Die deutschen Pkw-Neuzulassungen hatten zur Jahreshälfte 2026 wieder angezogen. Dabei erfreuten sich insbesondere reine E-Autos (BEV) großer Beliebtheit und konnten im Halbjahresvergleich ein massives Zulassungs-Plus von 48 Prozent verzeichnen. Insgesamt eroberten sie fast ein Viertel des Marktes. Aber auch im Gebrauchtwagen-Markt für Stromer ist mittlerweile Dynamik zu beobachten und das sowohl in Sachen Angebot als auch in den Gebrauchtwagenwerten, wie das DAT-Barometer vom Juli 2026 darstellt. Ihm zufolge lag die Anzahl der BEV-Besitzumschreibungen in den vergangenen anderthalb Jahren stets über den privaten BEV-Neuzulassungen. Besonders auffällig war den Verantwortlichen zufolge in diesem Jahr der April 2026 mit über 40.000 BEV-Besitzumschreibungen. Die privaten BEV-Neuzulassungen waren dagegen im gleichen Monat trotz der E-Prämie leicht rückläufig. Hohe Kraftstoffpreise haben laut der Analyse den Markt insgesamt belebt. Diese haben dafür gesorgt, dass gebrauchte BEV – besonders die um 20.000 Euro – stark nachgefragt und daher zurzeit sehr knapp wurden. Zudem mache sich jetzt die „Corona-Delle“ und die Auswirkungen des Ukraine-Krieges bemerkbar. Weniger Fahrzeuge wurden damals neu gebaut, die fehlen heute als Gebrauchtwagen.
Zudem sorgen die Sperrung der Straße von Hormus und die dadurch ausgelösten potenziellen Engpässe beim Öl für eine positive Entwicklung des Preises von gebrauchten BEV. In den vergangenen anderthalb Jahren stieg die private BEV-Nachfrage laut der DAT langsam, aber stetig, auch ohne staatliche Förderung für E-Autos bei gleichzeitig moderaten Kraftstoffpreisen. Dies ändert sich seit dem Iran-Krieg. Durch die hohen Kraftstoffpreise rücken laut DAT gebrauchte BEV bei vielen Interessenten in den Fokus. Die Fahrzeuge seien oft sofort verfügbar und besonders die kleinen Modelle preislich attraktiv. Dadurch sei das Angebot sehr knapp, während weniger Gebrauchtwagen nachkämen. Das führt laut der DAT dazu, dass sich die Werte gebrauchter BEV leicht nach oben bewegen. Den Daten zufolge wurden Stromer im Juni im Schnitt zu 50,9 Prozent des ehemaligen Listenneupreises verkauft. Damit sind die Verkaufspreise von gebrauchten BEV wieder auf dem Stand von Januar 2026 angelangt, nachdem sie von Februar bis Mai 2026 zunächst sanken. Zum Vergleich: Verbrenner liegen fast zehn Prozentpunkte darüber, befinden sich aber in einer leichten Abwärtstendenz.