Grundlage ist ein Kundenprojekt zur Rückgewinnung von Lithiumcarbonat aus ausgedienten NMC-Lithium-Ionen-Batterien. Das Material wurde in der cylib-Pilotanlage in Aachen hergestellt und erfüllt die strengen Spezifikationen des Abnehmers. Aufgrund von Vertraulichkeitsvereinbarungen nennt das Unternehmen keine Partner, betont aber, dass die erfolgreiche Qualifizierung und Integration in die laufende Zellfertigung die Marktreife der eigenen Technologie belege. „Die enge Zusammenarbeit mit einem führenden Batteriehersteller und die Erfüllung seiner strengen Spezifikationen beweisen, dass unsere wasserbasierte OLiC-Technologie (Optimized Lithium and Graphite Recovery) kommerzielle kreislauffähige Materialien in höchster Qualität liefert“, erklärt Dr. Lilian Schwich, cylib-Mitgründerin und Co-CEO. „Unser recyceltes Lithiumcarbonat wird nun in neuen E-Auto-Batterien verwendet – der Kreislauf ist geschlossen.“
Technologisch setzt das 2022 gegründete Unternehmen auf ein wasserbasiertes Verfahren zur Rückgewinnung von Lithium und Graphit. Dieses ist nach Unternehmensangaben darauf ausgelegt, Rohstoffe aus kompletten Batteriepaketen, Schwarzmassen oder Produktionsabfällen zurückzugewinnen. Laut cylib-Angaben lassen sich dabei Lithium, Graphit, Nickel, Kobalt und Mangan mit einer Recyclingeffizienz von über 90 Prozent zurückführen, während der CO2-Fußabdruck im Vergleich zur Primärgewinnung deutlich reduziert wird. Neben dem technologischen Aspekt betont cylib die industriepolitische Dimension. „Dieses Projekt zeigt, dass Europa eine wirklich zirkuläre Batterie-Wertschöpfungskette aufbauen kann. Durch die lokale Rückgewinnung kritischer Rohstoffe reduzieren wir die Importabhängigkeit und sichern gleichzeitig die Versorgung europäischer Batteriehersteller“, erläutert Schwich. Zudem kooperiert das Unternehmen auch mit Branchenakteuren wie Bosch und Webasto.