Tesla Model Y löst Model 3 als Schlusslicht ab 

Leicht steigende Mängelquoten und überzeugende Stromer im TÜV-Report 

TÜV-Report 2026An rund einem Fünftel aller Fahrzeuge stellten der TÜV und seine Partner im Berichtszeitraum im Rahmen der HU erhebliche Mängel fest.  Foto: TÜV Nord

„Selbst wenn einige EU-Mitgliedsstaaten gegen das Verbrenner-Aus ankämpfen, die Zukunft der Fahrzeuge ist elektrisch.” Mit dieser Aussage fasst der TÜV Süd die Ergebnis seines diesjährigen Reports zusammen und positioniert sich zugleich klar mit Blick auf die abermalige politische Diskussion um eine mögliche Neuzulassung von Verbrennern über das Jahr 2035 hinaus. Ihr deutliches Statement sehen die Verantwortlichen durch die Ergebnisse der insgesamt 18 Stromer – unter anderem gewinnt der Fiat 500 E die Mini-Klasse – in der aktuellen Auswertung bestätigt. „Die Preise der Elektroautos sinken, wenn auch zuletzt nicht mehr so stark. Dementsprechend zieht der Markt an. Gut zu wissen, dass die Fahrzeuge genauso sicher sind wie die Verbrenner. Viele E-Autos sind sogar auf den oberen Rängen zu finden“, ordnet Jürgen Wolz, Leiter Service Line Mobility bei der TÜV Süd Division Mobility, ein. 

Alles in allem stellt der TÜV-Report den untersuchten Fahrzeugen jedoch ein etwas schlechteres Zeugnis als noch im Vorjahr aus: Die Zahl der Autos ganz ohne Mängel ist um 1,8 Prozent auf 66,1 Prozent zurückgegangen, der Anteil an Einheiten mit erheblichen Mängeln hingegen um 0,9 Prozentpunkte auf 21,5 Prozent gestiegen. Leicht legte auch der Anteil der Modelle mit nur geringen Mängeln zu (+0,8 Prozentpunkte), während 0,5 Prozent aller untersuchten Fahrzeuge – und damit anteilig so viele wie im letzten Jahr – als verkehrsunsicher eingestuft wurden. „Zum schlechteren Gesamtergebnis trägt auch das zunehmende Alter der Gesamtflotte (durchschnittlich 10,6 Jahre) bei, genauso wie das wohl monetär bedingte Aufschieben von wichtigen Reparaturen”, teilt der TÜV Süd hierzu mit. Hartmut Abeln, Geschäftsführer von TÜV Nord Mobilität und Mitglied der Konzerngeschäftsleitung der TÜV Nord Group, führt aus: „Ältere Fahrzeuge können technisch zuverlässig sein, wenn sie regelmäßig gewartet und fachgerecht instandgehalten werden. Doch mit zunehmender Laufleistung steigen naturgemäß die Belastung und der Verschleiß sicherheitsrelevanter Komponenten. Entscheidend ist deshalb das Verantwortungsbewusstsein der Fahrzeughalterinnen und -halter.” 

Spitzenreiter Mazda und Sonderfall Tesla

Die goldene Plakette im TÜV-Report 2026 erhält der Mazda 2. Lediglich 2,9 Prozent der japanischen Hybrid-Kleinwagen, die in Frankreich produziert werden, fallen mit erheblichen Mängeln auf, wenn sie das erste Mal zur HU fahren – mit durchschnittlich 29.000 Kilometern auf der Uhr. Platz zwei teilen sich die Mercedes B-Klasse (3 Prozent, 41.000 Kilometer) und der VW T-Roc (3 Prozent, 37.000 Kilometern) vor dem Toyota Yaris Cross (3,2 Prozent) und BMW 1er/2er (3,3 Prozent EM). Der Gesamtsieger Mazda 2 entscheidet logischerweise auch die Kleinwagen-Klasse für sich, während bei den Kompakten BMW 1er/2er vorneweg fahren. Mittelklassegewinner ist die Mercedes C-Klasse, bei den SUVs der VW-T-Roc und die Mercedes B-Klasse ist der beste Van.

Am Ende der Tabelle löst das Tesla Model Y (17,3 Prozent) das Tesla Model 3 (13,1 Prozent) ab. Auf dem vorletzten Platz bleibt der Ford Mondeo (14,3 Prozent). Der TÜV konstatiert: „Auch wenn die Teslas wieder auf den hinteren Plätzen landen, bleibt positiv zu erwähnen, dass beide nach zwei bis drei Jahren bereits weit mehr als 50.000 Kilometer gefahren worden sind – gerade für ein Elektroauto eine auffällige Reichweite.” Mit Blick auf die beanstandeten Bauteile bei Elektroautos verwiesen die TÜV-Experten zudem darauf, dass hauptsächlich Bauteile, die nichts mit dem Antrieb zu tun haben, auffällig werden. Das gelte insbesondere für die Beleuchtung, die auch über alle Fahrzeuge hinweg Mangel Nummer eins bleibe. „Fahrwerk, Bremsen, Licht: Die Mängellisten zeigen, dass natürlich auch die Elektroautos Wartung brauchen“, so Jürgen Wolz abschließend.

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