Die Zahlen für das erste Halbjahr 2025 warfen bereits ihre Schatten voraus. Mit einem Nettoumsatz von rund 8,7 Milliarden US-Dollar und einem Absatzvolumen von 76,4 Millionen Reifeneinheiten konnte Goodyear nicht an das Vorjahresniveau anknüpfen. Nun veröffentlichte Goodyear das Ergebnis für das Gesamtjahr 2025 und bestätigte damit den Trend. Insgesamt belief sich der Nettoumsatz 2025 auf 18,3 Milliarden Dollar, was einem Rückgang von 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Nettoverlust belief sich – unter anderem aufgrund hoher Steueraufwendungen – auf 1,7 Milliarden Dollar, verglichen mit einem Nettogewinn von 46 Millionen Dollar im Vorjahr. Auch der Reifenabsatz war rückläufig: Mit 158,7 Millionen Einheiten hat Goodyear 4,7 Prozent weniger Reifen verkauft als im Vorjahr.
Rückläufige Volumina in allen Regionen
Der Goodyear-Nettoumsatz im amerikanischen Markt lag im vierten Quartal 2025 mit 2,9 Milliarden Dollar um 0,8 Prozent unter dem Vorjahreswert. Das Reifenabsatzvolumen sank um 3,9 Prozent. Im Consumer-Bereich sank die Anzahl verkaufter Reifen im Ersatzmarkt um 3,7 Prozent, während die Nachfrage nach Erstausrüstungsreifen um 2,6 Prozent zurückging. Ähnlich wie in den Vorquartalen verzeichnete auch das Geschäftsfeld Commercial einen Rückgang der Nachfrage. Bezogen auf das Gesamtjahr sank der Reifenabsatz in Amerika von 81,6 Millionen Stück auf 78,2 Millionen. Die Segmentmarge ging von 8,5 Prozent auf 6,8 Prozent zurück.
Im EMEA-Wirtschaftsraum (Europa, Naher Osten und Afrika) stieg der Nettoumsatz im vierten Quartal des Jahres 2025 gegenüber dem Vorjahresquartal um 4,9 Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar, das Reifenvolumen sank hingegen um 2,3 Prozent. Dabei ging das Ersatzmarktgeschäft um 8,2 Prozent zurück, während die Nachfrage nach OE-Reifen ein Wachstum von 14,3 Prozent verzeichnete. Bezogen auf das Gesamtjahr ging der Reifenabsatz auf 47,9 Millionen zurück. Zwar stieg die Marge im Quartalsvergleich stark an (von 2,6 Prozent auf 7,5 Prozent), im Gesamtjahr ging sie allerdings von 2,3 auf 2,1 Prozent zurück. Trotz vielfacher Anstrengungen konnte der amerikanische Reifenhersteller die Lage auf seinem zweitstärksten Markt nicht signifikant verbessern.
Schließlich lag der Nettoumsatz im asiatisch-pazifischen Raum im vierten Quartal 2025 mit 528 Millionen Dollar um 12,9 Prozent unter dem Vorjahreswert, was auf den Verkauf des OTR-Reifengeschäfts zurückzuführen ist. Das Reifenabsatzvolumen im vierten Quartal ging um 1,6 Prozent zurück. Bezogen auf das Gesamtjahr sank der Reifenabsatz auf 32,6 Millionen Einheiten. Zeitgleich verringerte sich auch die Marge auf 10,6 Prozent. Damit musste Goodyear auch in der margenstärksten Region Verluste hinnehmen.
Für das erste Quartal 2026 prognostiziert der Reifenhersteller neben weiteren zusätzlichen Kosten auch zollbedingte Aufwendungen in Höhe von 65 Millionen Dollar, die bis zum Jahresende auf geschätzt 300 Millionen Dollar ansteigen sollen. CEO Mark Stewart zeigt sich dennoch zuversichtlich: "Obwohl wir im ersten Quartal weiterhin mit schwierigen Branchenbedingungen konfrontiert sind, konzentrieren wir uns noch stärker und disziplinierter auf die Faktoren, die wir selbst beeinflussen können, um die aktuelle Situation zu meistern."