Wie einer diesbezüglichen Unternehmensmitteilung zu entnehmen ist, wird die Business Group Interiors mit einem Unternehmenswert von 1,82 Milliarden Euro bewertet. Dies entspricht dem 3,1-Fachen des bereinigten EBITDA aus dem Jahr 2025 in Höhe von 582 Millionen Euro. Sämtliche Erlöse aus dem Geschäft nach Abzug von Minderheitsanteilen, Schuldenanpassungen sowie Carve-out- und Steuerkosten will Forvia nach Aussage der Verantwortlichen zur Rückzahlung finanzieller Verbindlichkeiten nutzen. Ziel ist eine robustere Bilanz in Verbindung mit erhöhter finanzieller Flexibilität. „Das heute angekündigte Transaktionsprojekt spiegelt die Stärke und führende Marktposition von Forvia Interiors sowie die Expertise und das Engagement seiner Teams wider. Es unterstreicht die solide industrielle Basis, die Marktpositionierung und das Wertschöpfungspotenzial des Geschäftsbereichs”, führt Forvia-CEO Martin Fischer zu dem Deal aus. „Ich möchte allen Mitarbeitern von Interiors für ihren Beitrag danken. Wir sind überzeugt, dass Apollo über die Erfahrung und Fähigkeiten verfügt, um die Interiors Business Group in ihrer nächsten Wachstumsphase zu unterstützen.”
Vorbehaltlich der Konsultation von Arbeitnehmervertretungen sowie der üblichen behördlichen Genehmigungen soll der Verkaufsprozess bis zum Jahresende abgeschlossen werden. Mit rund 4,8 Milliarden Euro erwirtschaftete der Bereich Interiors 2025 rund 18 Prozent des Gesamtumsatzes von Forvia. Zur Business Group gehören 59 Produktionsstandorte und 8 F&E-Zentren in 19 Ländern, an denen mehr als 31.000 Menschen beschäftigt sind. Zu den Perspektiven des Bereichs teilt Michael Reiss, Private-Equity-Partner beim neuen Eigentümer Apollo, mit: „Die Automobil-Innenausstattungsbranche entwickelt sich rasant, da Hersteller ihre Fahrzeuge zunehmend über Kabinendesign, hochwertige Materialien und neue Technologien differenzieren. Als eigenständiges Unternehmen mit dedizierter Führung und Ressourcen wird das Interiors-Geschäft von Forvia gut positioniert sein, um von diesen Trends zu profitieren und seinen OEM-Partnern weltweit noch größeren Mehrwert zu bieten.” Als Finanz- und Rechtsberater waren unter anderem Evercore, Baker McKenzie und Crédit Agricole CIB an dem geplanten Deal beteiligt.
Solide Bilanz im ersten Quartal 2026
Parallel zur geplanten Veräußerung des Interior-Geschäfts hat der Forvia-Konzern auch Zahlen für die ersten drei Monate des Geschäftsjahres 2026 vorgelegt. Der Umsatz belief sich demnach auf rund 5,1 Milliarden Euro, wobei alle Regionen außer China organisch zulegen konnten. Als positiv vermerken die Verantwortlichen unter anderem das beschleunigte Wachstum in Indien und eine zunehmende Kundendiversifizierung in China. Vor diesem Hintergrund wurde die Prognose für das laufende Jahr bestätigt. Derweil liegt auch in den kommenden Monaten weiterhin ein klarer Fokus auf strikter Kosten- und Cash-Disziplin. In diesem Zuge sollen unter anderem Kostensteigerungen vollständig durch Optimierungen in der Lieferkette und Weitergabe kompensiert werden.
Pierre-André de Chalendar soll in den Verwaltungsrat einziehen
Eine weitere Veränderung personeller Natur kommuniziert Forvia darüber hinaus mit Blick auf den eigenen Verwaltungsrat: Der derzeitige Vorsitzende des Gremiums Michel de Rosen scheidet mit Ablauf der Hauptversammlung am 4. Juni 2026 aus seinem Amt aus. Dafür soll dann im Rahmen der Hauptversammlung Pierre-André de Chalendar für eine Amtszeit von vier Jahren als unabhängiges Mitglied in den Verwaltungsrat – und zugleich an dessen Spitze – gewählt werden. Ferner soll de Chalendar Teil des Governance-, Nominierungs- und Nachhaltigkeitsausschusses werden. Pierre-André de Chalendar verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung in leitenden Funktionen in der französischen und internationalen Industrie. Mehr als die Hälfte dieser Zeit stand er in Diensten von Saint-Gobain. Bei Forvia hat der Manager seit dem 1. September 2025 bereits die Rolle des Board Observers (Censeur) inne.