Im Reifentest für die Allrad-Beilage von AutoBild ergänzen Prüfungen auf Sand, Kies, Schotter und Gras die klassischen Disziplinen auf nasser und trockener Fahrbahn. Während letztere zu je 40 Prozent in die Gesamtwertung einfließen, macht die Offroad-Wertung die übrigen 20 Prozent der finalen Note eines Reifens aus. Gegenüber dem großen AutoBild-Sommerreifentest entfällt dafür das Kapitel „Kosten”. Ungeachtet der veränderten Bewertungskriterien fährt jedoch auch im Allrad-Check der Hankook Ventus evo an die Spitze. Der Koreaner verdient sich den Testsieg mit „besten Nässeeigenschaften, kurzen Bremswegen” sowie einem „dynamischen Handling”. Zudem gehört der Pneu im Offroad-Bereich zu den besten Kandidaten im Testfeld. Zwar verliert er einige Punkte durch seine „eingeschränkte Traktion auf Sand”, macht dafür aber auf Gras und Kies die jeweils klar beste Figur.
Auf Rang zwei landen – jeweils mit der Note 1,3 – gleichauf der Bridgestone Potenza Sport Evo („Dynamiker mit kurzen Bremswegen”) und der Vredestein Ultrac Pro („Allrounder mit niedrigsten Rollwiderstand”). Während das Duo vor allem auf nasser Piste zu den besten gehört, leistet sich der ebenfalls noch „vorbildliche” Goodyear Eagle F1 Asymmetric 6 genau dort kleinere Schwächen: Der „Schotterspezialist” performt in puncto Aquaplaning nicht auf Augenhöhe mit der Konkurrenz und wird daher bei seinem Heimspiel in Mireval insgesamt nur Vierter (Note 1,4).
Auf Nässe und im Gelände werden Unterschiede sichtbar
Als Fünfter und damit genau in der Mitte des neun Profile umfassenden Testfelds geht der Michelin Pilot Sport 4 SUV (Note 1,8) durchs Ziel. Der „Nässespezialist mit großen Reserven bei Aquaplaning” hadert mit einer nur „eingeschränkten Traglast” und ist zudem als einziger Reifen im Test nur für Geschwindigkeiten bis 240 km/h zugelassen (V). Wiederum dahinter folgt das gleichstarke Duo Kumho Ecsta Sport PS72 und Toyo Proxes Sport 2 (jeweils Note 2,1), das jedoch in gegensätzlichen Kategorien seine Stärken hat: Während das Kumho-Gummi im Gelände überzeugend unterwegs ist, verliert der Toyo-Vertreter genau dort den Anschluss. Dafür erweist sich der japanische Reifen auf Nässe als solide, wohingegen der Ecsta Sport PS270 in dieser Kategorie nur eine 2- einfährt. Schlusslichter sind die nur „befriedigenden” Profile Falken Azenis FK520 und der GitiSport S2+. Das „Bremsass” aus dem Hause Falken patzt leicht im Trockenhandling sowie bei der Traktion auf Kies und wird mit der Gesamtnote 2,5 vorletzter. Mit einer 2,7 noch dahinter folgt der neue GitiSport S2+. Ein „eingeschränktes Gripniveau mit verlängerten Bremswegen bei Nässe” ist dafür der Hauptgrund, wobei auch schwächere Leistungen auf sandigem Untergrund negativ vermerkt werden.
Alles in allem sind Dierk Möller und Martin Westerhoff mit dem Niveau im aktuellen Allrad-Reifentest zufrieden. „Auch wer sein Fahrzeug öfter abseits befestigter Straßen bewegt, findet in unserem Testfeld talentierte Wegbegleiter. Welcher Reifen am Ende zum persönlichen Favoriten wird, entscheidet vor allem aber das eigene Nutzungsprofil”, resümieren die Experten. Sie schränken jedoch ein: „Mit Toyo und Giti bleibt man besser auf befestigter Piste.”
Sommerreifentest AutoBild Allrad, Dimension 255/45 R19 V/Y
| Modell | Gelände¹ | Nass | Trocken | Bewertung |
| Hankook Ventus evo | 2+ | 1- | 2+ | 1,2 - vorbildlich |
| Bridgestone Potenza Sport Evo | 2+ | 2+ | 2+ | 1,3 - vorbildlich |
| Vredestein Ultrac Pro | 2 | 2+ | 2+ | 1,3 - vorbildlich |
| Goodyear Eagle F1 Asymmetric 6 | 2+ | 2 | 2+ | 1,4 - vorbildlich |
| Michelin Pilot Sport 4 SUV | 2 | 2+ | 2 | 1.8 - gut |
| Kumho Ecsta Sport PS72 | 2+ | 2- | 2 | 2,1 - gut |
| Toyo Proxes Sport 2 | 2- | 2 | 2 | 2,1 - gut² |
| Falken Azenis FK520 | 2 | 2 | 2 | 2,5 - befriedigend² |
| Giti GitiSport S2+ | 2- | 3+ | 2 | 2,7 - befriedigend² |
¹Schulnoten von 1 (sehr gut) bis 6 (ungenügend), Gewichtung Nass/Trocken 40 Prozent, Offroad 20 Prozent
²Einzelnoten in sicherheitsrelevanten Disziplinen/Kapitelnoten ab 3+ führen zu Abwertungen