Moderne Autos zeigen keine erhöhte Pannenanfälligkeit. Zu dem Ergebnis kommt der ADAC im Rahmen seiner Pannenstatistik 2026. BMW, Mercedes, die Marken des VW-Konzerns sowie Mitsubishi und Tesla überzeugten durchgehend. Insgesamt stellten sich 74 Baureihen als äußerst zuverlässig dar, während sich 16 Modelle in einzelnen Erstzulassungsjahren als unzuverlässig erwiesen. Besonders auffällig laut ADAC war dabei, wie schlecht Modelle von Toyota seit mittlerweile drei Jahren abschneiden. Das gilt fast über alle ausgewerteten Baujahre des Toyota C-HR und des Toyota RAV 4 hinweg. Beim Yaris und dem Yaris Cross waren vor allem die jüngeren Baujahre betroffen. Hauptmangel bei den Pannen war bei allen Modellen eine defekte Startbatterie.
Die Fehleranfälligkeit hat sich im Zehnjahreszeitraum laut dem ADAC insgesamt halbiert. 2015 lag die Pannenwahrscheinlichkeit bei fünfjährigen Fahrzeugen bei 3,6 Prozent, 2025 bei 2,1 Prozent. Bei zehn Jahre alten Autos sank sie von 6,5 Prozent auf 3,1 Prozent. Der Umstand, dass die zugelassenen Fahrzeuge in Deutschland allerdings immer älter werden, sorgte dafür, dass die reine Zahl der Pannenhilfeeinsätze des ADAC im vergangenen Jahr gestiegen ist. Das Durchschnittsalter aller zugelassenen Autos im Zeitraum von 2014 bis 2025 hat stetig zugenommen, von gut 8 Jahren im Jahr 2014 auf rund 11 Jahre im Jahr 2025. Gleichzeitig stieg auch das Durchschnittsalter der havarierten Pkw – also derjenigen, die tatsächlich von der ADAC Straßenwacht versorgt wurden – von etwa 11 Jahren im Jahr 2014 auf nahezu 14 Jahre im Jahr 2025. Die Gelben Engel waren 2026 fast 3,7 Millionen Mal im Einsatz, was eine Steigerung um 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet.
Moderne E-Autos sind weniger pannenanfällig
Dass sich E-Autos steigender Beliebtheit freuen, darüber haben wir schon oft berichtet. Europaweit gewinnen E-Autos und teilelektrifizierte Fahrzeuge weiter an Boden, Fahrerinnen und Fahrer von Stromern zeigen sich von deren Technologie und Fahrweise überzeugt und auch in Fuhrparks gewinnt die Elektromobilität an Dynamik. Die ADAC-Pannenauswertung 2026 zeigte hinsichtlich der Pannenanfälligkeit zudem, dass Verbrenner in jedem Alter häufiger Pannen erleiden als Elektrofahrzeuge. Zudem steigt die Pannenkennziffer bei Verbrennern mit zunehmendem Alter absolut stärker an. Während die gelben Engel im Jahr 2025 eigenen Angaben zufolge bei zweijährigen Elektroautos zu 2,1 Pannen pro 1.000 Bestandsfahrzeugen ausrückten, waren es bei Verbrennern 5,8 Pannen. Das ergibt einen Unterschied von 3,7 und entspricht fast zwei Dritteln weniger Pannen bei zweijährigen Elektroautos. Innerhalb von drei Jahren steigt die Pannenkennziffer bei Elektroautos um 8,2 auf 10,3 Punkte bei fünfjährigen Fahrzeugen an, bei Verbrennern um 11,6 auf 17,4 Punkte, sodass der Unterschied 7,1 Pannen pro 1.000 Bestandsfahrzeugen beträgt. Das heißt, die Häufigkeit einer Panne ist bei fünfjährigen Elektroautos um 40 Prozent geringer als bei Verbrennern im Alter von fünf Jahren.
Als Einschränkung teilte der ADAC allerdings mit, dass das Durchschnittsalter aller in Deutschland zugelassenen Autos laut Kraftfahrt-Bundesamt bei über zehn Jahren liegt. Die gewerteten E-Fahrzeuge dagegen seien noch deutlich jünger gewesen. Da die Pannenwahrscheinlichkeit mit steigendem Fahrzeugalter wächst, ist ein Vergleich der Pannenanfälligkeit zwischen E-Fahrzeugen und Verbrennern über den gesamten Bestand laut ADAC nicht ganz sauber. Daher verglich der Automobilclub Verbrenner (Diesel wie Benziner) sowie reine Elektromodelle nur bezogen auf die Erstzulassungsjahre 2020, 2021, 2022 und 2023.
Elektroautos: Weniger Verschleiß, aber anfällige Bordelektronik
Laut ADAC-Auswertung ist die häufigste Pannenursache im Vergleich aller Bauteilgruppen heute wie gestern die Starterbatterie, unabhängig von der Antriebsart. E-Autos sind der Auswertung zufolge aber weniger häufig betroffen als ihre Verbrennerkollegen. Im aktuell ausgewerteten Jahr 2025 gingen 45,4 Prozent der Pannen auf das Konto einer leeren Batterie, im Vorjahr waren es noch 44,9 Prozent. Die Anzahl der Pannen hinsichtlich dessen stieg seit 2015 zudem deutlich an. Damals entfielen noch 35,7 Prozent der Pannen auf die 12-Volt-Batterie.
Des Weiteren benötigen Elektroautos kein Motoröl, das im Laufe der Zeit verschmutzen und den Motor schädigen könnte. E-Motoren produzieren zudem weniger Abwärme als Verbrenner, die bei hohen Temperaturen arbeiten und höheren Verschleiß verursachen. Elektroautos haben dem ADAC zufolge allerdings häufig Pannen aufgrund von Problemen mit der Bordelektronik. Dies liege unter anderem daran, dass die 12-Volt-Batterie, die das Bordnetz versorgt, anfällig sei und oft schneller entladen wird.
Im Bereich Motor, Motormanagement, HV-System erleiden dem ADAC zufolge Verbrenner etwas häufiger eine Panne als Elektroautos, was in der einfacheren Konstruktion des Elektroantriebs begründet ist. Während Verbrenner aus Hunderten von Teilen wie Kolben, Ventilen oder Turboladern bestehen, hat ein Elektromotor oft nur ein bewegliches Teil, den Rotor. Weniger Teile bedeuten weniger Verschleiß. Die höhere Anzahl an Problemen mit den Schließsystemen bei Autos mit Verbrennungsmotor führen die Experten der Straßenwacht auf den höheren Anteil an Konnektivität beim E-Auto zurück. Viele E-Fahrzeuge ließen sich per App oder durch den Hersteller öffnen. Ein im Auto versehentlich eingesperrter Schlüssel wird in diesen Fällen auch ohne Hilfe des ADAC wieder erreichbar. Für Verbrenner gibt es derartige Technologien auch, aber diese sind seltener.