Auch das Jahr 2025 war für die in Dillingen/Saar ansässige Pyrum Innovations AG wieder ein sehr ereignisreiches: Während sich in finanzieller Hinsicht einiges getan hat, wurden zum Jahresende unter anderem Fortschritte bei den internationalen Projekten wie etwa in Griechenland vermeldet. Mit Blick auf die Jahresbilanz für 2025 schlagen sich diese Entwicklungen bislang jedoch nur bedingt nieder: Umsatzerlöse von 4,1 Millionen Euro bedeuten zwar eine Verdoppelung gegenüber 2024, die Zielgröße von 4,5 bis 6,5 Millionen Euro wird jedoch verfehlt. Positive Einflüsse hatten dabei Consulting-Dienstleistungen, auf die knapp die Hälfte des Umsatzes entfielen. Dass der angepeilte Korridor dennoch nicht erreicht wurde, begründen die Verantwortlichen um CEO Pascal Klein mit den im vierten Quartal ausgebliebenen Umsätzen mit recovered Carbon Black (rCB).
Letzteres führt Pyrum seit Kurzem unter der Bezeichnung TTB (ThermoTireBlack), während das Pyrolyseöl den Namen TTO (ThermoTireOil) trägt. „Hintergrund dafür ist, dass das auf dem Markt verfügbare rCB und das Thermolyseöl nicht durchgehend die gleichen Spezifikationen aufweisen. rCB besteht beispielsweise nicht nur aus rückgewonnenem Ruß, sondern enthält auch anorganische Zusatzstoffe aus den Reifen. Dadurch entstehen unterschiedliche Mischungen, die nicht für alle Anwendungen geeignet sind. Pyrums Produkte TTO und TTB werden im unternehmensinternen, patentierten Thermolyseprozess hergestellt und weisen ein genau definiertes Mischverhältnis sowie spezifische Eigenschaften auf, die sie von anderen Produkten am Markt unterscheiden und daher eine eindeutigen Bezeichnung benötigen”, heißt es dazu seitens des Unternehmens erläuternd. Inhaltlich und qualitativ blieben die Produkte unverändert.
Kapazitätserweiterung bleibt klares Ziel
Im Jahr 2025 hat sich die Gesamtleistung von Pyrum zudem auf rund 10,6 Millionen Euro reduziert (2024: 11,7 Millionen Euro). Damit lag diese Unternehmensangaben zufolge „erwartungsgemäß” im unteren Bereich der prognostizierten Spanne von 10 bis 15 Millionen Euro. Ebenfalls rückläufig waren die aktivierten Eigenleistungen (6,12 Millionen Euro; -32 Prozent) – vornehmlich aufgrund der größtenteils abgeschlossenen Inbetriebnahmearbeiten bei einem Großteil der Anlagenteile der Werkserweiterung in Dillingen –, während die sonstigen betrieblichen Erträge auf rund 2,98 Millionen Euro stiegen. Verantwortlich hierfür waren insbesondere Investitionszuschüsse in Höhe von 2,42 Millionen Euro für die Schaffung von Arbeitsplätzen in Dillingen. Nichtsdestotrotz war das Konzernjahresergebnis 2025 erneut deutlich negativ (-10,53 Millionen Euro).
Ungeachtet dieser Zahlen blickt Pyrum-CEO Pascal Klein gewohnt optimistisch in die Zukunft: „Mit der Gründung der Projektgesellschaften Suas reTire s.r.o. in Tschechien und UniPyrum in Deutschland sind wir in die nächste Projektphase eingetreten und setzen damit einen weiteren wichtigen Schritt zur Erweiterung unserer Produktionskapazitäten in den kommenden Jahren.” Für das erste Werk von UniPyrum in Emleben wurde kürzlich der Engineering-Vertrag unterzeichnet. Dieser umfasst das Genehmigungsverfahren sowie das Basic Engineering und bildet damit die Basis für die anschließende Umsetzungsphase. Zugleich stellt er den ersten Auftrag des Joint Ventures an Pyrum dar und bewegt sich im hohen sechsstelligen Euro-Bereich.
Als gleichfalls besonders relevant hebt Pascal Klein die ISCC-EU-Zertifizierung für das ThermoTireOil von Pyrum hervor, da diese „den Einsatz unseres Öls als Biokraftstoff ermöglicht und uns den Zugang zu einem neuen Marktsegment eröffnet.” In den kommenden Wochen liegt der Fokus beim Recycling-Spezialisten in konzentrierter Form auf der Mahl- und Pelletieranlage. „Wir arbeiten eng mit dem Hersteller an den identifizierten Lösungsmethoden, um einen erfolgreichen Übergang in den Regelbetrieb zu realisieren“, so Klein. Seine finalen Zahlen sowie den Geschäftsbericht 2025 wird Pyrum am 8. Mai 2026 vorlegen.
Pyrum CEO Pascal Klein im Podcast von Automotive Insights