Der europäische Reifenersatzmarkt für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge habe importbedingt zwar um 3 Prozent zugelegt, in Nordamerika ging er jedoch um 1 Prozent zurück. Auch lag die weltweite Automobilproduktion laut Konzerninformationen etwa 1,0 Prozent unter der des Vorjahresquartals. Unter Berücksichtigung dessen erwirtschaftete Continental im abgelaufenen Quartal einen Konzernumsatz in Höhe von 4,4 Milliarden Euro und damit 9,1 Prozent weniger als im Vergleichsquartal 2025. Grund dafür war laut Quartalsbericht allerdings im Wesentlichen der Verkauf des Geschäftsfelds Original Equipment Solutions (OESL) Anfang Februar 2026. Bereinigt um den Einfluss von Wechselkurseffekten und Konsolidierungskreisveränderungen lag die organische Umsatzentwicklung bei -0,3 Prozent. Das bereinigte operative Ergebnis steigerten die Hannoveraner auf 570 Millionen Euro (+35,1 Prozent), die bereinigte EBIT-Marge stieg von 9,6 auf 12,9 Prozent. Das Nettoergebnis belief sich im zweiten Quartal schließlich auf 274 Millionen Euro, was einem Minus von 45,9 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal 2025 entspricht. Grund für den Rückgang ist laut Continental maßgeblich der Spin-off von Aumovio. Der bereinigte Free Cashflow stieg zeitgleich von -46 Millionen Euro in Q2 2025 auf nun 216 Millionen Euro.
Der Umsatz im Reifengeschäft, auf das sich Continental künftig fokussiert, lag bei 3,3 Milliarden Euro und damit im Vergleich zum Vorjahresquartal quasi unverändert. Bereinigt um den Einfluss von Wechselkurseffekten und Konsolidierungskreisveränderungen, ergab sich eine organische Umsatzentwicklung von +0,3 Prozent. Die bereinigte EBIT-Marge lag bei 15,3 Prozent und damit über jener des Vorjahresquartals (12,1 Prozent). Zu dieser Verbesserung trugen laut Konzerninformationen vor allem der höhere Anteil von Reifen ab 18 Zoll, positive Rohmaterialpreiseffekte sowie geringere Wechselkurs- und Zolleinflüsse bei.
Infolge des inzwischen unterzeichneten Verkaufsvertrags von ContiTech beinhaltet der Ausblick von Continental auf Unternehmensbereichsebene nur noch das Reifengeschäft. Der Konzernausblick ist den Verantwortlichen zufolge entsprechend angepasst. ContiTech wird als nicht fortgeführte Aktivität separat ausgewiesen. Die Prognosen für Umsatz und bereinigte EBIT-Marge von Tires und ContiTech bleiben unverändert. Für den Konzern rechnet Conti mit einem Umsatz zwischen 13,2 und 14,2 Milliarden Euro und einer bereinigten EBIT-Marge von rund 12,0 bis 13,5 Prozent. Für den Unternehmensbereich Tires erwartet Continental einen Umsatz von rund 13,2 bis 14,2 Milliarden Euro und eine bereinigte EBIT-Marge von rund 13,0 bis 14,5 Prozent. Die Investitionen vor Finanzinvestitionen sollten zwischen rund 7,0 und 8,0 Prozent vom Umsatz liegen. Der bereinigte Free Cashflow wird zwischen rund 0,7 und 1,1 Milliarden Euro erwartet. Für die nicht fortgeführten Aktivitäten des Unternehmensbereichs ContiTech erwartet Continental operativ einen Umsatz von rund 4,2 bis 4,8 Milliarden Euro und eine bereinigte EBIT-Marge von rund 7,0 bis 8,5 Prozent.
ContiTech wird künftig nicht mehr im Konzernausblick berücksichtigt
Der Umsatz von ContiTech belief sich im zweiten Quartal 2026 auf 1,1 Milliarden Euro und lag damit 29,5 Prozent unter dem zweiten Quartal 2025. Bereinigt um den Einfluss von Wechselkurseffekten und Konsolidierungskreisveränderungen ergibt sich ein Minus in Höhe von 3,7 Prozent. Die bereinigte EBIT-Marge belief sich auf 6,9 Prozent (Q2/2025: 8,0 Prozent). Umsatz und Ergebnismarge wurden durch die langsamer als erwartete Markterholung belastet. Zudem würden Aufträge aus einzelnen margenstarken Segmenten laut den Verantwortlichen erst im zweiten Halbjahr umsatz- und ergebniswirksam. Positive Effekte aus den ergriffenen Kostensenkungen und operativen Verbesserungsmaßnahmen konnten diese Belastungen dem Konzern zufolge nur teilweise kompensieren. 2025 verkündete Continental den angestrebten Verkauf des Unternehmensbereichs ContiTech und fand im britischen Private-Equity-Unternehmen Lone Star Funds einen Käufer. Dieser erwarb den Unternehmensbereich für rund 4 Milliarden Euro. Anfang Juli unterzeichnete der DAX-Konzern den Vertrag über den Verkauf. Dadurch wird ContiTech künftig als nicht fortgeführte Geschäftsaktivität ausgewiesen und nicht mehr im Konzernausblick berücksichtigt.