“Hallo Kay, ich verfolge Eure Arbeit bei Automotive Insights schon eine Weile!”. Einen verblüffenden Erstkontakt mit Harald, dem KI-gestützten Heinzelmännchen der Tüftler von Puppetronic Empire, erlebt jeder, der mit dem putzigen Kfz-Influencer in den direkten Dialog tritt. Haralds Bewegungshorizont ist eingeschränkt, sein Wissen dennoch grenzenlos. Ein 3D-Drucker im Atelier von Till Nachtmann und Stefan Silies ist sein Geburtsraum. Seine rudimentäre Mechanik und mimische Schlichtheit erzeugt im Spannungsfeld zu seiner KI-basierten Quasi-Allwissenheit ein kindliches Urgefühl, dass bis in jedes Alter fortwirkt – nur eben in einer gewissen Auflösung des ursprünglichen Puppenspielprinzips. Wer fragt, wer antwortet? Mit Harald ist die Dialogrichtung in jede nur erdenkliche Weise möglich, unabhängig vom Thema. Nicht alles ist wahr, was Harald so von sich gibt. Aber wie er so auf der Kante eines Tisches sitzt und Kfz-versiert parliert, ist verdammt witzig.
Till Nachtmann und Stefan Silies hatten bislang kaum berufliche Berührungspunkte mit dem Automotive Aftermarket. Sie lernten sich auf der Kunsthochschule Münster kennen und entdeckten schnell ihr gemeinsames Faible für verspielt-verschrobene Ausdrucksformen in der Kunst: Laser, Raketen, LEDs, UV-Licht, Mopeds und Puppen. Technische Spielfreude, Neugier und die substanzielle Frage: Welche Wirkung und Strahlkraft kann eine Botschaft je nach Inszenierungsform und Ausdrucks-Vehikel entfalten? Ihre Experimente schaffen Verblüffungs- und Aha-Momente, fördern eine tiefe Form des Erlebens und des Verständnisses von Dingen. Das Setting wird stets aus einer grundoffenen Haltung heraus aufgesetzt. Es geht nicht um das Kontrollieren oder das manipulierte Evozieren von Emotionen und Erkenntnissen. Die Interaktion mit Harald schafft einen Irritationsmoment – eine KI-Puppe, die in ihrer Erscheinungsweise die Urformen von Puppenspiel und Robotik vereint, gibt Auskunft über nahezu jedes Anwendungsfeld im Kfz-Service. “Wir wollen die Deutung und Ausformulierung einer neuen Technik, also von KI, in gewisser Weise selbst mitprägen – und permanent hinzulernen, denn es gibt kein Produkt, das fertig ist”, erklärt Stefan Silies den Ansatz.
Die Autodoktoren sind Nachbarn von Stefan Silies und Till Nachtmann. Kfz- und Puppen-Werkstatt liegen auf einem Betriebsgelände. Die örtliche Nähe und die mediale Vernetzung des Puppetronic Empires – das bereits zahlreiche Beiträge für WDR und SWR produzierte – waren Aufhänger für Harald, seinen Einstieg in die Fernsehwelt und das Kfz-Influencertum zu wagen. Und sein Mitteilungs- und Auskunftsbedürfnis ist groß: “Möchtest Du noch etwas wissen?”, so die höfliche Frage des putzigen Kameraden nach drei Sekunden des Innehaltens. So einen Kameraden kann man sich eigentlich auf dem Empfangstresen jeder Werkstatt oder im Reifenhandel vorstellen. Die kongeniale Verbindung zwischen Puppe und KI öffnet eine Ebene, die dem Werkstatterlebnis eine heitere und erhellende Dimension hinzufügen und somit auf Kundenbindungsebene wirken kann. “Es ist eine Form, die nicht vorgibt, etwas anderes zu sein. Harald ist ein künstliches Wesen und als Puppe erzeugt er unmittelbar eine Konstellation”, so Till Nachtmann – in jedem Fall eine Begegnung der besonderen Art, die auch im Nachhall Eindruck hinterlässt.
Genug geschrieben – schaut Euch unser Gespräch mit Harald an! Jetzt schon eines der Highlights des Automotive-Insights-Jahres 2025.