„Die Inbetriebnahme des Simulators ist ein wichtiger Schritt zur Steigerung der Effizienz und Nachhaltigkeit unserer Forschungs- und Entwicklungsprozesse und eröffnet gleichzeitig beispiellose Möglichkeiten zur Förderung von Innovationen“, sagt Mattia Giustiniano, Senior Vice President für Forschung und Entwicklung bei Bridgestone West. Der Simulator verfügt über eine große mobile Plattform mit einem Bewegungsbereich von fünf Metern und einem Cockpit aus Kohlefaser, wodurch der Fahrer in eine "hyperrealistische Umgebung eintaucht, die das Fahren in der realen Welt nachahmt". Laut Bridgestone-Angaben ermöglicht dieser Bewegungsbereich die Reproduktion von Kräften, die denen physikalischer Tests entsprechen. Die Kombination von High-Fidelity-Simulationen mit subjektivem Fahrer-Feedback und die Hinzunahme zurückliegender Forschungsdaten sowie von künstlicher Intelligenz soll Designentscheidungen verkürzen.
Wie auch andere Reifenhersteller will Bridgestone den Entwicklungsprozess noch stärker digitalisieren und damit Entwicklungszyklen beschleunigen. Mit dem Simulator kann Bridgestone eigenen Angaben zufolge eine deutlich größere Anzahl von Reifenspezifikationen als bei herkömmlichen physikalischen Tests in kürzerer Zeit und unter einer größeren Bandbreite von Bedingungen bewerten. Tests unter Realbedingungen werden künftig für die letzten Phasen der Reifenvalidierung reserviert. Der neue DiL-Simulator soll den Bedarf an physischen Reifenprototypen erheblich reduzieren. Durch seine Einführung sollen laut Hersteller jährlich bis zu 12.000 Versuchsreifen eingespart werden. Hilfreich wird die Integration des DiM500-Simulators in den digitalen Entwicklungsstrang auch hinsichtlich der Erstausrüstungsaktivitäten und der von Fahrzeugherstellern definierten Anforderungen.
Auch Nexen Tire hat in einen Dynamic Driving Simulator investiert und will seine Entwicklungsprozesse schrittweise auf weitestgehend virtuelle Prozesse umstellen. Continental verfügt bereits seit 2023 über einen Fahrsimulator. Pirelli hat ebenfalls im gleichen Jahr in Breuberg eine Einheit in Betrieb genommen.
Lest ein ausführliches Interview von Automotive Insights mit Ian Haigh von Ansible Motion zu den Potenzialen virtueller Reifenentwicklung. Haigh wirbt: "Durch DIL-Simulatoren haben Ingenieure die Freiheit, Ingenieure zu sein”.