Fuhrpark- und Mobilitätsumfrage

Gebrauchtwagen gewinnen in deutschen Flotten an Bedeutung

Eine wachsende Zahl von Unternehmen zieht für die kommenden Jahre auch Gebrauchtfahrzeuge für ihre Fuhrparks in Erwägung.  Foto: scharfsinn86 - stock.adobe.com

Laut dem aktuellen Arval Mobility Barometer bleiben deutsche Unternehmen trotz globaler und wirtschaftlicher Unsicherheiten hinsichtlich der Entwicklung ihrer Fuhrparks zuversichtlich. Demnach erwarten 92 Prozent der befragten Unternehmen in den nächsten drei Jahren ein stabiles oder wachsendes Flottenvolumen, 15 Prozent gehen sogar von einem Wachstum ausgehen. Das Full-Service-Leasing ist den Angaben zufolge weiterhin eine oft genutzte Finanzierungsform, auf die derzeit 29 Prozent der Unternehmen zurückgreifen würden. Weitere jeweils 31 Prozent nutzen Finanzierungsleasing beziehungsweise Bar- oder Direktkauf. Bei PKW setzen Unternehmen den Angaben zufolge stärker auf das Full-Service-Leasing als bei leichten Nutzfahrzeugen. Bei letzteren ist der Barkauf weiter verbreitet als bei den PKW. Auch bei Gebrauchtfahrzeugen spielt Leasing eine zunehmend wichtige Rolle. Insgesamt würden 61 Prozent der Unternehmen Leasingmodelle nutzen, davon 29 Prozent Full-Service Leasing und 32 Prozent Finanzleasing.

Gebrauchtfahrzeuge gewinnen an Relevanz

Der Umfrage zufolge haben 46 Prozent der befragten deutschen Unternehmen Gebrauchtfahrzeuge in ihre Fuhrparks integriert, weitere 39 Prozent ziehen dies in den kommenden drei Jahren in Erwägung. Der Trend zeige sich über alle Regionen und Unternehmensgrößen hinweg. Für den Markt für gebrauchte E-Autos sehen die Verantwortlichen ebenfalls Potenzial, sollten Hemmnisse weiter abgebaut werden. Laut dem aktuellem DAT-Barometer ziehen bereits zahlreiche Privathaushalte gebrauchte vollelektrische Fahrzeuge in Erwägung. „Die Angst vor dem Reichweitenverlust bei gebrauchten E-Autos ist unbegründet. Unsere Daten belegen: Die Batteriekapazität lag nach rund 70.000 Kilometern bei etwa 93 Prozent. Gebrauchte E-Autos können damit eine Schlüsselrolle spielen, um die Transformation der Unternehmensflotten schneller und wirtschaftlicher voranzubringen“, so Katharina Schmidt, Head of Consulting. Zudem halten Unternehmen ihre Fahrzeuge länger. Statt wie bisher etwa 4,9 Jahre, halten Unternehmen ihre Fahrzeuge laut der neuesten Umfrage etwa ein halbes Jahr länger.

Für den Hochlauf der E-Mobilität stellt sich die Ladeinfrastruktur weiterhin als wichtigster Hebel heraus. 84 Prozent der deutschen Unternehmen haben der Umfrage zufolge bereits mindestens eine alternative Antriebstechnologie implementiert oder planen dies innerhalb der nächsten drei Jahre. Bei 70 Prozent der Unternehmen werden Autos mit einer elektrischen Antriebsform bereits aktiv genutzt. Damit hebt sich Deutschland deutlich vom europäischen Durchschnitt ab. Als Hauptgrund für die Elektrifizierung nennen Unternehmen die Übereinstimmung mit der CSR-Richtlinie, sehen sie aber auch als Chance zur Reduzierung der Umweltauswirkungen und der Kraftstoffkosten. Etwa 30 Prozent der Befragten nannten die Ausweitung von Umweltzonen als Faktor. Allerdings gibt es für Unternehmen bei der Einführung von vollelektrischen Fahrzeugen noch Herausforderungen. 63 Prozent der Unternehmen sehen fehlende Ladelösungen immer noch als größtes Hemmnis beim Umstieg auf Elektromobilität. Fehlende Ladepunkte bei Mitarbeitern zu Hause oder im Unternehmen sowie hohe Anschaffungskosten bremsen die Umstellung. Ein Thema, das an Bedeutung gewonnen hat, ist zudem die Reichweite. Bei der letzten Befragung gaben nur 8 Prozent an, dass eine geringe oder eingeschränkte Reichweite für sie ein Hemmnis darstellt, bei der aktuellen Umfrage waren es hingegen 18 Prozent. Auf der anderen Seite ist ein großer Teil der Arbeitgeber bereit, Heimladestationen bei ihren Mitarbeitern finanziell zu fördern.

Auch die Vernetzung von Fahrzeugen nimmt an Fahrt auf. Bereits 33 Prozent der Unternehmen nutzen laut Umfrage Telematiktools in ihren Pkw- oder LCV-Flotten. Allerdings nutzen lediglich 17 Prozent die gewonnenen Daten aktiv, ein leichter Rückgang im Vergleich zur letzten Befragung (-3 Prozent). Weitere 44 Prozent planen den Einsatz in den kommenden drei Jahren. Im Vordergrund stehen laut Arval technische Diagnosen (21 Prozent), die Ermittlung des Kraftstoffverbrauchs (13 Prozent) sowie die Fahrzeugortung (12 Prozent).

Unternehmen setzen auf Mobilitätsstrategien für ihre Mitarbeiter

Laut Umfrage sind zudem CSR-Richtlinien (40 Prozent) und die eigene Attraktivität als Arbeitgeber (38 Prozent) die größten Treiber für Mobilitätslösungen und -maßnahmen. Kaum ein Unternehmen verzichtet mehr auf eine Mobilitätsstrategie. 86 Prozent der Unternehmen bieten ihren Mitarbeitenden mindestens eine Mobilitätslösung und -maßnahme an, weitere 10 Prozent ziehen dies in den nächsten drei Jahren in Betracht. Damit gehört Deutschland den Daten zufolge zu den Spitzenreitern Europas. Besonders beliebt sei Ridesharing. 24 Prozent der befragten Unternehmen nutzen diese Mobilitätslösung bereits und weitere 13 Prozent erwägen deren Einführung in den nächsten drei Jahren. Außerdem ist Fahrradleasing attraktiv. Jeder fünfte der befragten Arbeitgeber bietet seinen Mitarbeitern diesen Benefit. 17 Prozent der Unternehmen haben zudem bereits Lastenräder eingeführt. Weitere 30 Prozent erwägen die Nutzung in den nächsten drei Jahren.

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