KÜS Trend-Tacho

Autoservice-Flatrates bleiben Nischenmodell

Ein "Geschäftsmodell mit Potenzial" sieht KÜS-Hauptgeschäftsführer Peter Schuler in Autoservice-Flatrates.  Foto: Maryna - stock.adobe.com (KI)

Zwar kann sich ein Teil der Autofahrer grundsätzlich vorstellen, Wartungs- oder Serviceleistungen über eine monatliche Flatrate abzurechnen, allerdings halten 62 Prozent der Befragten eine Autoservice-Flatrate für unattraktiv. Auch die Zahlungsbereitschaft ist klar begrenzt: 67 Prozent der potenziell Interessierten würden maximal 50 Euro pro Monat ausgeben, weitere 24 Prozent sehen eine Obergrenze zwischen 51 und 100 Euro. Noch deutlicher fällt der Blick auf die tatsächliche Nutzung aus. Nur 4 Prozent der Befragten haben bislang eine Service-Flatrate abgeschlossen. 7 Prozent nutzen eine Kundenkarte ihrer Werkstatt, 8 Prozent eine Garantieverlängerung. Auffällig ist, dass 43 Prozent angeben, keines dieser Angebote in Anspruch zu nehmen. Gleichzeitig offenbart die Umfrage Informationsdefizite auf Werkstattseite: 41 Prozent der Autofahrer wurden nach eigener Aussage noch nie aktiv auf vergünstigte Pauschal- oder Serviceangebote angesprochen.

Aus Sicht der Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger (KÜS) steckt darin dennoch Entwicklungspotenzial. Hauptgeschäftsführer Peter Schuler verweist darauf, dass Flatrate-Modelle für Kunden organisatorische Vorteile bringen können, etwa durch planbare Kosten und geringeren administrativen Aufwand. Er sagt: „Hier ist durchaus ein Geschäftsmodell mit Potenzial erkennbar. Eine Autoservice-Flatrate ist jedoch nur sinnvoll, wenn sie auch tatsächlich genutzt wird und alle Arbeiten ebenso sorgfältig ausgeführt werden wie beim Einzelauftrag.“

Die Ergebnisse zeigen zudem, dass sich Autoservice-Flatrates aktuell weniger als Massenmodell eignen, sondern eher als ergänzendes Kundenbindungsinstrument. Für Werkstätten ergibt sich daraus laut KÜS die Chance, gezielt bestimmte Zielgruppen, wie Vielfahrer oder Kunden mit älteren Fahrzeugen, anzusprechen. Gleichzeitig bestehe die Notwendigkeit, Nutzen und Inhalte solcher Angebote klar zu kommunizieren. Erhoben wurde der Trend-Tacho im Rahmen einer Mixed-Mode-Befragung mit 1.000 Pkw-Fahrern (300 telefonisch, 700 online). Zielgruppe waren Haushalte mit Mitverantwortung für Fahrzeugthemen, die Ergebnisse wurden anhand von KBA-Bestandsdaten gewichtet.

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