Dass The Tire Cologne vor allem in puncto Internationalität überzeugen kann, haben nicht nur die Verantwortlichen der Kölnmesse wiederholt betont. Auch im Räder-Segment mit einem weitgehend gesättigten Inlandsmarkt sind Kontakte und Beziehungen auf internationaler Ebene zumindest für einige Akteure ein wichtiger Hebel für das eigene Geschäft. Diese Einschätzung hatte etwa Antonio Curioso, Geschäftsführer der Borbet Vertriebs GmbH, erst im Frühjahr gegenüber Automotive Insights erläutert und mit Blick auf das Exportgeschäft von „zusätzlichen Potenzialen außerhalb des stark umkämpften Inlandsmarktes” gesprochen. Mit einem Anteil ausländischer Messebesucherinnen und -besucher von rund zwei Dritteln bot The Tire Cologne 2026 zweifellos die Möglichkeit, derartige Beziehungen zu vertiefen respektive neue Kontakte zu knüpfen. Im Gespräch mit der Redaktion berichtete unter anderem Wheelworld-Geschäftsführer Thomas Mögelin von „vielen internationalen Gesprächen”, die während der drei Messetage geführt werden konnten. Und Mirco Herrmann hatte als EVP der Ronal Group bereits im Vorfeld der TTC betont: „Die Tire Cologne 2026 ist für uns eine wichtige internationale Plattform, um unsere neuesten Produkte, Technologien und strategischen Entwicklungen einem internationalen Fachpublikum zu präsentieren.“
Als Neuheiten im Messegepäck hatte das Schweizer Unternehmen unter anderem das Modell RF2 Forged als jüngste Ergänzung des eigenen Schmiederad-Angebots sowie die R74-Felge der „Essential Line”. Letztere ist künftig neben „Design”, „Classic” und „Performance” eine von vier zentralen Produktlinien im Ronal-Sortiment. Über diese neue Struktur, die „Fachhandel und Endkunden künftig eine noch klarere Orientierung innerhalb des Portfolios ermöglichen soll”, informierten die Verantwortlichen in Köln ebenso wie über die Kooperation mit den Spezialisten von Leonhard Kurz.
Gleich ein Quartett neuer Designs hatte die in Schifferstadt ansässige Autec GmbH zur Messe mitgebracht. Das speziell auf BMW- und Mercedes-Benz-Fahrzeuge ausgelegte Rad Skara ist bereits im Markt verfügbar. Ihre Premiere feierten hingegen die beiden Felgen SportRacing und GripTuning sowie die Heavy-Duty-Option Kivora. Parallel dazu rückten die Verantwortlichen um Geschäftsführer Thomas Geis das Sortiment an Kompletträdern, Reifen und RDKS sowie den aktuell laufenden Ausbau der Firmenzentrale gezielt in den Fokus der Messepräsentation. Die eigenen RDKS-Lösungen waren derweil auch Thema der Alcar-Präsenz, die in diesem Jahr nochmals um einen „Begegnungsbereich” erweitert wurde. Räderseitig wiederum setzte das Unternehmen mit seiner neuen „erion”-Reihe, die insbesondere das Segment E-Autos abdecken soll, Akzente. Ähnlich wie die Hybridräder aus dem Hause Alcar sollen auch die „erion”-Vertreter die Punkte Stahlrad und Designoptik in Einklang bringen.
Jede Menge Felgen waren darüber hinaus an den Ständen von Marken wie Brock Alloy Wheels, GMP oder Mak zu sehen. Die italienische Räderschmiede Mak, die in diesem Jahr ihr 35-jähriges Bestehen feiern kann, hat sich kürzlich mit Andreas Riedlberger und Josef Ankner von Diewe Wheels verstärkt. Im Jubiläumsjahr wartet Mak mit den Neuheiten Aurum und Kult – vornehmlich für BMW- und Mercedes-Benz-Fahrzeuge – sowie dem Modell Legend für 4x4- und Camping-Anwendungen auf. Auch die Proline GmbH, die vor wenigen Tagen die Akquisition von RFK Tuning vermeldete, zeigte in Köln mit einem kompakten Standformat in Halle 7.1 Präsenz.
Weitere optische Highlights boten schließlich die Stände von Borbet und Wheelworld. Beide Akteure präsentierten einen breiten Querschnitt ihres Portfolios, wobei mit den Designs FB1, FB2/FB2DC und XE1 bei Borbet respektive Y1L, Y2L und WH47 bei Wheelworld diverse Modelle im Mittelpunkt standen, die beide Hersteller bereits zur Essen Motor Show 2025 präsentiert hatten. Borbet zeigte ferner sein neues CWX-Rad, dessen „All-Terrain-Anspruch” unter anderem durch seine Traglast von bis zu 1.400 Kilogramm untermauert wird. Wahlweise mit 5- und 6-Loch-Anbindung soll die Felge eine Vielzahl an Transportern, Reisemobilen, Pick-ups und 4x4-Fahrzeugen abdecken. Wheelworld-Geschäftsführer Thomas Mögelin wiederum zog im Gespräch mit Automotive Insights ein gemischtes TTC-Fazit, konnte in eigener Sache jedoch immerhin von einem „super ersten Quartal” berichten. Dass der in Ilsenburg im Harz ansässige Räderhersteller nach der deutlichen Aufstockung der personellen Kapazitäten insbesondere im Vertriebsteam weiter viel vorhat, wurde während der drei Messetage in Köln deutlich.