Golf II vs. Golf VIII

Dekra ermittelt konkrete Fortschritte bei der Fahrzeugsicherheit

Dekra Crash Golf IIEin Aufprall bei einer Geschwindigkeit von 64 km/h hatte beim Golf II von 1989 noch verheerende Folgen.  Foto: Dekra

Um zu diesem Schluss zu kommen, ließ der Deutsche Kraftfahrzeug-Überwachungs-Verein (Dekra e.V.) zunächst einen VW Golf II (Baujahr 1989) nach dem bis 2020 gültigen Euro-NCAP-Verfahren mit 64 km/h gegen eine Barriere prallen. Das Ergebnis: Die Fahrgastzelle kollabierte, Überlebenschancen für die Insassen wären minimal gewesen. Anders sah dies beim Golf VIII von 2024 aus: Airbags, Gurtstraffer und die stabilere Karosserie sorgten dafür, dass die Testdummies höchstens leichte Verletzungen davontrugen. Zuvor hatte man schon bei Fahrversuchen unter unterschiedlichen Bedingungen am Lausitzring festgestellt, dass der Bremsweg des Neuwagens unabhängig vom Untergrund rund 30 Prozent kürzer war. Beim normierten doppelten Spurwechseltest schaffte der Golf VIII das Manöver noch sicher mit 75 km/h – zehn Stundenkilometer mehr als der Golf II, der dabei instabil wurde. Egelhaaf dazu: „Klar wurde bei diesem Fahrversuch aber: Auch die moderne Technik kommt irgendwann an ihre Grenzen, so dass ein Ausbrechen nicht mehr verhindert werden kann“ Aber diese Grenzen werden mehr und mehr nach oben verschoben.

Die Bilanz der Dekra: In den 35 Jahren, die zwischen den beiden Golf-Versionen liegen, hat sich die Verkehrssicherheit durch technische Innovationen massiv verbessert. Fahrgastzellen sind stabiler, Assistenzsysteme steigern die Fahrstabilität, und moderne Lichttechnik schützt besonders schwächere Verkehrsteilnehmer. „Insgesamt haben die Versuche gezeigt, welche Fortschritte im Bereich der Fahrzeugsicherheit in den letzten 35 Jahren erzielt wurden“, bilanziert der Dekra-Unfallforscher. Er plädiert dafür Sorge zu tragen, die hohen Ansprüche, die seitens der Gesetzgebung, insbesondere aber von den Fahrzeugherstellern an die Sicherheit der eigenen Produkte gestellt wurden, weiterhin auf diesem hohen Niveau zu halten und nicht „zugunsten von elektronischen Spielereien und zunehmender Konnektivität mit dem Smartphone“ hinten anzustellen.

Der vollständige Report „Mobilität im Wandel der Zeit“ ist online abrufbar unter www.dekra-roadsafety.com.

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