Produkten sein. Wir setzen auf Eclipse S-Core als einen vielversprechenden Open-Source-Ansatz für unsere kommenden Projekte.“ Und Mike Milinkovich, Exekutivdirektor der Eclipse Foundation, konkretisiert: „Die Zusammenarbeit bei der Entwicklung sicherer und quelloffener Automobilplattformen ist ein entscheidender Faktor für die Automobilindustrie. Das Governance-Modell der Eclipse Foundation ermöglicht eine offene Zusammenarbeit zwischen OEMs, Tiers und Tech-Playern im Rahmen der Eclipse SDV Working Group. Wir sind uns des Vertrauens bewusst, das in uns als Betreuer einer solchen strategischen Initiative gesetzt wird, und nehmen die Herausforderung an, diese zu einem Erfolg zu machen.“