Ausbau der regionalen Batteriezellkompetenz

BMW und Encory nehmen Recycling-Standort in Betrieb 

Das neue Cell Recycling Competence Center (CRCC) von BMW wird von Encory realisiert und betrieben.Das neue Cell Recycling Competence Center (CRCC) von BMW wird von Encory realisiert und betrieben.  Foto: BMW

Im neuen Cell Recycling Competence Center (CRCC) kommt eine spezielle Version des sogenannten Direktrecyclings zum Einsatz, die Unternehmensangaben zufolge komplett in Eigenregie entwickelt wurde. Zu dem Verfahren wird in einer Mitteilung erläuternd ausgeführt: „Beim Direktrecycling können Reststoffe aus der Batteriezellfertigung bis hin zu ganzen Batteriezellen mechanisch zerlegt werden. Die Rohstoffe werden nicht komplett in ihren Ursprungszustand zurückverwandelt, sondern ‘direkt’ in den Kreislauf der Zellfertigung zurückgegeben. Dadurch entfällt beim Direktrecycling die bisher übliche, energieintensive chemische oder thermische Aufbereitung.”

Während das geistige Eigentum des Recyclingverfahrens vollständig bei der BMW Group liegt, wird das neue Kompetenzzentrum von der Encory GmbH aufgebaut und betrieben. Encory ist ein Joint Venture von BMW und der Interzero Group, das sich auf Logistik- und Beratungslösungen rund um die Rückholung, das Recycling und die Wiederaufbereitung von Fahrzeugkomponenten spezialisiert. Mit dieser Ausrichtung will Encory „die Kreislaufwirtschaft im Automotive-Bereich aktiv mitgestalten”, wie Oliver Horvat, Director Aftersales Sustainability Consulting, den Anspruch des Unternehmens im Interview mit Automotive Insights im Sommer auf den Punkt brachte. 

Die im CRCC gewonnenen Rohstoffe sollen künftig direkt in der Pilotfertigung von Batteriezellen im Kompetenzzentrum für Batteriezellfertigung in Parsdorf verwendet werden. Foto: BMW

„Vorreiter in der Industrie”

Für das neue Kompetenzzentrum nutzen BMW und Encory eine bestehende Halle in Salching (Landkreis Straubing-Bogen). Neben der Produktions- und Lagerfläche von etwa 2.100 Quadratmeter verfügt das Gebäude über knapp 350 Quadratmeter Büro- und Pausenräume sowie über Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach. Vor Ort werden etwa 20 Personen beschäftigt sein. Ihre Aufgabe ist es, das Direktrecycling-Verfahren in einem größeren Maßstab aufzubauen und stufenweise anzuwenden, sodass nach der vollständigen Inbetriebnahme jährlich Batteriezellmaterial im mittleren zweistelligen Tonnenbereich recycelt werden kann. „Mit unserem Direktrecycling sind wir Vorreiter in der Industrie. Diese Technologie hat ein großes Potential, die Batteriezellproduktion weiter zu optimieren“, ist Markus Fallböhmer, Leiter Batterieproduktion bei der BMW AG, überzeugt.

Sieht großes Potential in dem neuen Verfahren: Markus Fallböhmer, Leiter Batterieproduktion bei der BMW AG.
Sieht großes Potential in dem neuen Verfahren: Markus Fallböhmer, Leiter Batterieproduktion bei der BMW AG. Foto: BMW

Als mittelfristiger Schritt wäre es laut den BMW-Verantwortlichen denkbar, Zellhersteller zu befähigen, um das Direktrecycling erstmals in der Serienproduktion einzusetzen. Zunächst ist jedoch geplant, die im CRCC gewonnenen Rohstoffe künftig direkt in der Pilotfertigung von Batteriezellen im hauseigenen Kompetenzzentrum für Batteriezellfertigung (CMCC) in Parsdorf einzusetzen. Dortige Produktionsüberschüsse landen dann zum Recycling wieder in Salching. Drittes Standbein der Batteriezellstrategie von BMW ist das Battery Cell Competence Center (BCCC) im Norden Münchens. Dort werden Batteriezellen für zukünftige Generationen von Hochvoltbatterien entwickelt und in einer kleinen Zahl hergestellt. Zudem wird die beste Batteriezelle ausgewählt, um sie im Parsdorfer Cell Manufacturing Competence Center (CMCC) auf einer Pilotlinie in Richtung Serienprozess zu skalieren. 

Mit dem neuen Standort in Salching verfügt die BMW Group nun über drei Kompetenzzentren für Batteriezellen im Umkreis von etwas mehr als 100 Kilometern. Foto: BMW

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