Brembo-Initiative Re-Breath

Europäisches Projekt zur Reduzierung von Bremsabriebemissionen kurz vor Abschluss

Brembo_Re-Breath_low wear cast iron brake disc-pads_2025Im Praxiseinsatz zeigt sich bei den entwickelten Bremsscheiben eine gegenüber OE-Systemen um 50 Prozent verlängerte Lebensdauer.  Foto: Brembo

Darüber hinaus war das Ziel, ein innovatives, umweltfreundlicheres Bremssystem für Busse zu entwickeln und durch ökologische Ausgleichsmaßnahmen zu ergänzen. Durch die enge Zusammenarbeit von Forschung, Wirtschaft und öffentlichen Institutionen konnte Re-Breath zeigen, dass gezielte Innovationen im Bereich Bremssysteme einen konkreten Beitrag zu nachhaltigerem öffentlichem Verkehr leisten können. Praxistests auf realen Straßen in den Städten Bergamo und Bratislava – beide laut Europäischer Umweltagentur (EEA) stark belastet mit Feinstaub der Kategorie PM10 – liefen über 16 Monate und bestätigten die ursprünglich gesetzten Projektziele.

Im Zentrum des Projekts stand ein Brembo-Bremssystem, bei dem Bremsscheiben aus einer besonders verschleißarmen Gusseisenlegierung mit speziell darauf abgestimmten Bremsbelägen kombiniert wurden. Die Scheibe basiert auf Brembos Erfahrung mit Pkw-Systemen, die bereits die neue Euro-7-Norm erfüllen. Der neue Belag, der Ende 2025 auf den Markt kommen soll, wurde speziell für Nutzfahrzeuge entwickelt und ist zu 100 Prozent kupferfrei. Das neue System konnte die angestrebte hohe Bremsleistung bei gleichzeitig deutlich reduzierter Partikelemission im Vergleich zu herkömmlichen Bremssystemen erreichen.

Die Projektdaten wurden an die Task Force 5 (PMP-Gruppe der UNECE) weitergegeben, um künftige Emissionsstandards mitzugestalten. Die Tests zeigten dabei ein hohes Potenzial für eine Übertragung in ähnlich stark beanspruchte Einsatzfelder und ebneten den Weg für eine breitere Einführung nachhaltiger Komponenten in Verkehrsflotten. Dank der Zusammenarbeit mit Arriva Italia und Arriva Slovakia wird das System bereits in leichten Nutzfahrzeugflotten in Italien (Bergamo und Rom) sowie in Slowenien eingesetzt – in Vorbereitung auf die Euro-7-Norm, die 2026 in Kraft tritt.

Auch die Stadtverwaltung von Bergamo war aktiv am Projekt beteiligt – mit Zuständigkeit für Kommunikation und ökologische Ausgleichsmaßnahmen vor Ort. Der italienische Nationale Forschungsrat (CNR) brachte zwei Institute ein: das Institut für Luftverschmutzung (CNR-IIA) und das Institut für nanostrukturierte Materialien (CNR-ISMN), die unter anderem die Luftqualität und die Bremsen-bedingte Schadstoffbelastung an Bushaltestellen gemessen sowie ein Modell zur Ausbreitung dieser Schadstoffe entwickelt haben.

Mit Blick auf die Zukunft sind die Projektpartner überzeugt, dass eine kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Forschung, öffentlichen Einrichtungen und lokalen Gemeinschaften entscheidend ist, um weitere emissionsarme Mobilitätslösungen voranzubringen. Das im Rahmen von Re-Breath entwickelte Modell gilt nun als konkrete Best Practice für den Aufbau grünerer, lebenswerter und widerstandsfähiger Städte, in denen urbane Mobilität den Bedürfnissen von Mensch und Umwelt gleichermaßen gerecht wird.

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