Errichtet und betrieben wird die neue Anlage am Standort Vřesová im Bezirk Sokolov von dem Ende 2025 gegründeten Joint Venture Suas reTire s.r.o. An diesem hält Pyrum 49 Prozent, während der tschechische Kooperationspartner Suas Ecology s.r.o. 51 Prozent der Anteile besitzt. Mit dem kürzlichen Abschluss von Kreditverträgen mit der finanzierenden Bank in Tschechien ist das Projekt nun vollständig durchfinanziert. In diesem Zuge hat Suas reTire die Pyrum-Thermolyseanlage, die die drei Thermolyse-Reaktoren und die Prozesstechnik umfasst, verbindlich bestellt. Der entsprechende Kaufvertrag ist Unternehmensangaben zufolge der erste für ein externes Werk außerhalb der eigenen Standorte und damit von zentraler Bedeutung für den internationalen Rollout der Pyrum-Technologie.
Zur Tragweite des Schrittes führt Pascal Klein, CEO der Pyrum Innovations AG, aus: „Mit der Unterzeichnung unseres ersten externen Anlagenkaufvertrags erreichen wir einen bedeutenden Meilenstein in der Entwicklung von Pyrum. Hinter diesem Erfolg liegt ein langer und intensiver Weg, auf dem wir gemeinsam mit unseren Partnern wichtige technische, finanzielle und organisatorische Voraussetzungen geschaffen haben. Umso mehr freuen wir uns, nun erstmals einen Anlagenkaufvertrag für ein externes Werk abgeschlossen zu haben, das wir gemeinsam mit unserem Partner Suas bauen werden. Die gesicherte Finanzierung unterstreicht das Vertrauen unserer Partner in unsere Technologie und schafft eine hervorragende Grundlage für die erfolgreiche Umsetzung des Projekts in Tschechien.“
Die ersten Bauarbeiten am Standort in Sokolov haben nach Aussage der Verantwortlichen bereits begonnen. Ein wesentlicher Standortvorteil ist die vorhandene Industrie- und Energieinfrastruktur, zu der auch das bereits von der Suas Group vor Ort betriebene Kraftwerk gehört. Dadurch könne das im Pyrolyseprozess entstehende Gas künftig effizient energetisch genutzt und zur Stromerzeugung eingesetzt werden, ohne dass zusätzliche Investitionen in die Infrastruktur erforderlich seien. Insgesamt soll das Werk mit den drei Reaktoren über eine Recyclingkapazität von mehr als 22.000 Tonnen Altreifen jährlich verfügen. War die Inbetriebnahme der Anlage ursprünglich noch für 2027 geplant, peilen die Partner diese nun für das Frühjahr 2028 an.