Die Generation Z, diejenige Gruppe, die mit Smartphones und Social Media aufgewachsen ist, rückt zunehmend in den Fokus der Automobilbranche. Daher hat die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) auf Basis der Daten des aktuellen DAT-Reports 2026 einen genaueren Blick auf die Gebrauchtwagenkäufer und Pkw-Halter bis 29 Jahre geworfen. Ziel war es, ihre Beziehung zum Auto und zum Autokauf herauszuarbeiten. Laut DAT-Report informieren sich 93 Prozent der Gebrauchtwagenkäufer in der Altersgruppe bis 29 Jahre über Onlineverkaufsplattformen. Auch unter allen Gebrauchtwagenkäufern sind laut Studiendaten Onlineverkaufsplattformen mit 84 Prozent die Top-Nennung. Klassische Suchmaschinen wie Google, Bing und Co. sind im Vergleich weiter abgeschlagen. Nur 58 Prozent der Altersgruppe bis 29 Jahre und 52 Prozent aller Gebrauchtwagenkäufer würden auf diese zurückgreifen. Foren, Blogs und Social Media folgen bei der Gen Z mit 41 Prozent, der Durchschnitt vereint mit 31 Prozent zehn Prozentpunkte weniger auf sich. Trotz aller Onlineaffinität würde die Gruppe der 29-Jährigen im Informationsprozess zu großen Teilen auch das private Umfeld (73 Prozent) zu Rate ziehen. Bei Händlern oder Werkstätten hat sich diese Generation laut Studie hingegen deutlich seltener informiert (16 Prozent). Der Wert für alle Gebrauchtwagenkäufer liegt nahezu doppelt so hoch (30 Prozent).
Die Käufer unter 30 Jahren haben sich den Studienergebnissen zufolge nicht nur häufiger online informiert, sondern ihr Fahrzeug tatsächlich auch häufiger über eine Online-Plattform gefunden, schließlich aber offline gekauft (44 Prozent). Der Durchschnittswert über alle Gebrauchtwagenkäufer hinweg liegt dabei bei 36 Prozent. Ferner kann sich die Gen-Z auch viel häufiger einen vollständig digitalen, rechtssicheren Prozess beim Gebrauchtwagenkauf inklusive Bezahlung vorstellen. Sie seien demgegenüber viel aufgeschlossener und bereit, den Kaufprozess komplett online durchzuführen. „Die Onlineaffinität der unter 30-Jährigen im Informations- und Kaufprozess geht aus unseren Umfragen deutlich hervor. Für den Handel ein klares Signal, die Onlinestrategie weiterhin stärker auf die jungen Menschen auszurichten“, kommentieren Uta Heller und Dr. Martin Endlein, die Autoren des DAT-Reports.
Alternative Fortbewegungsmittel kommen nicht infrage
Vollelektrische Pkw sind weiter auf Wachstumskurs. Daher hat sich der DAT-Report auch mit der Einstellung der Gen Z gegenüber E-Autos auseinandergesetzt. In Sachen E-Mobilität ist insbesondere die jüngere Generation offener als die ältere Generationen. Fahrerinnen und Fahrer von E-Autos zeigen sich insbesondere von deren Technologie und Fahrweise überzeugt. Laut DAT-Report sind ein vollelektrisches Fahrzeug bisher 30 Prozent aller Pkw-Halter gefahren, während die Altersgruppe der unter 30-Jährigen einen leicht höheren Wert von 34 Prozent aufweist. In Sachen Einstellung zu Elektromobilität weist diese Zielgruppe aber Unterschiede auf: Während Punkte wie „Perfektes Alltagsauto“ oder „Antriebsart der Zukunft“ auf Durchschnittsniveau liegen, ist die junge Zielgruppe gegenüber BEV deutlich weniger skeptisch. Nur 58 Prozent stimmen der Aussage „BEV sind zu teuer in der Anschaffung“ zu. Unter allen Pkw-Haltern sind es 80 Prozent. Deutlich geringer schätzen sie zudem „die Batterie ist großer Unsicherheitsfaktor“ ein (59 Prozent zu 72 Prozent). Die Aussage: „Solange ich zuhause nicht laden kann, kommt ein E-Auto für mich nicht infrage“ bestätigten 64 Prozent der jungen Generation. Der Gesamtdurchschnitt über alle Pkw-Halter hinweg lag mit 72 Prozent etwas darüber.
Für den DAT-Report wurden außerdem alle privaten Autokäufer erstmals gefragt, inwieweit sie alternative Fortbewegungsmittel zum Autokauf in Erwägung gezogen hatten. Ähnlich wie im allgemeinen Durchschnitt (97 Prozent) sagte bei den unter 30-Jährigen die große Mehrheit (94 Prozent) der Gebrauchtwagenkäufer zunächst, dass der Kauf alternativlos war. Auto-Abo, E-Bike oder Motorroller wurden nahezu gar nicht in die Überlegungen einbezogen. Die junge Generation sah lediglich Car-Sharing und den öffentlichen Nahverkehr als mögliche Alternativen zum Gebrauchtwagenkauf, allerdings zu verschwindend geringen Anteilen von 2 Prozent bzw. 5 Prozent.