In Neustadt a. d. Donau produziert Mahle seit 1987 überwiegend Klimageräte für Premium-Pkw. Die örtliche Belegschaft zählt rund 350 Personen. Für diese werden laut Unternehmensangaben nun sozialverträgliche Lösungen gesucht, wenn die Produktionslinien am Standort ab Ende dieses Jahres schrittweise heruntergefahren werden. Im ersten Halbjahr 2027 soll das Werk dann vollständig schließen. Versuche, den Standort in den vergangenen Jahren zukunftsfähig aufzustellen, seien unter anderem aufgrund des zuletzt stark gewachsenen Kostendrucks von asiatischen Wettbewerbern in Europa gescheitert, heißt es seitens der Mahle-Verantwortlichen. Ein wirtschaftlicher Weiterbetrieb sei unmöglich.
„Mahle Neustadt ist ein gut geführtes Werk mit effizienten Prozessen und einer innovativen Belegschaft. Die Entscheidung, den Standort zu schließen, ist uns daher sehr schwergefallen, war nach eingehender Bewertung aller Optionen jedoch unumgänglich“, führt Martin Wellhöffer als Mitglied der Konzern-Geschäftsführung und Verantwortlicher für den Geschäftsbereich Thermal and Fluid Systems aus. „Die Produktion von Klimageräten am Standort ist geprägt von einem lohnintensiven Fertigungsanteil sowie einer hohen Variantenvielfalt. Aufgrund dieser Komplexität sind die Möglichkeiten einer weiteren Automatisierung weitgehend ausgeschöpft. Gleichzeitig sind immer weniger Kunden bereit, die Standortkosten in Deutschland und das daraus folgende wirtschaftlich notwendige Preisniveau zu akzeptieren.“ Mahle hat aktuell 127 Standorte weltweit, darunter 49 Werke mit rund 25.500 Beschäftigten in Europa. Für das abgelaufene Geschäftsjahr legte der Konzern zuletzt leicht verbesserte Kennzahlen vor, bleibt eigenen Angaben zufolge jedoch weiter im „Anpassungsmodus”. Vor diesem Hintergrund dürfte auch die Entscheidung zur Schließung des Standorts Neustadt a. d. Donau erfolgt sein.