Sonderauswertung des TÜV-Report 2026

Hauptuntersuchung: Abblendlicht führt Mängelliste an

In einer Kfz-Werkstatt wird ein defektes Abblendlicht repariert.Im Berichtszeitraum zwischen Juli 2024 und Juni 2025 summierten sich die Mängel allein bei Scheinwerfern auf 602.593.  Foto: industrieblick – stock.adobe.com

Fahrzeuge mit erheblichen und gefährlichen Mängeln erhalten keine Plakette, müssen umgehend repariert und innerhalb von vier Wochen erneut bei der Prüfstelle vorgeführt werden. Die mit Abstand meisten Mängel betreffen dabei laut TÜV-Bericht das Abblendlicht. Angeführt werden unter anderem defekte Leuchtmittel, falsch eingestellte Scheinwerfer oder eine zu geringe Leuchtwirkung. „Häufig funktionieren Scheinwerfer gar nicht oder sie sind falsch eingestellt“, sagt Frank Schneider, Referent für Fahrzeugtechnik beim TÜV-Verband.

Die Plätze zwei bis vier der häufigsten Mängel bei der Hauptuntersuchung belegt die Bremsanlage. „Verschlissene, riefige oder stark korrodierte Bremsscheiben sind häufig der Grund für einen erheblichen Mangel bei der HU“, sagt Schneider. Technischer „Gegenpol“ der Scheiben sind die Bremsbeläge. Diese können unter anderem gebrochen, lose oder verölt sein. Auch eine unsachgemäße Montage oder eine falsche Größe führt den Prüfern zufolge zum Nichtbestehen. Besonders gefährlich sind undichte, beschädigte oder stark korrodierte Bremsleitungen. „Bei einem Verlust von Bremsflüssigkeit lässt der Druck im Bremssystem nach, was im schlimmsten Fall zu einem Totalausfall der Bremsen führen kann“, sagt Schneider.

Auf Platz fünf der Mängelliste folgen gebrochene, verschlissene oder falsch montierte Federn. Sie sorgen für Stabilität und Komfort beim Fahren. Technisch eng verknüpft mit den Federn sind die Schwingungsdämpfer. Ihre Funktion besteht darin, die Schwingungen der Federn zu kontrollieren und zu reduzieren. Sie können beschädigt, korrodiert oder undicht sein, was zu austretendem Öl führt. „Defekte Federn und Dämpfer sind gefährlich, weil sie die Fahrstabilität beeinträchtigen. In Kurven kann das Fahrzeug schlechter kontrolliert werden und der Bremsweg verlängert sich um bis zu 20 Prozent“, sagt Schneider. Auch Reifen fallen laut Report durch Beschädigungen oder eine zu geringe Profiltiefe häufig negativ auf. Außerdem fahren Fahrzeugbesitzer den Prüfern zufolge nicht selten mit unzulässigen Reifengrößen oder einer Mischbereifung vor.

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