Studie zur europäischen Flottenelektrifizierung

Elektromobilität in europäischen Fuhrparks gewinnt an Dynamik

Europaweit dominieren noch klassische Antriebe die Unternehmensflotten – die E-Mobilität ist jedoch im Kommen.  Foto: DKV Mobility

Für die aktuelle Elektromobilitätsstudie von DKV Mobility wurden eigenen Angaben zufolge 1.732 Fuhrparkverantwortliche in acht europäischen Ländern befragt. „Unser Report zeigt, dass die Elektrifizierung von Unternehmen in Europa deutlich an Dynamik gewinnt. Gleichzeitig wird klar, dass der Umbau der Flotten für viele Unternehmen eine komplexe strategische Aufgabe bleibt“, resümiert Sven Mehringer, Managing Director bei DKV Mobility und verantwortlich für die Bereiche Energy & Vehicle Services. „Viele Unternehmen haben sich klar auf die Elektrifizierung ihrer Flotten festgelegt. Entscheidend wird nun sein, ob die Rahmenbedingungen wie die Kostenentwicklung, Energiepreise und Infrastruktur mit dieser Dynamik Schritt halten.“

Die Akzeptanz gegenüber elektrifizierten Antrieben nimmt europaweit zwar Fahrt auf, während die Neuzulassungen von Verbrennern sinken. Zeitgleich werden Unternehmensflotten laut der DKV-Elektromobilitätsstudie europaweit aber weiterhin von klassischen Antrieben dominiert. Diesel ist den Angaben zufolge nach wie vor die häufigste Antriebsart, gefolgt von Benzin. Elektrifizierte Antriebe wie vollelektrische Fahrzeuge (BEV) oder Plug-in-Hybride (PHEV) würden jedoch zunehmend an Bedeutung gewinnen. Rund 56 Prozent der befragten Unternehmen gaben im Rahmen der standardisierten Interviews an, mehr vollelektrische Fahrzeuge anschaffen zu wollen, während nur ein kleiner Anteil mit einem Rückgang rechne. Auch Plug-in-Hybride bleiben für viele Unternehmen ein wichtiger Bestandteil der Flottenstrategie. Die Dynamik bleibt dabei aber länderspezifisch. Länder wie die Niederlande hätten im europäischen Vergleich bereits einen überdurchschnittlich hohen Anteil an BEVs in ihre Unternehmensflotten aufgenommen, während Deutschland sich im europäischen Mittelfeld bewege. Unternehmen in mehreren mittel- und osteuropäischen Ländern setzen derweil weiterhin stärker auf klassische Antriebe und hybride Übergangslösungen.

Hinsichtlich der Ladeinfrastruktur verfügen Betriebe den Studienangaben zufolge überdurchschnittlich häufig über eigene Wallboxen am Unternehmensstandort. Außerdem verfügen bereits rund neun von zehn Unternehmen mit Elektrofahrzeugen über eine Ladeinfrastruktur auf dem eigenen Firmengelände. Eine Mehrheit plane zudem, diese Infrastruktur in den kommenden zwei Jahren weiter auszubauen, so auch deutsche Unternehmen, die laut Studienangaben überdurchschnittlich häufig Investitionen in die eigene Ladeinfrastruktur planen, um den Betrieb elektrischer Flotten langfristig planbarer zu machen. Die öffentliche Schnellladeinfrastruktur bezeichnen Fuhrparkverantwortliche allerdings weiterhin als ausbaufähig.

Als wichtigste Hindernisse für die weitere Elektrifizierung nennen Unternehmen vor allem hohe Anschaffungskosten, steigende Strompreise sowie die als begrenzt wahrgenommene Reichweite von Elektrofahrzeugen. Laut Studienangaben spielt der wirtschaftliche Aspekt der Elektrifizierung insbesondere in Deutschland eine besonders große Rolle. Viele Unternehmen nennen steigende Energiepreise und hohe Anschaffungskosten für Elektrofahrzeuge als zentrale Faktoren, die das Tempo der Transformation beeinflussen.

Ähnliche Artikel

Elektromobilität
28.01.2026, 12:57 3 Min.
Elektrifizierung ist größte Herausforderung für Fuhrparks
Studie zum Flottengeschäft
AdobeStock_Elektromobilität_web
30.10.2025, 09:58 2 Min.
Vergölst-Analyse: Elektromobilität kommt in den Fuhrparks an
KBA-Zahlen bestätigen Trend
Kölner Aftersales Forum 2025
10.10.2025, 14:03 5 Min.
Die Zukunft im Aftermarket entscheidet sich im Digitalen
Kölner Aftersales Forum 2025
BEV Befragung
26.09.2025, 13:11 2 Min.
Stagnation bei Hochlauf der Elektromobilität
DAT-Barometer