Die umsatzgewichtete Marge hingegen blieb mit 5,8 Prozent nahezu stabil, was auch aus den Spar- und Restrukturierungsprogrammen der Unternehmen resultiert. Während die Branche 2023 noch von einer erhöhten Nachfrage nach Fahrzeugen vor allem in Nordamerika und Europa profitieren konnte, reduzierte sich der weltweite Fahrzeugabsatz: Der Umsatz der OEMs sank von 1,77 auf 1,73 Billionen Euro. Einen Hauptgrund hierfür sieht die Studie in der unerwartet schwachen Nachfrage nach batterieelektrischen Fahrzeugen. So hatten beispielweise Akkuhersteller Einbußen von bis zu 41,5 Prozent zu verzeichnen.
Nach Einschätzung der Verantwortlichen der Studie geraten vornehmlich die klassischen Automobilnationen Deutschland, Japan und USA unter strukturellen Druck. Zwischen 2019 und 2024 verloren Japan fünf, die USA und Deutschland jeweils drei Zulieferer, die unter die Umsatzschwelle für das Top-100-Ranking von 3,37 Milliarden Euro fielen. Außerdem mussten 27 der 34 in den Top 100 vertretenen europäischen Unternehmen Umsatzverluste hinnehmen. In Japan waren sogar 20 von 22 Unternehmen betroffen. Im Gegensatz dazu gelingt es chinesischen Unternehmen, ihre Marktanteile weiter auszubauen. So schafften 2024 vier neue chinesische Zulieferer (Huawei, Huizhou Desay, Ningbo Tuopu und NBHX) den Sprung ins Ranking. Insgesamt wuchs der kumulierte Umsatz chinesischer Top-100-Zulieferer von 2019 bis 2024 um 139 Prozent. Auffällig dabei ist, dass sich viele der chinesischen Aufsteiger mit der Fertigung klassischer Komponenten zunehmend im globalen Wettbewerb behaupten können.
Positiv bewertet Berylls by AlixPartners, dass vornehmlich in Deutschland, China und den USA die Preise für wichtige Produktionsfaktoren wie Strom, Gas, Aluminium und Stahl zuletzt deutlich gesunken sind, was kurzfristig zu Entlastungen in der Kostenstruktur produzierender Unternehmen führen würde. Allerdings wächst gleichzeitig der Druck auf europäische Anbieter, da chinesische Wettbewerber ihre günstigen Kosten gezielt dazu nutzen, um vor allem in der Elektromobilität und Batterieproduktion in einen Preiswettbewerb zu treten. Aus diesem Grund schauen sich viele Zulieferer nach neuen Wachstumsfeldern jenseits des klassischen Automotive-Geschäfts um: 2024 kamen im Schnitt 17,5 Prozent des Gesamtumsatzes der Top-100-Zulieferer aus anderen Bereichen wie Heiz- und Klimatechnik, Industrieautomation, Robotik, Medizintechnik und nachhaltige Gebäudetechnologien.
In den Top 10 des Rankings finden sich mit Bosch (Platz 1), Continental (Platz 3) und ZF Friedrichshafen (Platz 6) wie schon 2023 drei deutsche Firmen. An hierzulande ansässigen Unternehmen im Top-100-Ranking vertreten sind außerdem Schaeffler (Rang 16, 2023: 29), Mahle (Rang 29, 2023: 26), Infineon (Rang 40, 2023: 43), Brose (Rang 42, 2023: 44), ThyssenKrupp Automotive (Rang 45, 2023: 65), Dräxlmaier (Rang 61, 2023: 62), Eberspächer (Rang 63, 2023: 55), Leoni (Rang 69, 2023: 71), Freudenberg (Rang 71, 2023: 68), Webasto (Rang 74, wie 2023), Knorr-Bremse (Rang 84, 2023: 81) und Mann+Hummel (Rang 86, 2023: 83).
Die Top 10 im Ranking sind:
- Bosch (Deutschland)
- Denso (Japan)
- Continental (Deutschland)
- Magna (Kanada)
- Hyundai Mobis (Südkorea)
- ZF Friedrichshafen (Deutschland)
- CATL (China)
- Aisin (Japan)
- Michelin (Frankreich)
- Forvia (Frankreich)