„Ich möchte Christopher für seinen Beitrag zur Leitung unseres Nordamerika-Geschäfts und für die Schaffung einer soliden Grundlage für die zukünftige Entwicklung unserer Geschäftstätigkeit danken. Wir wünschen ihm alles Gute für seine zukünftigen Unternehmungen“, kommentiert Paolo Pompei in einer Stellungnahme. Als Teil des Board of Directors war Ostrander bis zum 29. August 2025 Vorsitzender des Investitionsausschusses von Nokian Tyres. Das aktuelle Board of Directors besteht aus den sieben Mitgliedern Elina Björklund, Susanne Hahn, Markus Korsten, Elisa Markula, Antti Mäkinen, Jouko Pölönen und Tom Adams.
Im Konzern vollzog sich in den letzten drei Jahren ein für die Branche in dieser Ausprägung exklusives Stühlerücken auf Management-Ebene. Im April nahm Timo Koponen seine Tätigkeit als neuer Finanzvorstand bei Nokian Tyres auf. Nokian-CEO Paolo Pompei, der nun interimsmäßig das Nordamerika-Geschäft zusätzlich verantwortet, steht unter Druck. Er soll Nokian zurück in eine maximale Profitibilität führen. Vor Aufgabe des Russlandgeschäfts bezeichnete sich Nokian selbst als profitabelster Reifenhersteller, mit einer angegebenen Ergebnismarge von über 20 Prozent. Der Grund hierfür war struktureller Natur, mit dem wichtigen Geschäft eben im russischen Markt. Das Reifenwerk nahe Sankt Petersburg produzierte in Spitzenzeiten rund 17 Millionen Pkw-Reifen im Jahr. Der für den Export bestimmte Anteil dieser Reifen wurde von den Werks-Verantwortlichen damals auf rund 70 Prozent beziffert. Nokian Tyres zählte zu den größten Konsumgüterexporteuren Russlands. Im Kern war das Geschäftsmodell also, zu russischen Kostenstrukturen zu produzieren und zu westeuropäischen Preisen im avisierten Qualitätssegment zu verkaufen. Der russische Überfall auf die Ukraine ließ dieses Modell kollabieren. Im neuen Werk im rumänischen Oradea wird zu deutlich anderen Kostenstrukturen als in der damaligen russischen Fabrik produziert. Die Margenrendite ist laut Analysten in den einstelligen Bereich gerutscht.