Damit zieht Unternehmen den Zeitrahmen um ein Jahrzehnt vor, parallel zu den Zielsetzungen der Europäischen Union. Linglong betont dabei, dass die Klimastrategie nicht auf Energieeffizienz beschränkt sei, sondern eine verbesserte Produktions- und Lieferkettentransparenz und vor allem die Umstellung auf nachhaltige Materialien und ressourcenschonende Prozesse umfasse. Bis 2035 sollen die Kohlenstoffemissionen um 52,07 Prozent sinken, 2050 soll die vollständige Klimaneutralität erreicht sein. Grundlage dafür ist eine Fünf-Säulen-Strategie, die auf neue Werkstoffe, fortschrittliche Technologien, modernisierte Prozesse, automatisierte Anlagen sowie erneuerbare Energien setzt.
Im Materialbereich verfolgt das Unternehmen ambitionierte Pläne: Linglong stellte im vergangenen Jahr einen Konzeptreifen vor, der zu 79 Prozent aus nachhaltigen Komponenten besteht. Bis 2028 soll der Anteil nachhaltiger Materialien auf 85 Prozent steigen, bis 2040 auf 100 Prozent. Biotechnologisch hergestellter Kautschuk, Reishülsenasche, Mais-Kieselsäure und weitere biobasierte Alternativen sollen dabei herkömmliche, erdölbasierte Komponenten ersetzen und die Emissionen um bis zu 35 Prozent senken. Im Bereich Recycling setzt Linglong zunehmend auf die Nutzung von flüssigem Altkautschuk und Pyrolyseruß, um die Kreislaufwirtschaft zu stärken und die Wiederverwertung von Altreifen zu verbessern.
Wang Feng machte in Belém deutlich, dass die „Dual-Carbon-Roadmap“ nicht allein ein ökologisches Projekt ist, sondern ein umfassender Modernisierungspfad: „Die Dual-Carbon-Roadmap ist nicht nur ein Bekenntnis zum Umweltschutz, sondern revolutioniert auch den gesamten Produktionsprozess.“ Das Unternehmen wolle weiterhin „umweltfreundliche, nachhaltige und hochwertige Mobilitätslösungen anbieten, um auch den nächsten Generationen einen sauberen und schönen Planeten zu hinterlassen“.