Zum Grundsetting des Sommerreifentests der AutoZeitung: Neben sicherheitsrelevanten Prüfungen absolvierten die zehn für den Test ausgewählten Reifen in der Dimension 235/45 R18 auch solche, die die Kostenbilanz und Umweltfaktoren gewichten. Hierfür nutzte das Test-Team um Martin Urbanke die Prüflabore von Goodyear und Pirelli, in denen Abrieblevel, die potenzielle Laufleistung sowie der Rollwiderstand ermittelt wurde. Für den Sommerreifentest 2026 wählte die AutoZeitung zehn Allrounder, „die irgendwo zwischen dynamischen UHP-Profilen und eher komfortbetonten Touring-Pneus einzuordnen sind”. Das Testfeld: Pneus von Premiummarken wie Continental, Goodyear, Michelin und Pirelli, aber auch drei Reifen aus dem mittleren Preissegment von BF Goodrich, Firestone und Maxxis sowie drei günstige Produkte der Marken Laufenn, Tercelo und Westlake.
Das gesamte Feld liegt bei den Tests auf trockener Straße laut AutoZeitung dicht zusammen. Der Abstand zwischen dem Testsieger Continental PremiumContact 7, der mit 32,8 Metern den kürzesten Bremsweg hat, und dem Westlake Z-007 Zuper Ace, dessen 35,7 Meter den längsten Anhalteweg markieren, sei noch akzeptabel. Die Qualitätsunterschiede in Performance-Kriterien werden geringer, dies ist keine neue Erkenntnis. Große Unterschiede gibt es allerdings noch hinsichtlich der Umwelt-Eigenschaften Abrieb, Laufleistung, Rollwiderstand und Außengeräusch. Dies dokumentieren auch Messergebnisse, die die AutoZeitung vorlegt.
Michelin Primacy 5 mit „Defiziten auf Nässe"
Über alle Wertungen hinweg schaffen es Continental, Goodyear und Pirelli, die größte Ausgewogenheit und Qualitätsbalance zu realisieren. Michelin bleibt mit dem Primacy 5 unter seinen Ansprüchen, zwar erweist er sich als „umweltfreundlichster Pneu”, hat aber „Defizite auf Nässe”. Der Testsieger Conti PremiumContact 7 fährt laut AutoZeitung insgesamt auf einem anderen Level: „Auf Nässe überragend, im Trockenen sehr gut – der Continental PremiumContact 7 geht als klarer Sieger aus diesem Test hervor. Ein rundum überzeugender Reifen, der keine Schwächen, sondern viele Stärken zeigt.” Über den zweitplatzierten Goodyear Eagle F1 Asymmetric 6 urteilt die AutoZeitung: „Stellt seine Vielseitigkeit unter Beweis und verdient sich mit sportlichen Tugenden, hohen Sicherheitsreserven und Langlebigkeit unsere Empfehlung”. Der Pirelli Cinturato C3 fährt ebenfalls aufs Treppchen („ausgewogene Eigenschaften bei Nässe sowie auf trockener Straße”).
Interessant ist die Abstinenz der großen koreanischen Fabrikate im Test. Lediglich Laufenn als Zweitmarke von Hankook wurde für den Sommerreifentest berücksichtigt. Der Laufenn S Fit EQ+ erreicht auf trockener Piste „ordentliche Resultate”, hat aber „zu wenig Grip auf Nässe”. Damit ist das Profil für eine Empfehlung ausgeschlossen. Nässeschwächen zeigt auch der Maxxis HP6 Premitra 6. Zudem schwächelt er nach Ansicht des Teams der AutoZeitung bei Abrieb und bei der prognostizierten Laufleistung (29.000 Kilometer!). Da verpufft auch ein möglicher Preisvorteil – aber diese Linie ist bei Maxxis schon lange erkennbar. Eine verminderte Laufleistungserwartung (28.750 Kilometer) kommunizieren die Tester auch beim Westlake Z-007 Zuper Ace. Dieser brauche zudem zu lange, um auf Nässe zum Stehen zu kommen. Der Tercelo Sport D1 trat als weiterer günstiger Reifen in dieser Dimension an. „Doch er fährt nahezu in jeder Disziplin hinterher und wird somit am Ende Letzter. Das relativiert seinen Preis stark: Der Kauf lohnt sich nicht”, so das vernichtende Urteil.
Hinter dem Spitzentrio kann auch der Firestone Roadhawk 2 überzeugen, „der nicht nur eine gute Nasshaftung bietet, sondern auch mit den Premium-Pneus konkurrieren kann. Das sichert ihm die Preis-Leistungs-Empfehlung sowie den vierten Platz.” Den fünften Platz sichert sich der BF Goodrich Advantage 2 „mit einer ausbalancierten Performance”, der als etwas günstigere Bereifungsoption das Konzern-Schwesterprodukt Michelin Primacy 5 hinter sich lässt. „Solange die Straßenverhältnisse gut sind, schneiden alle Profile erfreulich sicher ab, setzen aber individuelle Akzente im Handling, beim Komfort oder in der zu erwartenden Laufleistung. Auf nassem Asphalt offenbaren sich dagegen enorme Unterschiede in der Griffigkeit – etwa beim Bremsen auf regennasser Fahrbahn”, so Cheftester Martin Urbanke.
Sommerreifentest AutoZeitung/GTÜ/ARBÖ, Dimension 235/45 R18 (ZR) Y
| Modell | Nass¹ | Trocken | Gesamt |
| 1. Continental PremiumContact 7 | 147 | 135 | 282 – sehr empfehlenswert |
| 2. Goodyear Eagle F1 Asymmetric 6 | 125 | 138 | 263 – sehr empfehlenswert |
| 3. Pirelli Cinturato C3 | 128 | 134 | 262 – sehr empfehlenswert |
| 4. Firestone Roadhawk 2 | 124 | 119 | 243 – sehr empfehlenswert |
| 5. BF Goodrich Advantage 2 | 117 | 123 | 240 – sehr empfehlenswert |
| 6. Michelin Primacy 5 | 106 | 129 | 235 – sehr empfehlenswert |
| 7. Maxxis HP6 Premitra 6 | 88 | 111 | 199 |
| 8. Westlake Z-007 Super Ace | 88 | 100 | 188 |
| 9. Laufenn S Fit EQ+ (LK01) | 74 | 109 | 183 |
| 10. Tercelo Sport D1 | 70 | 99 | 169 |
¹je Kategorie 150 Punkte möglich