Events, Polit-Talk und die Zukunft der Branche

Eckpunkte der Intermot 2027 stehen fest

Vom 19. bis zum 21. Februar 2027 öffnen sich die Tore der Koelnmesse zur Intermot 2027.  Foto: Koelnmesse

In den vergangenen Jahren hatte die Intermot in Sachen Relevanz zu kämpfen: Nachdem die Motorradmesse im Jahr 2022 rund 100.000 Privat- und Fachbesucher auf das Messegelände in Köln lockte, kamen 2024 rund 10.000 weniger. Der Trend setzte sich anschließend weiter fort: 2025 kamen nur noch ca. 80.000 Motorrad- und Roller-Interessierte zur Intermot. Zumindest aber auf Ausstellerseite verzeichnete die Messe bei inländischen Unternehmen zuletzt gut ein Drittel Zuwachs. Nun möchten der Industrie-Verband Motorrad Deutschland (IVM) und die Koelnmesse die Intermot wieder als zentrale Branchenplattform der Motorradbranche in Deutschland etablieren und verschoben dafür die Intermot erstmal auf den Zeitraum vom 19. bis 21. Februar 2027. Der Februar-Termin betone die Rolle der Veranstaltung als Startschuss für den Saisonauftakt. Zuletzt gaben die Verantwortlichen im Rahmen der strategischen Weiterentwicklung der Intermot auch zahlreiche Eckpunkte der kommenden Veranstaltung bekannt: Der Fokus liege diesmal auf einer starken Verbindung von Business-Relevanz und Erlebnis. Die Intermot soll zeigen, welche wirtschaftliche Kraft im motorisierten Zweirad steckt. Gleichzeitig soll sie die Begeisterung transportieren, die die Community trage: „Wir sehen eine Branche, die wieder gemeinsam Flagge zeigt und Köln als zentralen Ort für den deutschen Motorradmarkt stärkt. Für uns ist entscheidend, dass die Intermot 2027 nicht nur ein starkes Line-up bietet, sondern echte Orientierung schafft: für den Fachhandel, für ausstellende Unternehmen und für alle, die vor dem Saisonstart wissen wollen, wohin sich der Markt bewegt“, sagt Christoph Werner, Geschäftsbereichsleiter der Koelnmesse.

Mehr als 50 Marken und Unternehmen haben den Verantwortlichen zufolge ihre Teilnahme bereits angekündigt. Darunter seien zentrale Motorradmarken, Anbieter aus Zubehör, Ausrüstung, Reifen, Schmierstoffen, Helmen, Bekleidung und E-Mobilität. „Der aktuelle Anmeldestand ist mehr als eine Zahl. Er ist ein klares Bekenntnis der Branche. Wenn sich starke Marken, spezialisierte Anbieter und zahlreiche Unternehmen aus dem IVM-Umfeld so früh zur Intermot bekennen, dann zeigt das: Die Motorradwelt will wieder einen gemeinsamen Ort in Deutschland. Köln hat das Potenzial, dieser Ort zu sein. Für den Fachhandel, für die Industrie und für alle, die Motorrad leben“, unterstreicht Uwe Seitz, Hauptgeschäftsführer des IVM, die Entwicklung. Zu den aktuell bestätigten Marken und Unternehmen der Intermot 2027 zählen den Verantwortlichen zufolge unter anderem Fahrzeugmarken wie BMW, Ducati, Honda, Kawasaki und Yamaha. Hinzu kommen Namen aus Zubehör, Technik und Ausstattung wie Highsider, Ilmberger, Paaschburg & Wunderlich, SW-Motech und Wunderlich. Im Bereich Reifen- und Schmierstoffanbieter sind unter anderem Bridgestone, Liqui Moly, Maxxis, Motul, Motorex und Pirelli vertreten. Anbieter aus Helm, Bekleidung und Riding Gear wie Arai, Bering, Fly, Held, LS2, Nolan, RST, Segura, Shark, Stadler und Troy Lee Designs ergänzen das Feld.

„Playground“-Action, Test-Parcours und Zukunft Zweirad

Mit einem Eventkonzept wollen die Koelnmesse und der IVM zum Saisonstart ebenfalls ein Zeichen setzen: Herzstück ist den Verantwortlichen zufolge ein neuer Indoor-Parcours. Auf der rund 500 Meter langen Strecke mit speziellem Bodenbelag sollen die Bikes der Saison 2027 getestet werden können. Mehr als 1.000 Probefahrten seien pro Messetag möglich. Auf dem Playground direkt nebenan sollen Hersteller-Aktionen und Stuntshows für weitere Unterhaltung sorgen. Auch wird es eine Old- und Youngtimer-Ausstellung geben. Historische Rennmaschinen sollen unter dem Thema „100 Jahre Nürburgring Nordschleife“ die Brücke zur aktuellen Rennsport-Welt bilden.

Auch soll die Zukunft der Motorrad-Branche näher betrachtet werden: Der Innovation Walk soll zeigen, wie fortschrittlich die motorisierte Zweiradwelt sei. Von effizienten Motoren, E- und Hybrid-Antriebe inklusive, über Assistenzsysteme, Komfort-Kupplungen, Automatik-Getriebe, recycelten Materialien bis hin zu sicherheitsrelevanten Entwicklungen im Helm- und Bekleidungsbereich reicht die Bandbreite der Exponate. Mit #motorradazubi by IVM richtet sich der Blick zudem auf die Zweiradmechatroniker von morgen. Reifenwechsel-Wettbewerbe auf Zeit für aktuelle Auszubildende werden ergänzt um intensive Berufsberatung für Interessenten an der Zweiradmechatroniker-Ausbildung. Die Agentur für Arbeit, Handwerkskammer, Fachschulen und der Handel sollen Fragen von potenziellen Auszubildenden vor Ort live beantworten.

„Das Motorrad gehört in die Mobilitätsdebatte“

Auch soll es in der nächsten Ausgabe der Intermot politisch werden: Mit der Intermot 2027 wollen Koelnmesse und der IVM eine Plattform gestalten, die über das klassische Messeformat hinausgeht. Die Motorradbranche gehört an den Tisch, wenn über Mobilität gesprochen wird, so die Verantwortlichen. Motorräder und Roller bräuchten weniger Raum und könnten Verkehrsflüsse entlasten. In Städten, in denen Platz rar sei und die Infrastruktur unter Druck stehe, würden motorisierte Zweiräder konkrete Antworten liefern. Trotzdem werde die Branche in Mobilitätsdebatten oft zu spät mitgedacht. Wer über Verkehr und Klimaziele spricht, müsse auch über motorisierte Zweiräder sprechen. Daher soll das Urban Mobility Panel zum Messeauftakt Entscheider aus Politik und Industrie zusammenbringen. Diskutiert werden soll, welche Rolle motorisierte Zweiräder in der urbanen Verkehrsplanung übernehmen können und welche Infrastruktur dafür nötig ist. Damit bleibe die Intermot nah an der Branche und öffnet zugleich den Raum für die Debatten, die für motorisierte Zweiräder jetzt wichtig werden.

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