In der Demo-Anlage soll die Technologie zur präzisen Pyrolyse von Altreifen optimiert werden, um Reifenöl und recycelten Industrieruß (rCB) aus Altreifen zu gewinnen und damit ein horizontales Reifenrecycling zu realisieren. Geplant ist eine Kapazität von 7.500 Tonnen Altreifen pro Jahr. Bridgestone geht damit einen weiteren Schritt in seiner sogenannten „Sowing New Seeds“-Initiative im Rahmen des Bridgestone Mid Term Business Plan (2024-2026) zur nachhaltigen Unternehmensentwicklung. Ziel von Bridgestone ist es, „bis 2050 als Unternehmen für nachhaltige Mobilitätslösungen weiterhin gesellschaftlichen und kundenorientierten Mehrwert zu bieten“, heißt es in der herausgegebenen Pressemitteilung. Dafür „verbindet Bridgestone seine Geschäftstätigkeiten mit der Förderung von Klimaneutralität, einer ganzheitlichen Kreislaufwirtschaft und positiven Umwelteinflüssen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Von der Produktion und dem Verkauf über die Nutzung der Produkte bis hin zur Wiederverwertung als Rohstoff strebt Bridgestone eine nachhaltigere Unternehmenszukunft an.“
Die neue Anlage soll auf der bereits erprobten Pyrolysetechnologie der Testeinheit im Bridgestone Innovation Park (BIP) in Kodaira City, Tokio basieren und zur Weiterentwicklung der Technologie zur industriellen Skalierung beizutragen, um eine kontinuierliche, stabile und qualitativ hochwertige Produktion von Reifenöl und recyceltem Industrieruß sicherzustellen. Gleichzeitig möchte der Hersteller Kenntnisse über Anlagenbetrieb und chemisches Recycling vertiefen und gleichzeitig Fachkräfte ausbilden.
Der Bau dieser Pilot-Anlage ist Teil eines Förderprogramms im Rahmen des „Green Innovation Fund Project“ der New Energy and Industrial Technology Development Organization (NEDO), durch das die Entwicklung chemischer Produktionsverfahren aus Altreifen unterstützt wird. Darüber hinaus ist das Projekt Teil einer Kooperation mit der Eneos Corporation. Der in der Anlage recycelte Industrieruß soll zur Entwicklung von Eco Carbon Black verwendet werden, das ähnliche Verstärkungseigenschaften wie herkömmlicher, aus Erdöl gewonnener Industrieruß aufweist. An diesem und ähnlichen Recyclingverfahren arbeitet Bridgestone bereits seit 2022, die BIP wurde 2023 eröffnet. Das gewonnene Reifenöl kann zu chemischen Produkten wie Butadien weiterverarbeitet werden, das als Rohstoff für synthetischen Kautschuk dient. Damit besteht die Möglichkeit, das Öl und den recycelten Industrieruß als Rohstoffe für neue Reifen wiederzuverwenden.