Dass der europäische Markt für Kumho von zentraler Bedeutung ist, wurde seitens der Verantwortlichem im Laufe des Jahres bei verschiedenen Gelegenheiten betont. Rund 15 Millionen Reifen verkauft das Unternehmen jedes Jahr in Europa und erzielt in der Region damit insgesamt rund ein Viertel seiner weltweiten Umsätze. Ungeachtet zuletzt steigender Zahlen – wie sie etwa im Rahmen des Big Match Days in Frankfurt im April kommuniziert wurden – sieht das Kumho-Management weitere Potenziale in Europa. Um diese zu heben und zugleich das weniger flexible Containergeschäft abzufedern, erfolgt nun also der angekündigte Schritt nach Europa. Nachdem zuletzt dem Vernehmen nach noch Portugal und Serbien als Standorte im Gespräch waren, bekam laut einer Unternehmensmitteilung nun Polen den Zuschlag. Für das geplante Reifenwerk in Opole nahe der Grenze zu Tschechien investieren die Koreaner rund 587 Millionen US-Dollar. Für die erste Phase ab August 2028 ist eine Produktionskapazität von sechs Millionen Reifen pro Jahr vorgesehen, wobei diese abhängig von den Marktbedingungen und der Geschäftsentwicklung sukzessive ausgebaut werden soll. Aktuell stehen jedoch noch diverse behördliche Freigaben und Genehmigungen aus.
Mit dem Werk in Europa will Kumho unter anderem seine Präsenz in der Erstausrüstung weiter steigern. Produktseitig liegt der Fokus weiterhin auf Reifen mit größeren Zollgrößen, mit denen insbesondere SUV und High-Performance-Fahrzeuge ausgestattet werden können. „Durch den Aufbau lokaler Produktions- und Lieferkapazitäten in Europa wird Kumho Tire seine Wettbewerbsfähigkeit, Marktpräsenz und Attraktivität für europäische Fahrzeughersteller weiter stärken – gestützt durch die Produktqualität, für die unsere Marke bekannt ist“, bringt Jung Il-Taik, Präsident & CEO von Kumho Tire, die mit dem neuen Werk verbundenen Ziele auf den Punkt. Der künftige polnische Standort ergänzt das Kumho-Produktionsnetzwerk, das gegenwärtig acht Werke in Südkorea, China, Vietnam und den USA umfasst. Mitte des Jahres hatte es in der Produktionsstätte im koreanischen Gwangju einen Großbrand gegeben, der für einen mehrmonatigen Produktionsausfall gesorgt hatte. Nach Berichten lokaler Medien wurde die Produktion in den nicht beschädigten Einheiten vor Ort erst vor wenigen Wochen in reduziertem Umfang wieder aufgenommen. Als Reaktion auf den Brand hatte sich Kumho mit Arbeitnehmervertretern zudem auf eine perspektivische Verlagerung des Werkes von Gwangju ins nahegelegene Hampyeong geeinigt. Der dortige Standort soll bis Ende 2027 fertiggestellt sein und über eine Jahreskapazität von 5,3 Millionen Reifen verfügen.