Recycling-Spezialist bekräftigt Ambitionen 

Investitionen beeinträchtigen Enviro-Halbjahresbilanz  

AltreifenEine Million Tonnen Altreifen will Enviro mittelfristig jährlich verwerten können.  Foto: Daniel Lorenz

„Unsere Vision ist klar: Wir wollen in Europa eine Gesamt-Recyclingkapazität von einer Million Tonnen Reifen pro Jahr erreichen. Um dies zu erreichen, investieren wir weiterhin in Technologie, Kapazitäten und Mitarbeiter”, bekräftigt Enviro-CEO Fredrik Emilson im Zuge der Veröffentlichung der Halbjahresbilanz. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2025 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 27,3 Millionen SEK (ca. 2,45 Millionen Euro), nachdem dieser Wert im Vorjahr noch bei 116,2 Millionen SEK (ca. 10,42 Millionen Euro) gelegen hatte. Das Ergebnis vor Steuern lag gar im roten Bereich (-44,5 Millionen SEK; ca. 4 Millionen Euro); während der bereits im Vergleichszeitraum negative Cashflow nach Investitionen noch einmal deutlich negativer ausfiel (-93,4 Millionen SEK; ca. 8,38 Millionen Euro). Vor allem das anhaltend hohe Investitionsvolumen sehen die Verantwortlichen als Grund für diese Entwicklung.  

Enviro-CEO Fredrik Emilson
Fredrik Emilson fungiert seit Februar 2024 als CEO von Enviro. Foto: Enviro Systems

Rechnen sollen sich diese Aufwendungen unter anderem mit der Fertigstellung der Verwertungsanlage im schwedischen Uddevalla. Der Großteil der Fabrik- und Bürogebäude ist Unternehmensangaben zufolge fertiggestellt, während bereits seit einigen Monaten die Installation der Produktionsanlagen im Gange ist. Im vierten Quartal 2025 soll eine erste Anlaufphase beginnen, um eine vorläufige Freigabe (Provisional Acceptance Certificate, PAC) zu erhalten und die Anlage bis Mitte 2026 an das Joint Venture Infiniteria zu übergeben. Für das künftig in Uddevalla produzierte Pyrolyseöl sowie das recovered Carbon Black (rCB) wurden kürzlich weitere Abnahmeverträge geschlossen, sodass die gesamte Jahreskapazität bereits verkauft ist. 

Parallel dazu intensiviert der Recycling-Spezialist seine Kooperation mit Michelin, um auch für Motorsport-Reifen eine tragfähige Kreisauflösung zu etablieren. CEO Fredrik Emilson ist überzeugt: „Mit einer gestärkten Bilanz, bestätigten Lieferungen, anhaltend großem Interesse seitens unserer Partner und einem wachsenden Dienstleistungsportfolio sind wir für den nächsten Schritt auf unserem Wachstumskurs gut aufgestellt.” Wie das Unternehmen weiter mitteilt, ergaben sich durch die Wahl bei der Jahreshauptversammlung im Juni Änderungen im Board of Directors. Fabien Gaboriaud, Peter Möller und Björn Olausson wurden wiedergewählt, während Magnus Jakobson, Helene Svahn und Ewa Björling (Chair of the Board) neu in das Gremium eingezogen sind. 

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