Continental setzt auf integrierten Ansatz

“Jahr der Fokussierung” im Reifengeschäft

Mirco Brodthage blickte als Leiter Reifenersatzgeschäft Deutschland auf die Herausforderungen des kommenden Jahres.   Foto: Continental

Der Wandel schafft auch Möglichkeiten. Diesen positiven Twist bemühte die Conti-Führungsriege des Reifenersatzgeschäfts im Rahmen eines Presseabends, zu dem alljährlich ausgewählte Journalisten und Verlagsverantwortliche nach Hannover geladen werden. Mirco Brodthage als Leiter Ersatzgeschäft Deutschland und Entwicklungschef Hinnerk Kaiser blickten voraus auf das Jahr 2026 – und gewährten erste Einblicke auf die strategische Neujustierung innerhalb der Reifen-Division. Jahrelang war diese die Cash-Cow des Konzerns, und in Zukunft spielt sie ein Soloprogramm im Aftermarket. Die traditionelle Stärke im Reifengeschäft schafft für Conti eine solide Basis für Nachschärfungen struktureller Art, um sich für die künftigen Herausforderungen zu wappnen. Eine Änderung betrifft die Integration des Vertriebs von Spezialreifen in die deutsche Marktorganisation unter Leitung von Thorben Pilzecker. Mit einem integrierten Ansatz soll “mehr Schlagkraft entstehen”. 

Besonders im Commercial-Segment wurde der Druck durch die asiatische “Günstig-Konkurrenz” maximal erhöht. Der Markt der Runderneuerung ist rückläufig und steigende Kosten belasten die Transportbranche. Dass der “Reifen ein Kostenhebel ist”, wie Mirco Brodthage trefflich formulierte, scheint bei so manchem Unternehmer im Transportgewerbe bisher nur eindimensional erfasst zu sein. Nicht nur der Kaufpreis darf in der Kostenrechnung zu Buche schlagen, sondern auch die Faktoren Laufleistung, Energieeffizienz und ein Fortleben des Reifens durch die Runderneuerung. Dieses wirtschaftliche Gesamtpotenzial eines Premium-Produkts gilt es zielgenau im Flottengeschäft zu platzieren. Die vertriebliche Nachschärfung soll hier mehr Nachdruck im Verkauf bringen. Neben dem regionalen Vertrieb für Pkw-, Lkw- und Busreifen in Deutschland verantwortet Thorben Pilzecker ab dem 1. Januar also auch den Vertrieb für Spezialreifen für kommerzielle Anwendungen in der DACH-Region. Ab Februar steht ihm bei seinen erweiterten Aufgaben dann Thomas Kues zur Seite, der die Position des Regional Sales Managers für das CST-Portfolio übernimmt. Mit dem Bereich Commercial Specialty Tires deckt Continental Reifenlösungen für Gabelstapler, Flughafenfahrzeuge und innerbetriebliche Fördertechnik wie auch für Hafenanwendungen und den EM-Bereich (Earth Moving) ab. 

„Mit dem neuen Setup werden wir die Kräfte im Reifenvertrieb weiter bündeln und noch schlagkräftiger gestalten. Durch die organisatorische Zusammenführung entsteht ein integrierter Ansatz, der den Fokus auf den deutschen Markt legt und eine enge Verzahnung mit Österreich und der Schweiz ermöglicht“, ist Mirco Brodthage überzeugt. Mit der neuen Struktur kompensiert der Reifenhersteller zudem einen altersbedingten Wechsel. Matthias Engelhardt, bislang verantwortlich für den Vertrieb von Commercial Specialty Tires in der DACH-Region, geht zum Jahresende in den Ruhestand. Der Presseabend verdeutlichte, dass das Conti-Management deutlich sieht, wo die Herausforderungen auch seitlich vom Verkaufsfaktor Produktqualität liegen. Das “Jahr der Fokussierung” kann beginnen. 

Journalisten und Verlagsverantwortliche lud Conti zum fachlichen Austausch nach Hannover ein. Foto: Continental

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