Zusätzliche Recycling-Projekte in Planung 

Enviro findet weitere Abnehmer für Ruß und Pyrolyseöl

AdobeStock_AltreifenAus Altreifen zurückgewonnene Rohstoffe sind weiter äußerst gefragt.  Foto: Björn Wylezich - stock.adobe.com

Rund 750 Tonnen ISCC-zertifiziertes Pyrolyseöl kann Enviro in seiner Anlage in Åsensbruk jährlich produzieren. Im Rahmen eines neuerlichen Abkommens hat sich der Recycling-Spezialist verpflichtet, den Rohstoff an eine US-amerikanische Ölgesellschaft zu liefern. Diese hat 2022 erste Tests mit Pyrolyseöl von Enviro durchgeführt und bezieht den Rohstoff seitdem regelmäßig aus Åsensbruk. Enviro-Angaben zufolge hat der Konzern zudem bereits Bedarf an größeren Mengen der umweltfreundlichen Öl-Variante angemeldet, sodass perspektivisch auch eine Versorgung aus Uddevalla im Raum steht. 

„Der Auftrag unterstreicht das enorme Interesse an und die Anerkennung der Qualität unserer recycelten Rohstoffe. Mit dieser Vereinbarung verkaufen wir von Åsensbruk aus das gesamte ISCC-EU-zertifizierte Öl, das wir produzieren können. Für die künftige Anlage in Uddevalla gilt dasselbe: Das gesamte Öl wird unabhängig von der Güteklasse über so genannte Abnahmeverträge verkauft, noch bevor die Anlage in Betrieb ist“, kommentiert Enviro-CEO Fredrik Emilson den abermaligen Vertragsabschluss erfreut. Aufgrund der genannten Zertifizierung sowie der hohen industrieseitigen Nachfrage kann Enviro für das Pyrolyseöl einen höheren Preis als für konventionelles Öl erzielen. 

Anhaltend hohe Nachfrage sorgt für gute Aussichten 

Die hohe Marktnachfrage nach Pyrolyseöl und wiedergewonnenem Ruß (recovered Carbon Black, rCB) war ausschlaggebend für die Gründung des Joint Ventures Infiniteria. An diesem sind neben Enviro Antin Infrastructure Partners sowie der Reifenhersteller Michelin beteiligt. Anfang 2024 verkündete das Joint Venture bereits langfristige Lieferverträge mit einem Volumen von rund 180 Millionen Euro mit Akteuren aus der Reifen- und Mineralölbranche. Aus Gründen der Flexibilität sollte dabei explizit noch nicht die gesamte Produktionsmenge aus Uddevalla verplant werden. Dieses Vorhaben wurde jedoch aufgegeben, wie Infiniteria-CEO Stefano Madeddu berichtet: „Das Interesse, sich Volumen aus Uddevalla zu sichern, ist weiterhin sehr hoch, und obwohl die ursprüngliche Idee war, freie Kapazitäten in Uddevalla zu erhalten, um neue Kunden zu erreichen, haben wir beschlossen, das verbleibende Volumen an einen führenden Gummiprodukthersteller mit einem erheblichen Bedarf an rückgewonnenem Ruß abzugeben.“

Der auf mehrere Jahre ausgelegte Vertrag hat Unternehmensangaben zufolge einen Wert von knapp zehn Millionen Euro. „Mit dieser Vereinbarung gilt die geplante Produktionsmenge in Uddevalla 1 sowohl für recovered Carbon Black als auch für Pyrolyseöl als ausgebucht“, teilt Fredrik Emilson mit. „Parallel dazu laufen verschiedene Gespräche mit aktuellen und potenziellen Kunden über zusätzliche Produktionsmengen aus zukünftigen Anlagen, die sich noch in der Entwicklung befinden und deren endgültige Investitionsentscheidung noch aussteht“, ergänzt Stefano Madeddu. 

Die Verantwortlichen planen, die Anlage in Uddevalla noch in diesem Jahr in Betrieb zu nehmen und bis Mitte 2026 das Provisional Acceptance Certificate (PAC) zu erreichen. Sobald dieser Schritt erreicht ist, soll die jährliche Verwertungskapazität von etwa 34.500 Tonnen Altreifen auf rund 70.000 Tonnen verdoppelt werden.

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