Den Rückblick auf das FRi-Geschäftsjahr 2025 übernahm der Beiratsvorsitzende Gerhard Dreikluft. Ihm zufolge sei der Umsatz der Einkaufsgesellschaft 2025 nahezu stabil geblieben. Wachstum verzeichnete die FRi vor allem im Ersatzteil-Geschäft für den Autoservice, was unter anderem am alternden Fahrzeugbestand liege. Außerdem sei inzwischen jedes dritte neu zugelassene Fahrzeug elektrifiziert. Für den Fachhandel verschiebe sich das Gewicht damit spürbar in Richtung Ersatz- und Servicegeschäft. Nach Einschätzung von Dreikluft eine grundsätzlich gute Ausgangslage: Die positive Entwicklung im Kfz-Markt setze sich fort, der strukturell wachsende Pkw Bestand sichere die Reifennachfrage auch bei konjunktureller Schwäche ab.
An den Beiratsbericht schloss FRi-Geschäftsführer Michael Weitz mit einer positiven Zwischenbilanz für das laufende Jahr an: Neben dem stabilen Umsatz bewertete Weitz die Wirtschaftlichkeit der Einkaufsgesellschaft und die Zufriedenheit der Lieferanten als hoch. Positiv habe sich das All-Season-Geschäft entwickelt, trotz rückläufigem Reifenmarkt. Hinzu komme eine in den DACH- und Benelux-Märkten steigende Loyalität zur FRi sowie der weitere Ausbau des Autoservicegeschäfts. Zudem sei der Rollout des neuen FRi-Portals in allen Ländern abgeschlossen worden. Die darüber abgewickelten Handelsumsätze legten Weitz zufolge in den ersten acht Monaten 2026 um 8 Prozent zu, der Direktbezug bei den im FRi-Portal gelisteten Reifenherstellern sei je nach Segment beachtlich gewachsen. Für das laufende und die kommenden Geschäftsjahre nannte Weitz fünf Schwerpunkte: die Bündelung des Einkaufsvolumens für optimale Konditionen, die Sicherung der Lieferfähigkeit, den Ausbau des kooperativen Schulungsangebots, die Weiterentwicklung der FRi-Plattform sowie eine konsequente Kostenkontrolle. „Wir sind gut aufgestellt und werden auch das nächste Geschäftsjahr gemeinsam mit Ihnen erfolgreich managen“, so Weitz.
Abschließend stand die Beiratswahl auf der Tagesordnung. Premio-Partner Gerhard Dreikluft wurde mit 94,7 Prozent der Stimmen wiedergewählt, Christian Dreeke vom Premio-Betrieb Bernd Quellhorst GmbH wurde mit 95,7 Prozent für eine Amtszeit von vier Jahren neu in den FRi-Beirat gewählt. Beide nahmen die Wahl an. In den Ruhestand verabschiedet wurde unterdessen Bernd Rücker, der sich den Verantwortlichen zufolge 25 Jahre lang als Gesellschafter im Beirat für die Belange der Einkaufsgesellschaft engagierte.
Nachfolge und Nachwuchs als zentrale Themen
Personal finden, die Attraktivität des eigenen Betriebs steigern, Marketing im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz – alles Themen, die bereits auf der GRS-Regionaltagung 2026 in Hannover viel Raum einnahmen und die auch auf der FRi-Jahreshauptversammlung von Wichtigkeit waren. GRS-Geschäftsführer Goran Zubanovic eröffnete den GRS-Tagungsteil entsprechend mit der strategischen Ausrichtung und der Leitfrage, wo die Schwerpunkte in der Zusammenarbeit künftig liegen werden. Zum einen möchte die GRS die Systemkompetenz weiter ausbauen: Dabei sollen Digitalisierung, IT-Lösungen und Künstliche Intelligenz den Betrieben Arbeit abnehmen, während es bei der technischen Entwicklung im Automotive-Bereich darum ginge, Schritt zu halten. Ergänzend werde das Augenmerk auf die richtigen Marketing-Maßnahmen, die Sicherung bestehender Standorte und den demografischen Wandel gelegt, der Rekrutierung und Personalentwicklung immer stärker bestimmt. Zum anderen stehe die Leistungsfähigkeit der Partnerbetriebe im Fokus: Führung und Organisation, Schulung und Ausbildung, das Servicegeschäft von Pkw bis Lkw und die Nachfolge sind die Felder, in denen die GRS ihre Partner künftig noch stärker begleiten will.
Die Standort- und Netzwerkentwicklung für die Marke Premio Reifen + Autoservice stellte anschließend Michael Bausch, Leiter Premio, vor. Bis Ende 2026 soll das Premio-Netzwerk auf 258 Standorte anwachsen. Für die Folgejahre kündigte GRS an, allein 2027 bei knapp 50 weiteren Standorten Nachfolgelösungen zu begleiten. Nachfolgeplanung ist den Verantwortlichen zufolge für viele Partnerbetriebe und für den Systemgeber das zentrale Thema. Beim Thema Fachkräftegewinnung setzt der Premio-Channel auf die Recruiting-Kampagne „Dein Job. High Five“, mit der Unternehmensangaben zufolge rund 2,4 Millionen Kontakte erzielt und rund 50 Prozent mehr Einstellungen erreicht werden konnten und die im kommenden Herbst in die nächste Runde geht. Ergänzt wird das Engagement durch das GRS-Management-Förderprogramm für Nachwuchsführungskräfte sowie die GRS-Azubi-Camps, ein speziell zugeschnittenes, zweijähriges Weiterbildungsprogramm für Auszubildende aus kaufmännischen und gewerblichen Ausbildungsgängen aus der Reifen- und Kfz-Branche.
Für die HMI-Gruppe berichtete schließlich Arthur Umarow, Manager Netzwerkentwicklung HMI, über die Entwicklung der angeschlossenen Partnerbetriebe und die Schwerpunkte der Zusammenarbeit im laufenden Jahr. Grund zur Freude gab es dabei aus den eigenen Reihen: Beim BRV-Ausbildungs-Award 2026 belegte Elias Radermacher von HMI-Partner Reifen Radermacher GmbH den dritten Platz. Abschließend präsentierte 4Fleet Group-Leiter Jochen Clahsen ein wachsendes Autoservice- Geschäft bei Leasinggesellschaften mit einer, nach eigenen Angaben, steigenden Zahl teilnehmender Händler im Netzwerk. Gleichzeitig verschärfe sich aber die Konzentration im Flottenmarkt: Durch Übernahmen und Fusionen wachsen die großen Anbieter weiter zusammen. Sich hier mit der 4Fleet Group als Flottendienstleister im Reifen- und Autoservice zu behaupten, werde zunehmend schwieriger.