Machtkampf zwischen Branchenverbänden

Kurt-Christian Scheel verlässt ZDK

ZDK_Kurt_Christian_ScheelÜbernahm im November 2022 die ZDK-Leitung als Nachfolger von Dr. Axel Koblitz: Kurt-Christian Scheel.   Foto: ProMotor

Die Vorstandsgremien der beiden Verbände liefern sich seit Monaten einen Machtkampf, der nicht im Sinne des Automobilhandels und des Kfz-Gewerbes sein kann. Besonders am Vorgehen des Bundesinnungsmeisters und ZVK-Präsidenten Detlef Peter Grün entzündet sich Unmut. Grün forciert die Trennung der gemeinsamen Geschäftsstelle des Zentralverbandes Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) und des Zentralverbandes des Kraftfahrzeughandwerks (ZVK). In einer ZDK-Mitteilung wird von offizieller Stelle der Rückzug von Kurt-Christian Scheel kommentiert: „Der ZDK-Vorstand und auch ich persönlich bedauern sehr, dass Herr Dr. Scheel den ZDK verlässt und wünschen ihm für seine Zukunft alles Gute und viel Erfolg. Herr Dr. Scheel hat den ZDK in den letzten Jahren erfolgreich neu aufgestellt, in Berlin und Brüssel eine hohe Sichtbarkeit erzielt und den ZDK als kompetenten Ansprechpartner für alle Themen des Kfz-Gewerbes bei der Politik etabliert”, würdigt ZDK-Präsident Arne Joswig. 

In der Vorstandssitzung des Zentralverbandes Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK) e.V. hatte Hauptgeschäftsführer Dr. Kurt Christian Scheel Ende vergangener Woche mitgeteilt, sich künftig neuen Aufgaben widmen zu wollen und den ZDK zu verlassen. „Das Kfz-Gewerbe ist und bleibt für mich eine der spannendsten Branchen in Deutschland. Es hat mir viel Freude gemacht, gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen im ZDK-Vorstand, in der Geschäftsstelle und mit den Mitgliedern das Kfz-Gewerbe als relevanten Player für individuelle Mobilität in der politischen Diskussion zu positionieren. Auch bei der Modernisierung der Verbandsstrukturen sind wir weit vorangekommen”, so Scheel. Laut ZDK-Präsident Joswig wird Kurt-Christian Scheel bis zur Einarbeitung seines Nachfolgers dem ZDK beratend zur Seite stehen. Kommissarisch werden die beiden ZDK-Geschäftsführer Ulrich Dilchert und Jürgen Hasler bis dahin die laufenden Geschäfte führen. 

Dr. Kurt-Christian Scheel übernahm die Leitung des ZDK im November 2022 als Nachfolger von Dr. Axel Koblitz. Zuvor hatte er verschiedene leitende Funktionen im Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA), bei der Robert Bosch GmbH sowie dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Er hat den Verband gemeinsam mit einem neu aufgestellten Politik Team vor allem in der politischen Arena in Berlin und Brüssel neu positioniert. Die Querelen zwischen den Führungsebenen des ZDK und ZVK, die angesichts der aktuellen Situation im deutschen Kfz-Gewerbe und Automobilhandel als wichtigste Interessenvertretungen eigentlich ihre Kräfte bündeln müssten, haben Scheel offensichtlich zur Entscheidung kommen lassen, nicht mehr zielwirksam agieren zu können. Wie künftig die Interessen der großen Autohaus-Akteure und der Betriebe des Kfz-Gewerbes in substanzieller Form vorgetragen und umgesetzt werden können, ist fraglich. Aus Branchenkreisen ist zu hören, dass an mancher Stelle bereits über die Neugründung eines Verbandes für den nationalen Automobilhandel diskutiert wird. Dabei waren doch in den letzten Jahren auch erhebliche Anstrengungen in die Modernisierung der Verbandsstrukturen investiert worden. Die aktuelle ZDK-Situation wirft viele Fragezeichen auf. 

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