Studie zum Flottengeschäft

Elektrifizierung ist größte Herausforderung für Fuhrparks

ElektromobilitätDie Umsetzung der Fuhrparkelektrifizierung ist der häufigste Pain Point für große Fuhrparks.   Foto: Infiniteflow – stock.adobe.com

Die Dataforce-Studie belegt, dass die Mehrheit der großen Pkw-Flotten auch künftig mit einer stabilen Fahrzeuganzahl plant. Rund 90 Prozent der befragten Fuhrparks gehen laut den Analysten davon aus, ihren Bestand mindestens auf dem heutigen Niveau zu halten, in 35 Prozent der Fälle werde sogar ein explizites Wachstum erwartet. Die Studie identifiziert das “anhaltende Unternehmenswachstum” als Treiber dieser Entwicklung. Eine durchaus überraschende Spiegelung des Marktes, ist Personalaufbau aktuell doch nicht gerade die vorherrschende Tendenz. Zusätzlich tragen nach Angaben von Dataforce aber auch längere Haltedauern der Fahrzeuge dazu bei, die Fuhrparkgrößen insgesamt zu stabilisieren und kurzfristige Schwankungen zu vermeiden. 

Eine weitere Erkenntnis der Marktforscher ist, dass Dienstwagen in einem zunehmend kompetitiven Arbeitsmarkt für viele Unternehmen ein essenzieller Baustein bleiben, um Fachkräfte zu gewinnen. Zu den zentralen Herausforderungen der Fuhrparkverantwortlichen zählen – direkt hinter dem Thema Elektrifizierung – die steigenden Kosten für die Fahrzeuganschaffung sowie die Digitalisierung der Verwaltung. Bei der Elektrifizierung bestünden zudem noch immer praktische Hürden wie eine unzureichende Ladeinfrastruktur sowie “die komplexe Organisation des Heimladens”. Außerdem machen die von Dataforce im vergangenen Jahr angefragten Faktoren “steigende Fahrzeugpreise und Leasingraten” die Beschaffung bei batterieelektrischen Fahrzeugen anspruchsvoller. Sollte das von der Bundesregierung vorgestellte Förderprogramm wirksam werden, dürfte sich diese Hemmfaktoren allerdings stückweise auflösen. Interessant ist auch das Themenfeld Digitalisierung. Fuhrparkverantwortliche berichten von Herausforderungen bei der Anpassung der Organisationsstruktur, der Einführung neuer Systeme und damit einhergehenden Verschiebungen von Verantwortlichkeiten. Der Blick auf das Thema Software erstaunt: Insgesamt nutzen nach Angaben von Dataforce erst 71 Prozent der großen Pkw-Flotten eine dedizierte Software zur Verwaltung ihres Fuhrparks.

Zu den Herausforderungen der Fuhrparkverantwortlichen zählen auch die steigenden Kosten für die Fahrzeuganschaffung sowie die Digitalisierung der Verwaltung. Foto: Dataforce

Ein entscheidender Faktor im Fuhrparkgeschäft ist die Beziehungsqualität. “Nicht wenige Flotten berichten von Brüchen in langjährigen Geschäftsbeziehungen, die aus vermeintlichen Kleinigkeiten entstanden sind – etwa technischen Fehlern, Unstimmigkeiten bei Mängelbewertungen oder einer als unaufmerksam und zu langsam wahrgenommenen Betreuung – und letztlich zur Suche nach neuen Anbietern geführt haben”, heißt es in der Studie. Die meisten großen Fuhrparkverantwortlichen arbeiten mit mehreren Bezugsquellen für ihre Fahrzeuge und stehen mit diesen regelmäßig im Austausch. Im Idealfall entstehen daraus langjährige und vertrauensvolle Beziehungen. Allerdings befinden sich Fuhrparks in einem ständigen Wandel – gleichsam auf operativ‑struktureller Ebene und in Bezug auf den Fahrzeugbestand selbst. Diese Dynamik eröffnet laut den Dataforce-Analysten immer wieder Möglichkeiten für die Neukundenakquise, berge aber ebenso das Risiko des Verlusts bestehender Kundenbeziehungen. 

Die meisten großen Fuhrparks arbeiten mit mehreren Bezugsquellen für ihre Fahrzeuge. Foto: Dataforce

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