Neue US-Zölle, Lieferketten-Disruptionen und anhaltende regulatorische Diskussionen waren die bestimmenden Faktoren, die im vergangenen Jahr für reichlich Unsicherheit im Zulieferergeschäft sorgten. Diesen Einflüssen konnte sich auch Mahle nicht entziehen, weshalb sich das Konzernmanagement um CEO Arnd Franz trotz eines leichten Umsatzrückgangs auf rund 11,26 Milliarden Euro mit dem Jahresverlauf zufrieden zeigt. Bereinigt um Wechselkurs- und Dekonsolidierungseffekte verzeichnete das Unternehmen ohnehin ein organisches Umsatzwachstum von 0,6 Prozent, während sich auch das bereinigte EBIT (442 Millionen Euro) und die zugehörige Marge (3,9 Prozent) leicht verbesserten.
Jenseits dessen reduzierte Mahle 2025 seine Nettoverschuldung um rund 136 Millionen Euro und verbesserte die Eigenkapitalquote auf 21,9 Prozent. Die F&E-Quote lag stabil bei 5,4 Prozent. „Unterm Strich erzielte der Konzern einen Jahresüberschuss und konnte damit den im Jahr 2023 erzielten und 2024 bestätigten operativen Turnaround auch für 2025 sichern”, bilanzieren die Verantwortlichen. CEO Arnd Franz führt aus: „Mahle ist auf dem Weg zu profitablem Wachstum. Die Arbeit hat sich gelohnt. Die Erfolge sind messbar.“
Neuorganisation des Non-Automotive-Geschäfts
Daran anknüpfend rückt Mahle weiter die Bereiche Elektrifizierung und Thermomanagement in den Fokus, die gemeinsam mit der eigenen Kompetenz rund um Verbrenner die Säulen der Strategie 2030+ bilden. Angesichts anhaltend schwieriger Marktbedingungen in Europa und China gewinnen in diesem Zuge Wachstumsmärkte wie Indien, Ostasien und Südamerika an Bedeutung. Parallel dazu nimmt Mahle Geschäftsfelder jenseits des Automobils wie stationäre Infrastrukturlösungen sowie schwere Anwendungen für Marine, Bergbau, Schiene und Verteidigung in den Blick. Mit dem Ziel einer verbesserten Kundenansprache wurde dafür das Non-Automotive-Geschäft neu organisiert und der Bereich „Industrial and Special Solutions“ innerhalb des Konzernvertriebs geschaffen. Damit will Mahle flexibler agieren und so auch kleinere und individuellere Kundenprojekte realisieren.
Bei all diesen Bemühungen stehen Unternehmensangaben zufolge Verlässlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit im Zentrum. Dafür will Mahle seine indirekten Kosten in Verwaltung und Entwicklung – insbesondere in Europa und Nordamerika – weiter reduzieren und dabei auch den Transformationsdialog in deutschen Werken fortführen. „Unser Effizienzprogramm ‚Back on Track‘ verfolgen wir rigoros weiter“, betont Arnd Franz. Dass der Konzern allgemein auf dem richtigen Weg ist, sehen die Verantwortlichen unter anderem durch die einvernehmliche Verlängerung eines Konsortialkredits über insgesamt 1,2 Milliarden Euro bis Februar 2029 durch alle beteiligten Banken bestätigt. „Das ist ein starkes Vertrauenssignal in die strategische Ausrichtung und finanzielle Solidität unseres Konzerns. Die Kreditlinie sichert uns finanzielle Flexibilität und Planungssicherheit“, so Mahle-CFO Markus Kapaun. „Wir tun mit unserer Strategie Mahle 2030+ die richtigen Dinge, und wir werden dies konsequent nachhalten.“ Die stabile Auftragslage wertet das Management ebenfalls als gutes Zeichen, wenngleich diese im Bereich Elektrifizierung hinter den Erwartungen zurückblieb.